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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Durlach; Durmitor; Durnovaria; Dürnstein; Duro; Durobrivä; Duroc

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Durlach - Duroc.

und am Fuß der Haardt, an der Linie Neustadt a. d. Haardt-Monsheim der Pfälzischen Eisenbahn, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, eine Lateinschule, sehenswerte Sammlungen der Polychia (des naturwissenschaftlichen Vereins der Pfalz) und eines Altertumsvereins, ein Kurhaus, Papier- (Jägerthal) und Farbenfabrikation, bedeutenden Weinbau, Rotgerbereien, Brennereien, Brauereien, Sandsteinbrüche, Salzbereitung (Saline Philippshalle), große Waldungen, Wein- u. Getreidehandel, besuchte Jahrmärkte (darunter der Michaelis- od. Wurstmarkt, seit dem 15. Jahrh.) und (1880) 6089 Einw. (davon 1029 Katholiken und 305 Juden). Von den dortigen Mineralquellen enthält der Bleichbrunnen außer Kochsalz (8,876) besonders Bromnatrium (0,019), Jodnatrium (0,002), Chlorcalcium (1,864), doppeltkohlensauren Kalk (0,275), doppeltkohlensaures Eisenoxydul (0,016), die Solquelle Kochsalz (12,201), Chlorcalcium (2,909), Chlormagnesium (0,383), Chlorlithium (0,037), doppeltkohlensauren Kalk (0,272), auch Chlorrubidium und Chlorcäsium. Beiden Quellen fehlen Schwefelsäuresalze fast ganz. Erstere wird zum Trinken, letztere (mit der lithiumreichen Mutterlauge) zum Baden benutzt; sie sind namentlich gegen skrofulöse Drüsen-, Knochen- und Gelenkleiden und Katarrh der Luftwege wirksam; im Herbst ist Gelegenheit zur Traubenkur geboten. Im S. von der Isenach in prächtiger Lage auf einem Bergkegel die Ruinen des 1030 von Konrad II. gestifteten Benediktinerklosters Limburg, etwas weiter nach W. die Ruinen der Hartenburg (1689 von den Franzosen zerstört) und der Burg Schloßeck, endlich im N. von der Isenach der Kastanienberg mit der Heidenmauer und dem Teufelsstein. - D., das alte Turincheim (Thuringeheim), befand sich im Besitz der Frankenherzöge aus dem Haus der Salier, kam im 13. Jahrh. als Lehen der Abtei Limburg an die Grafen von Leiningen, ward im 14. Jahrh. durch Emich V. Stadt und Festung, 1689 von den Franzosen verwüstet, 1700 aber wieder aufgebaut. Bis zur französischen Revolution war D. die Residenz der Grafen von Leiningen-Hartenburg, deren Schloß 1794 von den Franzosen zerstört wurde. Das Theater in demselben leitete um 1780 Iffland. Vgl. Butters, Führer durch Bad D. (Dürkh. 1868); Mehlis, D. und Umgebung das. 1884); Kaufmann, Die Solquellen zu D. (2. Aufl., das. 1884).

^[Abb.: Wappen von Dürkheim.]

