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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Decke

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Decke.

so schaltet man eiserne Träger von der I-Form ein. Das Trägerwellblech kann hierbei auf die untere oder obere Flantsche der Hauptträger verlegt werden. Erstere Art der Verlegung zeigt Fig. 12 c, worin a den Hauptträger, b das Trägerwellblech, c das Füllmaterial, d das Fußbodenunterlager und e den Fußboden darstellt. Der Stoß, d. h. die Stelle, an welcher zwei benachbarte Bleche zusammentreffen und mit einer Endwelle übereinander fassen, muß stets, sobald das Füllmaterial aus trocknem Sand, Schutt oder Asche besteht, vorher mit Estrich, Asphalt oder Zement gedichtet werden. Auch Belageisen wendet man statt der I-Träger an (Fig. 13), zwischen welche man Ziegel legt und den darüber befindlichen Raum mit trocknem Sand ausfüllt, der die eichenen Lagerhölzer für die Fußbodendielen aufzunehmen hat. Man kann auch den halben Windelboden auf gewalzte Träger legen (Fig. 14), indem man Stückhölzer (Stakhölzer) auf die untern Flantschen der I-Träger legt, mit Strohlehm überzieht und mit trocknem Sand verfüllt, der die Lagerhölzer mit den Fußbodendielen aufnimmt. Als eine Kombination eiserner und steinerner Decken ist endlich die in Fig. 15 dargestellte Anordnung zu betrachten, der zufolge schmale, aus massiven oder (wenn die Decke möglichst leicht sein soll) aus hohlen Backsteinen bestehende Gewölbe zwischen die I-Träger gespannt werden. Obwohl die steinernen und eisernen Decken mehr oder minder feuersicher sind, so werden doch, besonders in Wohnräumen, bis jetzt vorzugsweise die hölzernen Decken angewandt, unter welchen folgende Arten speziell hervorzuheben sind. Die Dobbel- oder Döbeldecken (Fig. 16) bestehen aus dicht aneinander gelegten, durch Döbel untereinander verbundenen oder aus etwas auseinander gelegten Balken, zwischen welche die Döbelhölzer in Falze dicht nebeneinander gelegt u. oben mit Schutt oder Sand bis zur Balkenoberkante ausgefüllt, die Balken selbst unten mit Lättchen beschlagen oder gerohrt und dann geputzt werden. Beide Deckenarten werden nur in holzreichen Gegenden angewandt. Bei den ökonomischern Decken werden die Balken weiter auseinander gelegt und entweder, wie bei den Hohldecken, nur mit Querbrettern benagelt, oder, wie bei den Lehmdecken (Fig. 17), in der halben Höhe ihrer Seiten mit Nuten versehen, in welche entweder Brettstücke, Stück- oder Stakhölzer d möglichst dicht aneinander quer quer eingeschoben und entweder zuvor mit Lehmstroh umwickelt, oder später mit Lehm e überfüllt werden. Hierauf kommt eine Schicht Sand f, während auf die Balken zur Ausgleichung Polsterhölzer h und auf diese die Fußbodendielen g genagelt werden. Unter den Balken a bei c wird gerohrt und geputzt (halbe Windelböden). Bei den Balkendecken werden die Zwischenräume der Balken durch abgehobelte und gegliederte Brettstücke, welche auf seitlich angenagelten, gleichfalls profilierten Leisten ruhen, ausgefüllt und die nach unten hervorstehenden Balken ebenfalls mit Gliederungen versehen. Bei den Brettdecken sind gehobelte Bretter unter die Balken und Latten mit gegliederten Kanten über die Fugen genagelt (geschalte Decken). Die Lattendecken bestehen aus 2-3 cm dicken, nach oben etwas abgeschrägten Latten, welche mit 2-3 cm Zwischenraum an die untere Seite der Balken genagelt, mit Haarkalk oder Strohmörtel ausgefüllt und dann mit Gipsmörtel überzogen sind. Bei den ausgemauerten Decken werden die Zwischenräume der Balken ganz flach mit gebrannten Steinen ausgewölbt, weshalb man die Balken zum bessern Anschluß der Steine nach oben etwas schräg behaut. Die Bogendecken werden aus Brettern oder Bohlen konstruiert, mit Latten verschlagen und geputzt. Feuerfeste Decken werden aus Eisen und Stein hergestellt, indem man ein System von Unterzügen oder Trägern konstruiert und die Zwischenräume entweder durch Gewölbe schließt (Fig. 15), oder mit Steinplatten überdeckt. Die Ziegelfußböden bestehen aus zwei übereinander verplatteten Ziegellagen mit versetzten Stoßfugen, sind 7½ bis 10 cm stark und kehren die glatten Flächen nach außen. Behufs Herstellung von Decken aus Gußmörtel wird in dem zu überdeckenden Raum ein der Deckenform entsprechendes, dicht verschaltes Gerüst aufgestellt, auf welches dann der schnell erhärtende Zement- oder Traßmörtel aufgetragen wird; nach vollständigem Erhärten wird das Gerüst mit Vorsicht hinweggenommen. Häufig bringt man Gesimse (s. Gesims) entweder an der D. selbst oder unmittelbar unter derselben an den Wänden so an, daß sie

^[Abb.: Fig. 12 c. Decke mit Trägerwellblech. Fig. 13. Decke mit Brettern über Belageisen. Fig. 14. Decke mit gewalzten Trägern und halbem Windelboden. Fig. 15. Decke mit gewalzten Trägern und Gewölben aus hohlen Back- oder Tuffsteinen. Fig. 16. Dobbel- oder Döbeldecke. Fig. 17. Lehmdecke.]