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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dak; Dakahlieh; Dakar; Dakha; Dakîkî; Dakota

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Dak - Dakota.

Geschlechter aus sicherm Hinterhalt überfällt und ihnen den Kopf abschneidet, um ihn als Kriegstrophäe aufbewahren zu können. Wer noch keinen abgeschnittenen Kopf aufweisen kann, darf nicht heiraten, und nach der Zahl solcher Köpfe, deren manches Haus über 100 aufweist, richtet sich das Ansehen des Besitzers. Gewöhnlich vereinigen sich mehrere zu einem Mordzug (Ngadschu); Züge in größerm Maßstab, an welchen 800-1000 Personen teilnehmen, heißen Assan und sind als Kriegführung anzusehen. Zum Schutz gegen Säbelhiebe und Pfeile dienen eine mit Baumwolle wattierte Jacke und eine Art Harnisch aus Fellen oder Baumrinde, außerdem hölzerne Schilde. Die Wohnungen der D. sind lange, schuppenartige, auf 2-6 m hohen Pfählen ruhende Gebäude (in Süd- und Ostborneo von 60-70 m Länge) mit niedrigen Wänden und einem spitz zulaufenden Dach, doch ohne Fenster. Das Haus ist durch eine Scheidewand in einen Vorder- und einen Hinterraum abgeteilt, welch letzterer wieder in so viele Räume zerfällt, als Familien unter dem gemeinsamen Dach wohnen sollen. Zur Verteidigung der Dörfer gegen feindliche Angriffe dienen kleine Bambuspfähle (Ranju), welche im hohen Gras in kleinen Abständen voneinander angebracht werden. Die D. sind in der Regel ausgezeichnete Schmiede, welche mit ihren unvollkommenen Werkzeugen besonders gute Schwerter verfertigen; das dazu nötige Eisen wird von ihnen selbst gegraben und geschmolzen. Die häuslichen Arbeiten ruhen auf den Frauen, die aber im übrigen von den Männern gut behandelt werden. In Bezug auf die Ehe herrscht durchweg die Monogamie. Die Toten wurden ehemals häufig verbrannt und die Asche in irdenen Gefäßen aufbewahrt; gegenwärtig werden sie in der Regel begraben, seltener in hölzernen Kisten im Wald über der Erde aufbewahrt. Bis zur Bestattung der Leiche ruht alle Arbeit; überall wird dem Verstorbenen (wenn auch erst nach der Beerdigung) ein Menschenopfer dargebracht. Zu den ursprünglichen religiösen Vorstellungen der D. gehört der Glaube an die Geister der Verstorbenen. Als Aufenthalt derselben werden die hohen Berge betrachtet und ihnen dort Speise- oder Hühneropfer dargebracht. Viele Stämme im O. verehren auch Sonne, Mond und Sterne. An den früher hier vorhandenen Buddhismus erinnern die Ruinen von Buddhatempeln und mancherlei Inschriften, die sich noch heute vorfinden. Jener Periode, an die jetzt jede Erinnerung fehlt, dürften auch heilig gehaltene antike Gefäße (Tapayan), verzierte Vasen ohne Henkel, mit Abbildungen von Blumen, Drachen u. a. angehören, von denen einzelne in dem Ruf besonderer Wunderkraft stehen, so daß von weit und breit förmliche Wallfahrten zur Heilung von Krankheiten und zur Befreiung von Bezauberungen zu ihnen unternommen und oft blutige Kämpfe um ihren Besitz geführt werden. Sonst herrscht viel Aberglaube, der sich besonders in der Verehrung von Talismanen (Steinen, Krokodilzähnen etc.) und in sogen. Gottesurteilen äußert. Eine große Rolle unter den D. spielen die Balians, Frauen, welche zugleich als öffentliche Sängerinnen, Tänzerinnen, Priesterinnen, Wahrsagerinnen, Zauberinnen sowie als Hebammen u. Ärztinnen fungieren. Die Sprache der D. gehört nach Fr. Müller zur malaio-javanischen Gruppe der malaiischen Sprache und zerfällt in zahlreiche Dialekte; eine Grammatik derselben lieferte K. v. d. Gabelentz (Leipz. 1852). Von einer Litteratur ist nicht die Rede, es fehlt selbst an einer Schrift; aber in mündlicher Überlieferung sind Geistesprodukte, zum Teil Erzählungen aus alter Zeit, erhalten worden. Vgl. Buddingh, Neerlands-Oost-Indië-Reizen (Rotterd. 1859-61); Perelaer, Etnographische beschrijving der D. (Zalt-Bommel 1870); Bock, Unter den Kannibalen auf Borneo (Jena 1882).

