Schnellsuche:

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dië hodĭerno; Dieffenbachia; Diëgēsis; Diēgo Garcia; Diego Rodriguez; Diekirch; Diel; Diele; Dielenkopf; Dielmann

952

Dieffenbachia - Dielmann.

Neuseeland, um dessen Kolonisierung er sich große Verdienste erwarb. Die Veröffentlichung der Resultate seiner Forschungen über Geognosie, Geographie, Naturgeschichte und Ethnographie in "New-Zealand and its native population" (Lond. 1841) und "Travels in New-Zealand" (das. 1843, 2 Bde.) trug ihm nach seiner Rückkehr 1850 eine außerordentliche Professur für Geologie zu Gießen ein, wo er 1. Okt. 1855 starb. Er lieferte auch eine deutsche Bearbeitung von De la Bèches "Vorschule der Geologie" (Braunschw. 1853) und Darwins "Naturwissenschaftlichen Reisen" (das. 1844, 2 Bde.).

3) Christian, Theolog und Liederdichter, geb. 4. Dez. 1822 zu Schlitz in Hessen, studierte 1840-44 in Gießen und Friedberg und wirkt seit 1855 als Geistlicher (seit 1873 Oberpfarrer) in seiner Vaterstadt. Sein poetisches Gemütsleben hat besonders anmutigen Ausdruck in seinen Kinderliedern und Gedichten erhalten, von denen viele weit bekannt und beliebt sind. Sie erschienen unter den Titeln: "Kinderlieder" (Mainz 1852, 2. Aufl. 1870) und "Fünfzig Kinderlieder" mit Melodien von Kern (3. Aufl., das. 1877); "Gedichte" (das. 1857; neue Ausg.: "Lied und Leben", Wolfenb. 1879); "In der deutschen Frühlingszeit", Kriegs- und Siegeslieder (Hannov. 1871); "Aus dem Kinderleben", mit Bildern von Richter (Gotha 1879-81, 2 Sammlungen), etc. Von seinen theologischen und erbaulichen Schriften sind die "Evangelische Hausagende" (4. Aufl., Mainz 1878), "Ein Hochzeitsstrauß, aus Gottes Garten und von den Wiesen der Welt gesammelt" (4. Aufl., Gotha 1883) und die "Bibelandachten" (das. 1876-84, 4 Bde.) hervorzuheben.

4) Anton, Maler, geb. 1831 zu Wiesbaden, kam in früher Jugend nach Straßburg und widmete sich anfangs hier und später in Paris unter Pradier der Bildhauerkunst. Nach des letztern Tod (1852) verlebte er wieder drei Jahre in seiner Vaterstadt und beschloß, zur Malerei überzugehen. Zu diesem Zweck ging er nach Düsseldorf und widmete sich unter Jordans Leitung den Darstellungen aus dem bäuerlichen Leben. Von 1858 bis 1863 lebte er wieder in Wiesbaden, dann bildete er sich in Paris und ließ sich 1871 in Berlin nieder. Seine Motive sind wohldurchdacht, seine Bilder trefflich komponiert und von kräftigem Kolorit. Zu den bedeutenden gehören: das Jägerlatein, die beiden durch den Stich der Brüder Varin bekannten Bilder: der Tag vor der Hochzeit (im Besitz des Königs von Württemberg) und der Christbaum, der verfehlte Fuchs, eine Schlittenpartie, das Leinwand bleichende Mädchen, der Besuch bei der Amme, der erste Ausgang, Brüderchen hier lassen!

Dieffenbachia Schott, Gattung aus der Familie der Araceen, krautartige Gewächse mit 1-2,5 m langem, liegendem oder aufgerichtetem Stengel, großen, oblongen, einfach grünen oder weiß und gelb gefleckten Blättern und einer grünen oder gelben Blütenscheide, welche bis zur Fruchtreife frisch bleibt. Mehrere Arten, besonders D. Seguine Schott, in Westindien, und deren Abart D. Seguine picta (s. Tafel "Blattpflanzen I"), D. Baraquiniana Versch., aus Brasilien, mit weißen Blattstielen und Mittelrippen und weiß gefleckten Blättern, u. a., werden bei uns in Warmhäusern und als Zimmerpflanzen kultiviert. Die erstgenannte Pflanze ist ungemein scharf, und der Saft ihrer Knolle bewirkt unter furchtbaren Schmerzen eine solche Schwellung der innern Mundteile, daß man auf mehrere Tage die Sprache verliert. Daher heißt die Pflanze in ihrer Heimat Dumb-Cane.

