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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Dax - Dé.

Generalmajor befördert. 1825-27 war er in Persien thätig, und 1831 kämpfte er in Polen vor Warschau und in der Schlacht bei Lisbik so rühmlich, daß er zum Generalleutnant ernannt wurde. Er starb 8. Mai 1839 auf seinem Gut bei Moskau. D. dichtete, meistens im Biwak, Satiren, Elegien, Dithyramben und Episteln, besonders aber Soldatenlieder, welche weite Verbreitung fanden. Für die besten seiner militärischen Schriften hält man die "Erinnerungen an die Schlacht bei Preußisch-Eylau" und den "Versuch einer Theorie des Parteigängerkriegs" (1821). Seine gesammelten Werke mit Biographie gab Smirdin (Petersb. 1848) heraus; seine "Memoiren" erschienen in der Zeitschrift "Russkaja Starina" (1872).

Dax (spr. dacks), Arrondissementshauptstadt und Badeort im franz. Departement Landes, 40 m ü. M., links am Adour, über welchen eine schöne Steinbrücke nach der Vorstadt Sablar und die Brücke der Südbahnlinie D.-Pau führen, ist von betürmten Mauern umgeben, welche bis in die Römerzeit zurückreichen, 1858 aber leider teilweise niedergerissen wurden, hat ein altes Kastell, eine Kathedrale nebst mehreren andern schönen Kirchen, ein Collège, eine Lehrerbildungsanstalt, ein Mineralienkabinett und (1880) 9005 Einw., welche feine Liköre und Fayence erzeugen und bedeutenden Handel mit Landesprodukten treiben. D. ist das alte Aquae Tarbellae (im Mittelalter Acqs genannt), an der Straße von Asturien nach Burdigala gelegen und schon von den Römern als Heilbad benutzt. Die Quellen von D. haben eine Temperatur von 25-62° C. und sind schwefel- und kalkhaltig. Sie speisen das Bassin der Fontaine Chaude und ein modernes Badeetablissement (Les Baignots), wirken auf das Nerven- und Gewebesystem und werden besonders gegen Rheumatismen angewendet. D. ist die Vaterstadt der Brüder Ducos (des Konsulatskollegen Napoleons und des Generals). Vgl. Léon, Guide manuel aux eaux thermales de D. (1867).

Daxweiler, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Kreuznach, mit (1880) 739 Einw., Eisenerzbergbau und den Eisenhüttenwerken Stranberger Neuhütte u. Rheinböllerhütte am Güldenbach.

Dayak, Volk, s. Dajak.

Daylesford (spr. dehlsförd), Stadt in der britisch-austral. Kolonie Victoria, nordwestlich von Melbourne, mit dem es durch Eisenbahn verbunden ist. D. verdankt seine Existenz den noch immer ergiebigen Goldfeldern, treibt jetzt aber auch viel Ackerbau und hat (1881) 3892 Einw.

Days of humiliation (engl., spr. dehs oww jumiliéhsch'n, "Tage der Demütigung"), die beiden Bußtage in England: der 30. Jan., der Tag der Hinrichtung des Königs Karl I. 1649, und der 2. Sept., der Tag des großen Brandes von London 1666.

Dayton (spr. däht'n), Stadt im nordamerikan. Staat Ohio, am schiffbaren Miami, 80 km von Cincinnati, eine der schönsten Städte des Staats, mit über 30 m breiten, von Bäumen beschatteten Straßen, stattlichen öffentlichen Gebäuden, unter denen die dem Parthenon nachgeahmte Gerichtshalle hervorragt, und hübschen Privathäusern. D. hat (1880) 38,678 Einw. Seine Industrie befaßt sich mit der Herstellung von Eisenbahnwagen, Maschinenbau, Baumwoll- und Papierfabrikation. Bei der Stadt liegen ein Irrenhaus und ein großartiges Invalidenhaus (Soldiers' Home) inmitten eines ausgedehnten Parks. D. wurde 1796 gegründet.

