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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dachstuhl

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Dachstuhl.

lotrechten Bohlen bestehen, wobei die Wasserableitung oben durch aufgesattelte gerade Sparrenstücke v, unten durch Aufschieblinge w befördert wird. Fig. 19 zeigt ein kombiniertes System, wobei die eigentlichen Träger des Dachstuhls aus Bohlenbogen, die Sparren aus geraden Balken bestehen.

II. Eiserne Dachstühle. Fig. 21-30. Eiserne Dachstühle mit geraden Sparren. Der in Fig. 21 dargestellte einfache Satteldachstuhl besteht aus dem Sparren a, dem Zuganker b und dem Hängeisen c. Die Längsverbindung wird durch schmiedeeiserne Pfetten aus <-, [- oder ^ -Eisen gebildet, welche auf die Sparren genietet werden. Bei zunehmender Spannweite bedürfen die Sparren weiterer Unterstützung, welche beim deutschen D. (Fig. 22 u. 23) durch geneigte Streben d, beim englischen D. (Fig. 24 u. 25) durch lotrechte Streben e und Zugstangen f, beim französischen D. (Fig. 26 u. 27) durch Normalstreben g und Zugstangen h i bewirkt wird. Der letztere zeichnet sich durch seine gefällige Form aus, während vergleichende Rechnungen ergeben haben, daß der deutsche D. unter übrigens gleichen Umständen unter den drei angeführten Konstruktionen der ökonomisch vorteilhafteste ist. Hat der D. außer seinem eignen Gewicht die Last eines belasteten Gebälks zu tragen, so entsteht, je nachdem jeder Hauptbalken ein-, drei- oder mehrmals aufzuhängen ist, der einfache, doppelte oder mehrfache Hängwerkdachstuhl (Fig. 28-30), letztere beide mit den Gegenstreben d. Der zur Versteifung der Dachfläche gegen Winddruck dienende Windverband besteht in gekreuzten Zugdiagonalen, welche in die von den einzelnen Sparren und Pfetten gebildeten Felder eingeschaltet werden. Die Detailverbindung dieser Teile erfolgt an dem Sparrenfuß meist durch gußeiserne Lagerstühle ohne oder mit besondern Unterlagsplatten, im First und an den einzelnen Knotenpunkten mittels schmiedeeiserner Laschen und Niet- oder Schraubenbolzen.

Fig. 31 u. 32. Eiserne Dachstühle mit gekrümmten Sparren. Die Binder dieser Dachstühle bilden Bogenfachwerke, deren Gurte über ihren Stützpunkten entweder zusammengeführt (Fig. 31), oder getrennt (Fig. 32) sind, während man beide durch Fachwerk, hier lotrechte Druckstangen und gekreuzte Zugdiagonalen, aussteift. Auch hier wird die Längsverbindung der Bänder durch eiserne Pfetten, der

Eiserne Dachstühle.

^[Abb.: Fig. 19. Dachstuhl mit gekrümmten Bohlensparren.]

^[Abb.: Fig. 20. Bogendachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 19 und 20. Hölzerne Dachstühle mit gekrümmten Sparren.]

^[Abb.: Fig. 21. Einfacher Satteldachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 22. Einfacher deutscher Dachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 23. Mehrfacher deutscher Dachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 24. Einfacher englischer Dachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 25. Mehrfacher englischer Dachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 26. Einfacher französischer Dachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 27. Mehrfacher französischer Dachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 28. Einfacher Hängwerkdachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 29. Doppelter Hängwerkdachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 30. Mehrfacher Hängwerkdachstuhl.]

^[Abb.: Fig. 21-30. Eiserne Dachstühle mit geraden Sparren.]