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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dennewitz; Dennis; Denobilitieren; Denominandi jus; Denomination

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Dennewitz - Denomination.

rie Anne, ein Weib aus dem Volk", eins der wirksamsten Volksschauspiele der Epoche), "L'Angelus" (1846), "Les oiseaux de proie" (1854), "L'histoire d'un drapeau" (1860), "La prise de Pékin" (1861), "Les deux orphelines" (1873) etc.; die Lustspiele und Vaudevilles: "Le changement d'uniforme" (1836), "La dette à la bamboche" (1841), "Paris voleur" (1844), "Le mari anonyme" (1847), "Les mémoires de Richelieu" (1853) etc. und die Feerien: "Les 500 diables" (1854), "Aladdin, ou la lampe merveilleuse" (1863), "La comtesse de Lerins" (1876), "Le tribut de Zamora" (Text zu der Gounodschen Oper, 1881) u. a. Zu seinen gewöhnlichen Mitarbeitern gehörten: Alexandre Dumas, Brésil, Anicet-Bourgeois, Cormon, Grangé, Plouvier, Paul Foucher, Clairville, Hector Crémieux, Jules Verne u. a. Das jetzt sehr besuchte Seebad Cabourg in der Normandie ist eine Schöpfung Dennerys.

Dennewitz, Dorf in der preuß. Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Jüterbog-Luckenwalde, mit 320 Einw., bekannt durch die Schlacht am 6. Sept. 1813. Napoleons I. Lieblingsprojekt, die Wegnahme Berlins, war durch Oudinots Niederlage bei Großbeeren (s. d.) 23. Aug. vorerst mißlungen, aber noch nicht aufgegeben worden; vielmehr sollte Ney einen neuen Versuch auf die preußische Königsstadt wagen und deren Besitz erkämpfen. Die französische Armee hatte sich nach Wittenberg zurückgezogen, und von hier brach Ney 4. Sept. in der Richtung nach D. und Jüterbog auf. Er hatte die Korps Bertrand, Reynier und Oudinot, das 4., 7. und 12., über 70,000 Mann, bei sich. Schon bei Zahna stieß 5. Sept. das Korps Oudinot auf die Vorhut des Generals Tauenzien unter General Dobschütz und warf sie trotz tapfern Widerstandes zurück. Dieselbe vereinigte sich mit dem Korps Tauenzien, das nun unter fortwährenden Gefechten gegen Jüterbog zurückwich. Auf die Nachricht hiervon brach Bülow auf, um am Morgen des 6. die Franzosen in der linken Flanke zu fassen. Er meldete seinen Entschluß dem Oberbefehlshaber der Nordarmee, dem schwedischen Kronprinzen Bernadotte; dieser befahl zwar nicht, wie bei Großbeeren, den Rückzug, sondern gab die Erlaubnis zum Angriff, behielt aber doch die Brigade Borstell zurück, so daß Bülow mit seinen übrigen drei Brigaden und den 10,000 Mann unter Tauenzien gegen die bedeutende Übermacht des Feindes fast den ganzen Tag standhalten mußte. Der Kampf fand auf drei verschiedenen Schlachtfeldern statt: zwischen Jüterbog und D. schlug sich Tauenzien mit Bertrand, zwischen D. und Niedergörsdorf ein Teil des Bülowschen Korps mit der Division Durutte von Reynier, südlich davon beim Dorf Gölsdorf die andern Teile des Bülowschen Korps mit den sächsischen Divisionen Sahr und Lecoq. Tauenzien, im Begriff, rechts abzumarschieren, um sich mit Bülow zu vereinigen, stieß auf das Korps Bertrand und begann gegen 9 Uhr die Schlacht gegen einen fast doppelt so starken Feind. Er hielt vier Stunden lang aus, und als seine Truppen ermatteten und Bülows Hilfe schon nahe war, ließ er seine Reiterei gegen den Feind anstürmen und drängte ihn gegen Rohrbeck zurück. Am Nachmittag griff Bülow in den Kampf ein, indem seine Brigade Thümen bei Görsdorf den Feind angriff. Dieselbe hatte einen harten Stand, mußte ihre letzten Reserven in den Kampf führen, und erst gegen 4 Uhr gelang es, das Dorf D. zu nehmen und die Franzosen über den sumpfigen Bach Aa zurückzuwerfen. Um das Dorf Gölsdorf und den Windmühlenberg, wo eine französische Batterie stand, kämpften stundenlang die Brigaden Krafft und Hessen-Homburg gegen die Sachsen unter Reynier, nahmen endlich Dorf und Anhöhe, mußten aber, als das frische Korps Oudinot den Sachsen zu Hilfe kam und nun 40 Bataillone gegen 15 standen, nach verzweifeltem Kampf das Dorf räumen und schienen der Übermacht erliegen zu müssen. Da kam noch zur rechten Stunde, gegen 4 Uhr, auf Bülows dringendes Gesuch, Borstell mit seiner Brigade an trotz Bernadottes Gegenbefehl. Aufs neue wurde gestürmt, die Franzosen aus dem Dorf hinausgedrängt; aber sie kamen mit verstärkten Kräften und nahmen es wieder. Der Kampf wogte unentschieden hin und her, die Franzosen hatten hier noch die Überzahl. Da beging Ney, der den Überblick über das Ganze verloren hatte, den Fehler, das ganze Oudinotsche Korps von Gölsdorf nach Rohrbeck abzurufen, wo eben Tauenzien und die Brigade Thümen das Korps Bertrand aufs äußerste bedrängten. Als Oudinot ankam, war dieses Korps und die Division Durutte bereits in wilder Flucht, in welche auch die Truppen Oudinots mit fortgerissen wurden, während die Preußen ihren Angriff auf Gölsdorf erneuerten, die Sachsen nach tapferer Gegenwehr hinauswarfen und zum Rückzug zwangen. Nur wenige schwedische und russische Truppenteile hatten sich am Kampf beteiligt. Bernadotte blieb bei Eckmannsdorf stehen; nicht einmal die noch frische schwedische Reiterei schickte er zur Verfolgung ab, so daß, da die Preußen vom neunstündigen Kampf erschöpft waren, der Feind vor völliger Vernichtung bewahrt wurde. Auch in den folgenden Tagen hinderte Bernadotte jede kräftige Ausnutzung dieses Siegs. Die Verluste der Preußen, welche 50,000 gegen 70,000 standen, betrugen an Toten und Verwundeten 9000 Mann; aber sie nahmen 15,000 Franzosen gefangen und erbeuteten 80 Kanonen und über 400 Munitions- und andre Wagen. In völliger Auflösung kam die Armee Neys in Wittenberg an; die Schuld an der Niederlage schoben die Franzosen den Sachsen zu. General Bülow wurde später in den Grafenstand erhoben und erhielt den Ehrennamen Bülow von D. Auf der Walstatt steht ein eisernes Monument zur Erinnerung an jene denkwürdige Waffenthat.