Dak (Dawk), in Ostindien Bezeichnung für Post.

Dakahlieh, Provinz (Mudirieh) von Unterägypten, am rechten Ufer des Damiettearms des Nils, im N. vom Mensalehsee begrenzt, 2061 qkm (37,5 QM.) groß mit (1877) 531,954 Einw., eine von unzähligen Kanälen durchschnittene, fruchtbare Ebene, welche Getreide, Baumwolle, Flachs, Indigo, Tabak u. a. hervorbringt. Hauptort ist Mansura am Nil.

Dakar, Hafenstadt im franz. Senegambien, Arrondissement Gorée, auf der gleichnamigen Halbinsel, die in das Cabo verde ausläuft, gegenüber der Insel Gorée, von der sie durch einen 2 km breiten Meereskanal getrennt wird, ist Sitz eines Bischofs, Station französischer Missionäre und der Dampferlinien Messageries maritimes, Wörmann, der vereinigten British and African und African und zählt (1879) 1035 Bewohner, davon 200 Weiße inkl. Militär. Frankreich nahm 1857 von D. Besitz, seit 1862 sucht man durch bedeutende Arbeiten einen brauchbaren Hafen zu schaffen, so daß der Platz in strategischer wie in kommerzieller Hinsicht von hoher Wichtigkeit werden muß. Eine Eisenbahn nach St.-Louis wurde 6. Juli 1885 eröffnet.

Dakha, s. Dacca.

Dakîkî, Abu Mansûr Mohammed, nach einigen aus Tûs, nach andern aus Bochara gebürtig, einer der bedeutendsten persischen Dichter vor Firdusi, hat seinen Namen besonders dadurch noch verewigt, daß er auf Befehl des Samanidenfürsten Nûh ben Mansûr (975-997) die erste dichterische Bearbeitung der altiranischen Königssagen begann, die später von Firdusi so herrlich fortgeführt und in vollendetster Weise zum Abschluß gebracht wurde. D. selbst, wie auch Firdusi in seinem "Schâhnâme" erwähnt, hat davon nur 1000 Verse (aus der Geschichte des Guschtasp) vollendet, da er schon in frühem Alter durch die meuchlerische Hand eines Türkenknaben seinen Tod fand. Er hat viele Kasiden (Lobgedichte) zum Preis der Samanidenfamilie gedichtet und in Ghaselen, die ziemlich deutlich verraten, daß er stark dem vom Islam verpönten Parsismus anhing, hauptsächlich den Wein verherrlicht. Alles, was uns von ihm an Gedichten erhalten ist, findet sich in persischem Text und metrischer deutscher Übersetzung zusammengestellt in Ethés "Rûdagîs Vorläufer und Zeitgenossen" (in "Morgenländische Forschungen", Leipz. 1875).

Dakota ("die sieben Ratfeuer", s. Tafel "Amerikanische Völker", Fig. 12), ein zahlreicher Indianerstamm im NW. der Vereinigten Staaten von Nordamerika, von den Franzosen Sioux, von andern auch Naudowessies (Nadowessier) genannt, welcher Name aus dem Wort Nadoesi entstanden ist, womit die Odschibwä die D. zu bezeichnen pflegen. Das vornehmste Volk dieses Stammes sind die eigentlichen D., welche das Gebiet zwischen dem obern Mississippi im O. und den Black Hills und Rocky Mountains im W., südlich bis etwa zum Platte und zur Mündung des Siouxflusses bewohnen. Sie umfassen sieben verbündete, aber voneinander unabhängige Völker. Die vier östlichen dieser Horden sind unter dem Namen Mdewakantonwan (franz. Gens du lac), Wahpetonwan, Wahpekutes und Sisitonwan als alte Feinde der Odschibwä bekannt; die erste ist die einzige unter ihnen, welche Ackerbau treibt. Weniger bekannt sind die drei andern,