Daza (spr. dasa), Hilarion, Präsident der Republik Bolivia, geb. 1840 zu Sucre, von niederer Abstammung und teilweise indianischem Blut, hieß eigentlich Grosolé, nahm aber infolge von Familienzwistigkeiten den Namen seiner Mutter, D., an. 18 Jahre alt, ließ er sich während einer Revolution als Freiwilliger in die Armee der Liberalen einreihen und wurde, als diese siegte, rasch befördert. Sein Anteil an mehreren andern siegreichen Erhebungen verschaffte D. einen gewissen Ruf und die Gunst Melgarejos, der ihn während seiner Präsidentschaft 1867 zum Oberstleutnant und zweiten Kommandeur der zur Erforschung der Flüsse Pilcomayo und Bermejo ausgesandten Expedition ernannte. Doch 1871 verbündete er sich mit Oberst Juan Granier zum Sturz Melgarejos und brachte an der Spitze seines Kürassierregiments die Bevölkerung von La Paz zur Unterwerfung unter Morales, der ihn zum General und Kriegsminister beförderte. Nach dem Tod Ballivians bewarb er sich selbst um die Präsidentschaft, und da die Wahlen unentschieden ausfielen, bemächtigte er sich 1876 mit Gewalt der Herrschaft, die er mehrere Jahre durch rücksichtslose Tyrannei behauptete. 1879 erklärte er Chile den Krieg, bemächtigte sich der chilenischen Bergwerke in Atacama und ernannte sich selbst zum Oberbefehlshaber des bolivianischen Heers. Als die Chilenen in Atacama einfielen, zog er mit den bolivianischen Truppen nach dem südlichen Peru, wo er sich mit den Peruanern unter Prado vereinigte. Da er aber im November 1879 dem verbündeten Heer nicht zu Hilfe kam, sondern auf dem Marsch von Tacna nach San Francisco umkehrte, so daß General Buendia von den Chilenen geschlagen wurde, empörte sich das Heer in Tacna gegen ihn, und D. mußte Ende 1879 in das Ausland flüchten.

Däzel, Georg, Forstmann, geb. 5. Febr. 1752 zu Furth in der Oberpfalz, wurde nach beendeten Universitätsstudien Lehrer der Philosophie und Mathematik an der kurfürstlichen Pagerie in München, 1790 Lehrer der Forstwissenschaft an der Forstschule daselbst, 1803 Direktor der Forstschule in Weihenstephan, 1807 Professor der Forstwissenschaft in Landshut, später wieder in München und starb 5. April 1847 in Regensburg. Er schrieb: "Praktische Anleitung zur Taxierung der Wälder" (Münch. 1786; 2. Aufl. unter dem Titel: "Praktische Anleitung zur Forstwissenschaft, Vermessung, Taxierung etc. der Wälder", 1788; später als "Lehrbuch der praktischen Forstwissenschaft", das. 1802, 2 Bde., erschienen); "Über Forsttaxierung und Ausmittelung des jährlichen nachhaltigen Ertrags" (das. 1793); "Über die zweckmäßigste Methode, große Waldungen zu messen" (das. 1799; 2. Aufl. von Neubauer, 1819); "Tafeln für Forstmänner zur Bestimmung des Inhalts der Walzen etc." (6. Aufl., das. 1860).

Dazio grande ("großer Zoll"), eine wilde, vom obern Tessin durchbrauste, von der Gotthardbahn durchschnittene Felsschlucht im schweizer. Kanton Tessin, 948 m ü. M., vereinigt mit den schauerlichen Felsbildungen der Via mala das liebliche Bild eines grünen Bergstroms und der Alpenflora. Sie trennt Livinen in Ober- und Unter-Livinen. Hier erhoben (vor 1798) die Urner als Herren des Thals einen großen Zoll, den sie angeblich von der Familie Varesi erwarben.

Dcsne., Dne., Dce., bei botan. Namen Abkürzung für J. ^[Joseph] Decaisne (s. d.).

ddt. (dt.), Abkürzung für dedit, er hat gegeben.

D dur (ital. Re maggiore, franz. Ré majeur, engl. D major), s. v. w. D mit großer (harter) Terz. Der D dur-Akkord = d fis a. Über die D dur-Tonart, 2 # vorgezeichnet, s. Tonart.

, le Maître au (spr. mät'r oh, "der Meister mit dem Würfel"), französische, unter den Kupferstich-^[folgende Seite]