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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: De tempŏre; Detachierapparate; Detachieren; Detail; Detaille; Detektive; Detention; Deteriorieren; Determinánten

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Detachierapparate - Determinanten.

wie es irgend der Zweck erlaubt, um nicht die Hauptkräfte unnötig zu schwächen. Interessant ist "Die Unternehmung des Detachements von Boltenstern im Loirthal" ("Kriegsgeschichtliche Einzelschriften", Heft 1, Berl. 1883). Detachementsübungen, s. Manöver.

Detachierapparate, Vorrichtungen, welche ermöglichen, das zu Wasser gelassene Boot sehr schnell aus der Verbindung mit dem Schiff (hergestellt durch die Bootstaljen) zu befreien, um das Zerschlagen des Boots an der Schiffsseite zu verhindern. Von guten derartigen Apparaten muß verlangt werden: Einfachheit der Konstruktion, Bedienung des Detachierapparats durch eine einzige Person, damit beide Bootsenden gleichzeitig (vor allem nicht der Bug früher als das Hinterende) von der Verbindung befreit werden. Ob diese einheitliche Aktion vom Borde des Schiffs aus oder im Boot selbst ausgeübt wird, ist dabei nebensächlich. Das Zuwasserbringen des Boots muß auf ebenem Kiel geschehen und bei automatisch wirkenden Apparaten die Detachierung erst eintreten, wenn das ganze Bootsgewicht vom Wasser aufgenommen ist. Ein einseitiges Detachieren durch Hebung des einen Bootsendes infolge einer unterlaufenden See muß ausgeschlossen sein. Wenn irgend angängig, muß die Wiederherstellung der Verbindung des rückkehrenden Boots mit den Bootstaljen, d. h. mit dem Schiff, in gleicher Schnelligkeit und Zuverlässigkeit sich vollziehen. Über den Wert derartiger, nach vielen Systemen existierender Einrichtungen ist das Urteil des praktischen Seemanns sehr geteilt; die Zahl derjenigen, welche jeden besondern Detachierapparat verwerfen und auf Rückkehr zu den ältern Einrichtungen dringen, wobei nur der Heißstropp den Haken, die Bootstalje das korrespondierende Auge oder die Kausche aufnimmt, statt umgekehrt, ist keineswegs klein.

Detachieren (franz., spr. -schie-), von einem Ganzen einzelne Teile entsenden. Detachierte oder vorgeschobene Forts, s. Festung.

Detail (franz., spr. -táj), die einzelnen Teile eines größern Ganzen, Einzelheiten, das Einzelne; en détail, in der Kaufmannssprache der dem Handel en gros entgegengesetzte Kleinhandel (Detailhandel), daher Detaillist oder Detailleur, ein Klein- oder Ausschnitthändler; detaillieren, etwas en détail behandeln, es ins einzelne eingehend, genau, umständlich erörtern oder ausführen. - In der Kunstsprache bezeichnet man mit D. einzelne Partien oder Teile eines Ganzen, im Gegensatz zum Ensemble, der Gesamtwirkung. Die stärkere oder geringere Betonung, die mehr oder minder eingehende Behandlung des D. ist eng mit dem Überwiegen der idealistischen oder realistischen Kunstrichtung verwachsen. Während die idealistische das D. meist als nebensächlich betrachtet, legt die realistische einen großen Wert darauf. Schon in der Kunst des ägyptischen und griechischen Altertums gehen beide Strömungen in einzelnen Perioden nebeneinander her. In der griechischen Plastik bevorzugte besonders die rhodisch-pergamenische Schule die Ausbildung des D., in der spätern Kunst die pompejanische Wandmalerei (Stillleben) und die römische Porträt- und Geschichtsbildnerei. Mit der Wiedererwachung des Naturgefühls durch die niederländische Schule der van Eycks trat dann die sorgfältige Behandlung des D. wieder in den Vordergrund, und daraus entwickelte sich allmählich die Stillleben-, Blumen- und Früchtemalerei. In der modernen Malerei hat die Ausbildung des D. wieder eine große Bedeutung gewonnen, welche von einer Gruppe von Künstlern (Malern und Bildhauern) bis zur miniaturartigen Feinheit und photographischen Treue getrieben wird. Detailzeichnung, geometrische Zeichnung im großen Maßstab von solchen einzelnen Baugegenständen, die in dem kleinen Maßstab des Baurisses nicht deutlich genug angegeben werden konnten; auch s. v. w. Situationszeichnung.

