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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dufour; Dufourspitze; Dufrenīt; Dufrenoy; Dufresne; Dufresny; Duft; Dug.; Dugat

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Dufour - Dugat.

und Mitglied des Kabinetts und, nachdem er 1871 zum Earl erhoben worden, 1872 Generalgouverneur von Kanada, welches Amt er 1878 niederlegte. Obwohl Liberaler, ward er im Februar 1879 von der konservativen Regierung zum Botschafter in Petersburg ernannt, welchen Posten er im Juni 1881 mit dem eines Botschafters in Konstantinopel vertauschte. Nachdem er 1882 vergeblich eine Reorganisation der ägyptischen Verfassung und Verwaltung versucht hatte, ward er 1884 zum Vizekönig von Indien ernannt. Er schrieb ferner die satirische Schrift "The Honourable Impulsia Gushington" und "Irish emigration and the tenure of land in Ireland" (1867); "Contributions to an inquiry into the state of Ireland" (1866) u. a. Seine "Speeches and addresses" erschienen gesammelt 1882.

Dufour (spr. düfuhr), 1) Jean Marie Léon, Zoolog, geb. 1782 zu St.-Sever im Departement Landes, lebte daselbst als Arzt und starb 18. April 1865. Er lieferte zahlreiche Untersuchungen über Spinnen und Insekten, über deren Metamorphose und über die parasitischen Gregarinen und schrieb: "Recherches sur les hémiptères" (1833).

2) Guillaume Henri, schweizer. General, geb. 15. Sept. 1787 zu Konstanz, studierte in Genf, dem Heimatsort seiner Eltern, Chirurgie, betrat aber sodann die militärische Laufbahn und erhielt seine Bildung in der polytechnischen Schule zu Paris. Er war einige Zeit in Korfu als Genieoffizier beim Festungsbau beschäftigt, kehrte 1814 nach Frankreich zurück und leitete im Auftrag der Regierung der Hundert Tage einen Teil der Befestigungsarbeiten von Lyon. Nach dem Sturz Napoleons nach Genf zurückgekehrt, diente er seinem Heimatskanton als Kommandant des Geniekorps, Zivilingenieur und Professor der Mathematik sowie der Eidgenossenschaft als Oberinstruktor des Genies und des Generalstabs in der auf seine Veranlassung gegründeten eidgenössischen Militärschule zu Thun, an der auch Napoleon III. unter ihm seine Studien machte, und erwarb sich durch seine Werke: "De la fortification permanente" (Genf u. Par. 1824, 2. Aufl. 1854), "Géométrie perspective avec des applications à la recherche des ombres" (das. 1857), "Mémorial pour les travaux de guerre" (das. 1820, 3. Aufl. 1854), "Instruction sur le dessin des reconnaissances militaires", "Cours de tactique" (Genf 1840, 2. Aufl. 1851; deutsch von Tscharner, Zürich 1842) u. a. auch als Schriftsteller einen Namen. Im J. 1827 wurde er eidgenössischer Oberst, 1831 Chef des Generalstabs und 1833 mit der Aufnahme der großen topographischen Karte der Schweiz betraut, die, 1865 vollendet, seinen Namen trägt und durch Einführung der schiefen Beleuchtung in den Gebirgspartien ein in der Kartographie epochemachendes Werk geworden ist. Im gleichen Jahr 1833 leitete er die militärische Besetzung Basels. Fast beständig Mitglied des genferischen Repräsentativkörpers, war er eifrig bemüht, in den leidenschaftlichen Parteikämpfen der Stadt Gesetzesverletzungen und Blutvergießen zu verhindern. Am 21. Okt. 1847 ernannte ihn die Tagsatzung zum Obergeneral des eidgenössischen Heers gegen die Sonderbundskantone und belohnte ihn für die treffliche Führung des Feldzugs mit einem Ehrensäbel und einer Dotation von 40,000 Frank. Mehrere ihm vom Ausland angetragene Befehlshaberstellen lehnte er ab, übernahm dagegen im August 1848 das Oberkommando über die eidgenössischen Truppen, welche am Rhein die Verletzung des schweizerischen Gebiets durch die badischen Insurgenten verhindern sollten. Beim Ausbruch des Neuenburger Konflikts mit Preußen würde D. Ende 1856 vom Bundesrat nach Paris gesandt und trug zweifellos zur friedlichen Beilegung des Zwistes bei, wenn auch der Bundesrat zunächst die von Napoleon III. angebotene Vermittelung ausschlug und D. nach seiner Rückkunft zum Obergeneral der gegen Preußen aufgebotenen Armee ernannte. Auch in der Savoyer Frage wurde D. an Napoleon abgesandt, aber erfolglos. Im J. 1864 präsidierte er dem internationalen Kongreß, der sich in Genf versammelt hatte, um die Unverletzlichkeit der Verwundeten und des Sanitätspersonals im Krieg festzustellen. Er starb 14. Juli. 1875, nachdem er eben vom geographischen Kongreß in Paris zum Ehrenpräsidenten ernannt worden war. Nach seinem Tod erschien noch von ihm: "Campagne du Sonderbund" (Neuchât. 1875; deutsch mit Biographie von Sayous, Basel 1876). 1883 wurde ihm in Genf ein Denkmal errichtet. Vgl. Senn-Barbieux, Das Buch vom General D. (St. Gallen 1878); Ochsenbein, Der General D. (Bern 1881).

