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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cykladen; Cyklanthaceen; Cyklisch; Cyklische Dichter; Cyklograph; Cykloide

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Cykladen - Cykloide.

eingerollt erscheinen. Die Stämme haben im allgemeinen den typischen Bau der Gymnospermen und zeichnen sich durch ein mächtig entwickeltes, stärkemehlreiches Mark aus. Ihr Dickenwachstum wird entweder durch einen fortdauernd thätigen Kambiumring oder nach Erlöschen des erstgebildeten Kambiumringes durch periodisch in der Rinde auftretende Zuwachszonen bewirkt. Außer den normalen Fibrovasalsträngen besitzen manche C. auch ein rindenständiges, andre ein markständiges Strangsystem. Die Blüten, welche nur aus den Geschlechtsorganen bestehen, sind zweihäusig und bilden endständige Zapfen. An der männlichen Pflanze stehen die zahlreichen Staubblätter dicht spiralig an der vertikalen Achse des Zapfens angeordnet. Ihr Bau ist für die C. insofern eigentümlich, als auf der Unterseite eines jeden schuppen-, bisweilen schildförmigen Staubblattes zahlreiche Pollensäcke in vielen Gruppen zu je 2-5 beisammenstehen. Die weiblichen endständigen Zapfen bestehen aus großen, flachen, fiederartig geteilten, gestielten Fruchtblättern, deren untere Fiedern durch Samenknospen ersetzt sind, oder es finden sich auch schildförmig gestielte Schuppen, welche auf ihrer Unterseite neben dem Stiel zwei Samenknospen besitzen. Letztere sind groß, mit breiter Basis sitzend, gerade und entwickeln sich am verholzenden Fruchtzapfen zu Samen, welche eine äußere fleischige, oft lebhaft gefärbte und eine innere knöcherne Schale, ein hartes Endosperm und in der Mitte desselben einen geraden Keimling mit langer Wurzel und zwei ungleichen, an ihrer Spitze verwachsenen Samenlappen besitzen. Die C. sind tropische Gewächse, von denen die meisten Amerika, viel weniger der Alten Welt angehören; einige kommen auch am Kap der Guten Hoffnung und aus Neuholland vor. Vgl. Miquel, Monographia Cycadearum (1842); Derselbe, Nieuwe bijdrag til de kennis d. C. (Amsterd. 1868 ff.); Regel, Cycadearum generum specierumque revisio (Gieß. 1871). An der vorweltlichen Flora sind die C. wesentlich beteiligt. Sie treten von der Steinkohlenformation an bis zum Tertiär auf und bedingten während der Jura- und Kreidezeit zum Teil die Physiognomie der Landschaft. Im ganzen sind ca. 300 fossile Arten in 37 Gattungen bekannt, deren wichtigste Noeggerathia Sternb., Pterophyllum Bgt. (s. Tafel "Triasformation II"), Dioonites Bornem., Zamites Bgt., Cycadites Bgt., Clathraria Mantell, Zamiostrobus Endl. und Cycadinocarpus Schimp. sind. Die mit den Nöggerathien zusammen vorkommenden Früchte, die als Rhabdocarpus Göpp. beschrieben worden sind, stellen Cykadeensamen vor. Einen völlig ausgestorbenen, schon während der Steinkohlenperiode auftretenden Typus bildet die Gattung Cordaites (s. Tafel "Steinkohlenformation II"), die in der Tracht an Dracaena oder Yucca erinnert, und deren Blütenähren als Antholithus beschrieben wurden. Einige C. gewähren einen Nutzen als Nahrungspflanzen durch das stärkemehlreiche Mark, die genießbaren jungen Blätter und die Samen.

Cykladen, Inseln, s. Kykladen.

Cyklanthaceen, monokotyle, etwa 30 Arten umfassende, dem tropischen Amerika angehörige Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Spadicifloren, zunächst mit den Pandaneen verwandt.

Cyklisch (griech.), Bezeichnung einer Blüte, deren Teile oder Glieder sämtlich in Quirlen angeordnet sind, wie bei der Mehrzahl der Phanerogamen.

Cyklische Dichter, s. Kyklische Dichter.

Cyklograph (griech.), ein von Joseph Steinbach zu Sinzig erfundener rotierender Druckapparat, mit Hilfe dessen es möglich sein soll, eine gesprochene Rede gleich durch Typendruck wiederzugeben, ohne daß es einer stenographischen Niederschrift bedarf.

Cykloide (griech., "Radlinie"), die ebene Kurve, welche ein Punkt auf dem Umfang eines Kreises beschreibt, wenn letzterer, ohne zu gleiten, auf einer geraden Linie, der Basis, hinrollt. Zur Veranschaulichung dient die Fig. 1, wo O, O_{1}, O_{2}, O_{3}... die verschiedenen Lagen sind, welche der Kreismittelpunkt nach Ablauf von je 1/8-Umdrehung einnimmt; A, A_{1}, A_{2}, A_{3}... sind die entsprechenden Lagen des Punktes, der die C. beschreibt. Wie die Figur zeigt, steigt die Kurve anfangs auf und erreicht ihren höchsten Punkt A_{4}, wenn der Kreis eine halbe Umdrehung gemacht hat; dann steigt sie wieder ab, beständig ihre hohle Seite nach unten kehrend, und erreicht in A_{8} wieder die Basis, wobei AA_{8} gleich dem Kreisumfang ist. Von da beginnt wieder ein Kurvenstück, das dem frühern gleich ist. Wo diese Kurvenstücke zusammenstoßen, wie bei A_{8}, entstehen Spitzen. Ist a der Halbmesser des Kreises, und rechnet man die Abscisse x von A aus auf der Basis AA_{8}, die Ordinate y senkrecht dazu, so ist x = a (φ - sin φ), y = a (1 - cos φ), wobei φ den Winkel bedeutet, um welchen sich der Kreis gedreht hat (Wälzungswinkel). Die ganze Länge des Bogens von A bis A_{8} ist = 8 a, die Fläche zwischen ihm und der Basis AA_{8} = 3a²π, also gleich der dreifachen Kreisfläche. Die bisher besprochene Kurve heißt eine gemeine C. Dagegen beschreibt ein Punkt B, der im Innern des Kreises auf dem Radius OA in dem Abstand OB = b vom Mittelpunkt liegt, bei der Bewegung des Kreises eine geschweifte oder gedehnte C., die in Fig. 1 durch die Folge der Punkte B, B_{1}, B_{2}, B_{3}... angegeben ist. Dieselbe kehrt, wie man sieht, in der Nähe von B und B_{8} ihre hohle Seite nach oben, sonst aber nach unten. Ein

^[Abb.: Fig. 1 und 2: Cycloiden.]

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]