Detaille (spr. -táj), Edouard, franz. Maler, geb. 5. Okt. 1848 zu Paris, trat mit 17 Jahren in das Atelier Meissoniers und stellte schon 1867 sein erstes Bild, das Atelier seines Meisters, im Salon aus. Bei seiner Vorliebe für Soldaten und Pferde widmete er sich aber besonders dem militärischen Genre und hatte bereits sowohl auf diesem Gebiet (Kürassiere ihre Pferde beschlagend, die Rast der Trommler) als mit eleganten, geistreich und lebendig gezeichneten Kostümbildern aus der Revolutionszeit (Eckplatz eines Cafés, die Incroyables) schöne Erfolge erzielt, als der Krieg von 1870 ausbrach, welchen er anfangs als Mobilgardist mitmachte. Seine Kunst war fortan der Verherrlichung der Tapferkeit und des Edelmuts seiner Landsleute gewidmet, und da er glückliche Wahl der Motive mit großer Lebendigkeit der Darstellung und höchster Virtuosität der Zeichnung zu verbinden wußte, errangen seine Kriegsbilder eine ausgedehnte Popularität, welche durch den Chauvinismus des Malers noch gehoben wurde. Seine Hauptwerke sind: die Sieger (1872), plündernde Preußen vor Paris, die Kürassiere von Maursbronn (1874), das Regiment auf dem Boulevard (1875), die Rekognoszierung (1876), Gruß den Verwundeten (1877), die Verteilung der Fahnen an die Armee (1881, in großem Maßstab und deshalb die Kraft des Kleinmalers D. überschreitend) und das Panorama der Schlacht von Champigny (1882, im Verein mit A. de Neuville). D. ist auch ein ausgezeichneter Aquarellmaler und veröffentlichte das Prachtwerk "L'armée française" (mit Text von Richard, 1885). Er ist Offizier des Ordens der Ehrenlegion.

Detektive (engl., spr. ditécktĭw), in England und Amerika ein Mitglied der Entdeckungs- oder geheimen Polizei, daher man auch in Deutschland einen Geheimpolizisten einen D. nennt.

De tempŏre (lat.), zur rechten Zeit, rechtzeitig.

Detention (lat., Detinierung), das Innehaben eines Besitztums, s. Besitz; dann Gefangenhaltung, vorläufige Festnahme, Haft (s. d.). Detentor, einer, der etwas vorenthält, ein Besitztum innehat.

Deteriorieren (lat.), verschlechtern, verderben.

Determinánten (lat.), in der Mathematik gewisse Zahlenverbindungen, auf welche man bei Berechnung der Unbekannten aus einem System linearer Gleichungen kommt. Berechnet man auf gewöhnliche Weise x und y aus den zwei Gleichungen

a1x + b1y = k1 ^[a_{1}x + b_{1}y = k_{1}]

a2x + b2y = k2 ^[a_{2}x + b_{2}y = k_{2}],

in denen a, b und k bekannte Größen sind und die ihnen unten angehängten Ziffern (Indices) die Nummer der Gleichung bezeichnen, so erhält man

x = (k1b2 - k2b1) / (a1b2 - a2b1) ^[x = (k_{1}b_{2} - k_{2}b_{1}) / (a_{1}b_{2} - a_{2}b_{1})]

y = (a1k2 - a2k1) / (a1b2 - a2b1) ^[y = (a_{1}k_{2} - a_{2}k_{1}) / (a_{1}b_{2} - a_{2}b_{1})]

Der gemeinschaftliche Nenner der beiden Formeln, a_{1}b_{2} - a_{2}b_{1}, heißt nun die Determinante der Größen ^[img] und wird mit ^[img] bezeichnet. Man sieht ferner, daß der Zähler von x aus dem Nenner erhalten wird, wenn man k an die Stelle von a setzt, und ebenso wird der Zähler von y aus dem Nenner er-^[folgende Seite]