Durlach, Stadt und Amtssitz im bad. Kreis Karlsruhe, 110 m ü. M., in angenehmer und fruchtbarer Gegend, links an der Pfinz, an den Linien Heidelberg-Basel und D.-Mühlacker der Badischen Staatseisenbahnen, hat eine evangelische und eine kath. Pfarrkirche, ein Schloß mit Garten (1565 vom Markgrafen Karl II. erbaut, jetzt zur Kaserne eingerichtet), ein altes Rathaus, ein Standbild Karls II. (auf dem Kasernenplatz), ein Pro- und Realgymnasium, eine Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder (Elisabethenstiftung, 1818 von der Kaiserin von Rußland gegründet) und (1880) 7474 Einw. (davon 1293 Katholiken). Die Industrie umfaßt Eisengießerei mit Maschinenfabrik, eine große Nähmaschinenfabrik (360 Arbeiter), Stärke-, Zichorienfabrik etc., eine Dampfsägemühle; bedeutend sind ferner Landwirtschaft und Gartenbau und die Fruchtmärkte. D. ist Sitz eines Amtsgerichts und hat zur Garnison ein Bataillon des 110. Regiments und eine Eskadron Dragoner Nr. 22. Der Turmberg bietet eine reizende Aussicht. - D. war ehedem Hauptstadt der Markgrafschaft Baden-D., die von 1515 bis 1771 als eigne Linie bestand. Jedenfalls reicht sein Ursprung bis in die Zeiten der Römer zurück. Als Stadt wird es zuerst 1197 erwähnt. Um 1220 überließ Kaiser Friedrich II. D. dem Markgrafen Hermann V. von Baden gegen die Hälfte von Braunschweig, und 1565 verlegte Markgraf Karl II. seine Residenz von Pforzheim nach D. Die Franzosen unter Mélac eroberten und verbrannten D. 1689, und Markgraf Friedrich Magnus (gest. 1709) strebte vergeblich, es in seinem alten Glanz wieder herzustellen. Der Wiederaufbau der Karlsburg wurde zwar begonnen; als aber 1715 die Residenz nach Karlsruhe verlegt wurde, kam D. immer mehr in Verfall. Gegenwärtig befindet es sich durch blühende Fabrikthätigkeit in erfreulichem Aufschwung. Am 25. Juni 1849 fand hier ein kleines Gefecht zwischen preußischer Landwehr und badischen Insurgenten statt. Vgl. Fecht, Geschichte der Stadt D. (Heidelb. 1869).

Durmitor (Dormitor), Gebirgsstock im nördlichen Montenegro, eine gigantische, aus nackten, weißen dolomitischen Nadeln und Pyramiden bestehende Säge von 2483 m Höhe.

Durnovaria, Stadt, s. Dorchester 1).

Dürnstein (Tyrnstein), Städtchen im Erzherzogtum Österreich unter der Enns, Bezirkshauptmannschaft Krems, in malerischer Lage an der Donau, hat ein Schloß und Villa des Fürsten Starhemberg, ein altes, ehemaliges Chorherrenstift, schöne Pfarrkirche und (1880) 579 Einw., welche Weinbau treiben. In der Nähe auf schroffem Felsen die Ruine der Burg D., auf welcher bis ins 12. Jahrh. ein eignes Dynastengeschlecht (die Tyrnsteiner) und nach ihnen die Hund von Kuenring hausten. Hier saß Richard Löwenherz nach seiner Rückkehr aus dem Morgenland bei Hadmar II. von Kuenring (1192-93) drei Monate gefangen, bis er von Herzog Leopold an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert und nach Trifels in der Pfalz gebracht wurde. D. wurde 26. März 1645 von den Schweden eingenommen und die alte Burg zerstört. Am 11. Nov. 1805 wurden auf der kleinen Ebene unterhalb D. die Franzosen unter Mortier von den vereinigten Russen und Österreichern unter Kutusow und Schmidt geschlagen.

Duro (Peso duro), s. Peso.

Durobrivä, Stadt, s. Rochester.

Duroc (spr. dürock), Michel, Herzog von Friaul, franz. Marschall, geb. 25. Okt. 1772 zu Pont à Mousson aus einer altadligen Familie, in der Artillerieschule zu Châlons gebildet, wanderte beim Ausbruch der Revolution nach Deutschland aus, kehrte aber bald wieder nach Frankreich zurück, wurde 1796 Adjutant des Generals Bonaparte bei der italienischen Armee und von diesem beim Übergang über den Isonzo im März 1797, wo er eine schwere Verwundung erlitt, zum Bataillonschef befördert. Er zeichnete sich sodann im ägyptischen Feldzug, besonders bei Salehieh und beim Sturm auf Jaffa, aus. Nach seiner Rückkehr zum Brigadechef ernannt, half er 18. Brumaire das Direktorium stürzen und wußte an den Höfen von Berlin, Petersburg, Stockholm und Kopenhagen das Interesse des Ersten Konsuls zu vertreten, wofür ihn dieser zum Divisionsgeneral und nach seiner Thronbesteigung 1804 zum Großmarschall des Palastes ernannte. D. war Napoleons intimster Vertrauter und fast stets in seiner Begleitung. Sein edler Charakter, seine Liebenswürdig-^[folgende Seite]