Diëgēsis (griech.), in der Rhetorik die Erzählung eines Hergangs von Anfang bis zum Ende; daher diëgetisch, erzählend, entwickelnd.

Diēgo Garcia, Insel, s. Chagosarchipel.

Diego Rodriguez, Insel, s. Rodriguez.

Dië hodĭerno (lat.), am heutigen Tag.

Diekirch, Hauptort eines Distrikts im Großherzogtum Luxemburg, an der Sauer (Sure) und einem Zweig der Eisenbahn Luxemburg-Spaa, mit Progymnasium, einem Tribunal, Zuckerfabrikation, Bierbrauerei, Tuch- u. Lederhandel und (1880) 3254 Einw.

Diel, August Friedrich Adrian, Pomolog, geb. 4. Febr. 1756 zu Gladenbach, studierte in Gießen und Straßburg Medizin, ward 1782 Physikus zu Gladenbach, 1790 in Dietz und war dann bis 1830 Brunnenarzt in Ems. Er starb 21. April 1839. D. war einer der verdientesten Pomologen Deutschlands, und seine Schriften sind noch jetzt von hoher Bedeutung. Als die wichtigsten sind zu nennen: "Versuch einer systematischen Beschreibung aller Obstsorten in Deutschland" (Frankf. a. M. 1799-1821, 26 Hefte), wozu die "Systematische Beschreibung der in Deutschland vorhandenen Kernobstsorten" (Stuttg. 1821-32, 6 Bdchn.) eine Fortsetzung bildet, und "Systematisches Verzeichnis der vorzüglichsten in Deutschland vorhandenen Obstsorten" (Frankf. 1818; 1. und 2. Fortsetzung, Leipz. 1829-33).

Diele, s. v. w. Brett, besonders ein zum Belegen von Fußböden dienendes Brett. In weiterm Sinn auch ein mit Brettern bedeckter (gedielter) Fußboden, in Norddeutschland s. v. w. Flur, Hausflur, Tenne.

Dielenkopf (Mutulus), plattenförmige Verzierung an der Unterfläche der steinernen Hängeplatte der dorischen Säulenordnung, welche dem hervorragenden Ende (Kopf) einer Diele gleicht, an welche zuweilen kleine, hängende Cylinder, sogen. Tropfen, gemeißelt sind, die von manchen für Symbole des vom Dach herabträufelnden Regens gehalten werden (s. Abbildung).

^[Abb.: Dielenkopf.]

Dielmann, 1) Jakob Fürchtegott, Maler, geb. 1809 zu Sachsenhausen, war Schüler Prestels und des Lithographen Vogel und besuchte dann die Düsseldorfer Akademie. In anregendem Umgang mit Lessing, Achenbach, Bendemann, Becker, Pose u. a. machte er sich rasch einen Namen in der damals aufkeimenden Genremalerei. Er blieb bis 1842 in Düsseldorf und kehrte dann nach Frankfurt a. M. zurück. Er schuf in der Art Jakob Beckers eine Reihe von Darstellungen aus dem Volks- und Naturleben, welche sich in zahllosen Kopien verbreiteten und den Künstler rasch populär machten. Dahin ist vor allem seine hessische Dorfschmiede zu zählen, ferner: die Großmutter und ihre Enkel, der Pfarrherr mit den Kindern, der Dorfbarbier, das Kirchweihfest, die Prozession, die Kinder vor der Kirchthür, das Bauernmädchen unter der Thür u. a. Seine Motive entnahm er vorzugsweise aus dem durch malerische Trachten berühmten Schwalbengrund. Er malte auch Landschaften und Architekturstücke und leistete Hervorragendes im Aquarell. Er starb 30. Mai 1885.

2) Johann, Bildhauer, geb. 1819 zu Frankfurt a. M., wurde in München Schüler Schwanthalers und beschäftigte sich meist mit dekorativen Arbeiten. Sein Hauptwerk ist die Bronzestatue Schillers für Frankfurt a. M. (1864).