Dennewitz, Graf Bülow von, s. Bülow 1).

Dennis, John, engl. Dramatiker und Kritiker, geb. 1657 zu London, vollendete seine Bildung in Cambridge und auf Reisen, worauf er sich der Litteratur, besonders der dramatischen, widmete, wenn auch ohne besondern Erfolg. Als unverträglicher Kritiker, welcher Addisons "Cato" und Popes "Lockenraub" getadelt, erwarb er sich einen Platz in des letztern "Dunciade" und ward außerdem der Gegenstand einer sarkastischen Abhandlung, welche Pope gemeinsam mit Swift herausgab. Seinen herabgekommenen Vermögensverhältnissen half der Herzog von Marlborough durch eine Stelle auf; in seinen alten Tagen erhielt D. auch von der Direktion des Haymarket-Theaters ein Benefiz, für das sein früherer Gegner Pope großmütig den Prolog schrieb. D. starb 6. Jan. 1734. Seine Stücke erschienen gesammelt London 1697-1720, seine "Select works" daselbst 1718, 2 Bde.

Denobilitieren (neulat.), entadeln, des Adels entkleiden; Denobilitation, Entziehung des Adels. Die Bestimmung, wonach bei gemeinen Verbrechen Verlust des Adels eintritt, ging in das deutsche Strafgesetzbuch nicht über.

Denominandi jus (lat.), s. v. w. Präsentationsrecht bei Besetzung von Ämtern.

Denomination (lat.), Benennung, Ernennung, Namhaftmachung; auch die uneigentliche Benennung