Dufourspitze (spr. düfuhr-), s. Monte Rosa.

Dufrenīt, s. Grüneisenstein.

Dufrenoy (spr. düfrenŏa), Pierre Armand, Mineralog und Geognost, geb. 5. Sept. 1792 zu Sevran im Departement Seine-et-Oise, gest. 20. März 1857 als Generalinspektor der Bergwerke und Direktor der kaiserlichen Bergwerksschule. Er schrieb: "Voyage métallurgique en Angleterre" (Par. 1837-39) mit Elie de Beaumont, Coste und Perdonnet; "Description géologique de la France" (das. 1836-38) mit Elie de Beaumont; "Explication de la carte géologique de la France" (das. 1841-48, 2 Bde.; 3. Bd. 1873) und "Traité complet de minéralogie" (das. 1844-45, 3 Bde.; 2. Aufl. 1856-59, 4 Bde.). Vgl. Elie de Beaumont.

Dufresne (spr. düfrähn), Charles, s. Du Cange.

Dufresny (spr. düfränih), Charles Rivière, franz. Dichter, geb. 1648 zu Paris, ein Großenkel der unter dem Namen la belle jardinière bekannten Bäuerin von Anet, einer Mätresse Heinrichs IV., verband mit seiner Neigung zu Theater, Musik und den schönen Künsten einen starken Hang zum Vergnügen, der ihn trotz der Ämter und Privilegien, die er vom König erhielt, aus den Verlegenheiten nicht herauskommen ließ. Als königlicher Garteninspektor hat er den englischen Geschmack eingeführt. Er starb 6. Okt. 1724. Seine Lustspiele, in der Entwickelung und Charakterzeichnung meist schwach, gehören zu den bessern Konversationsstücken der Franzosen, namentlich: "L'esprit de contradiction", "Le double veuvage", "La coquette du village", "Le mariage fait et rompu", "Le chevalier joueur" behandelt denselben Gegenstand wie der "Joueur" von Regnard. Sein "Théâtre" erschien zu Paris 1731 in 6 Bänden. Außerdem gibt es von ihm: "Poésies diverses", "Nouvelles historiques" und "Les amusements sérieux et comiques d'un Siamois" (Par. 1707, neue Ausg. 1869) in der Art der "Lettres persanes" von Montesquieu. Seine "Œuvres choisies" gab Auger heraus (Par. 1801, 2 Bde.).

Duft, der Geruch der Pflanzen; auch der zarte, staubartige, weißliche oder bläuliche Anflug auf reifem Obst; auch s. v. w. Rauchfrost.

Dug., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Antoine Dugès, geb. 1797, gest. 1838 in Montpellier als Dekan der medizinischen Schule; Spinnentiere, Milben, Frösche.

Dugat (spr. düga), Gustave, franz. Arabist, geb. 1824 zu Orange (Vaucluse), erhielt seine Bildung