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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dyhrn; Dyle; Dyme; Dyn; Dynameter; Dynamide; Dynamik; Dynamiker; Dynamis; Dynamismus

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Dyhrn - Dynamismus.

und "Aus klarem Born" (Freiburg 1882); ferner: "Bilder und Skizzen aus Oberammergau etc." (Bresl. 1881); die Novellen "Aus der Gesellschaft" (das. 1880) und "Höhen und Tiefen" (Freib. 1881, 2 Bde.) u. a. Seine "Gesammelten Werke" umfassen 6 Bände (Freib. 1879-82).

Dyhrn, Konrad Adolf, Graf von, preuß. Abgeordneter, geb. 21. Nov. 1803 zu Reesewitz im Kreis Öls i. Schl. aus einem alten Geschlecht, studierte seit 1823 zu Berlin vornehmlich Philosophie, Geschichte und Litteratur und begab sich 1830 zu seiner weitern Ausbildung nach Paris. In die Heimat zurückgekehrt, übernahm er nach dem Tod seines Vaters das Majorat und wurde 1842 zum Generalsekretär, 1843 zum Vizepräsidenten des Landwirtschaftlichen Zentralvereins für Schlesien gewählt. 1843 von den Majoratsbesitzern Schlesiens in den Landtag dieser Provinz gewählt, schloß er sich hier der liberalen Partei an und ward 1846 Stellvertreter des Landtagsabgeordneten der Ritterschaft in Öls. Im Vereinigten Landtag von 1847 war er das liberalste Mitglied der Herrenkurie, sprach für Emanzipation der Juden, Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit und des Salzmonopols sowie für die Periodizität des Vereinigten Landtags und mahnte an Preußens deutsche Aufgabe. Nach den Märztagen von 1848 gehörte er im zweiten Vereinigten Landtag der konstitutionellen Partei an und wurde in Öls und Brieg zum Stellvertreter des Abgeordneten der Nationalversammlung gewählt. Als Mitglied der Ersten Kammer 1849 sowie der neuen Zweiten Kammer gehörte er der Opposition, im Erfurter Unionsparlament und in den Kammersitzungen von 1850 bis 1852 der entschiedenen Linken an. Der "dicke D." war wegen seines reinen Charakters, seiner vielseitigen Kenntnisse und seines treffenden Witzes eine sehr populäre Figur in den Parlamenten. Seit 12. Okt. 1854 erbliches Mitglied des Herrenhauses, nahm er erst 1861 seinen Sitz in demselben ein. Auch gehörte er noch dem konstituierenden Reichstag des Norddeutschen Bundes an. Er starb 2. Dez. 1869. Als Dichter trat D. 1827 auf mit der Tragödie "Konradins Tod".

Dyle (spr. deile), Fluß in Belgien, entspringt an der Südgrenze von Brabant bei Houtain le Mont, fließt durch die Provinz Antwerpen, nimmt links die Lasne, rechts die Demer (von den belgischen Hügeln) auf und vereinigt sich nach einem Laufe von 86 km, wovon 23 km schiffbar, bei Rumpst mit der Nethe, worauf sie den Namen Rupel führt. 891 an der D. Sieg Kaiser Arnulfs über die Normannen. Während der Vereinigung Belgiens mit Frankreich (1797-1814) gab es ein Departement der D. mit der Hauptstadt Brüssel.

Dyme, eine der zwölf alten Städte Achaias, deren Ruinen bei dem Gehöft Karavostasis, Missolunghi gegenüber, liegen, zeichnete sich unter den achäischen Städten durch den Besitz fruchtbaren Ackerlandes aus und war die letzte Stadt, welche den Römern Widerstand leistete. Unter der römischen Herrschaft verfiel D. Allmählich, und vergebens suchte es Pompejus durch Ansiedelung besiegter Seeräuber zu heben.

Dyn (griech.), die Kraft, welche einem Gramm in 1 Sekunde die Geschwindigkeit von 1 cm erteilt. Da nun die Acceleration der Schwere etwa 980 cm beträgt und mithin ein frei fallendes Gramm in 1 Sekunde eine Geschwindigkeit von 980 cm erreicht, so übt das im Fallen gehinderte Gramm auf seine Unterlage einen Druck von 980 D. aus. Diese Größe ändert sich bekanntlich mit der Breite und der Erhebung über den Meeresspiegel. Vgl. Elektrische Maßeinheiten.

Dynameter (fälschlich statt Dynamometer, optisches, "Kraftmesser"), ein Instrument zur Messung der Vergrößerung eines Fernrohrokulars. Letztere findet man nach einem 1779 von Ramsden angegebenen Verfahren, wenn man das Fernrohr auf einen entfernten Gegenstand scharf einstellt und ein durchsichtiges Blättchen (ein Stück geöltes Papier od. dgl.) vor das Okular hält, so daß auf diesem die Öffnung des Fernrohrs sich als ein scharf begrenzter Kreis abbildet; der Durchmesser des Objektivs, dividiert durch den dieses Kreises, ist dann die Vergrößerung. Behufs genauer Messung empfahl Ramsden ein D., bestehend aus einer dünnen Hornplatte, auf welcher in gleichen Zwischenräumen feine Parallellinien gezogen sind. Hält man nun diese Platte vor das Okular, so daß das erwähnte kreisförmige Bild auf ihr erscheint, so kann man mit einer Lupe die Anzahl der Teilstriche zählen, welche der Durchmesser des kleinen Kreises deckt, und ebenso dient diese Platte auch zur Messung der Objektivöffnung. Eine kompendiöse Form des Ramsdenschen Dynameters ist Adams Auxometer (s. Figur). Dasselbe besteht aus drei ineinander verschiebbaren Röhren, deren erste die Augenöffnung und die Sammellinse e enthält; in der zweiten befindet sich bei kn das mit Parallellinien versehene Hornplättchen, die dritte Röhre klmn dient zum Aufsetzen auf das Okular des Fernrohrs.

^[Abb.: Auxometer.]

Dynamide, nach Redtenbacher das von einer Ätheratmosphäre umgebene Körperatom, von welchem zwei oder mehrere zu einem Molekül zusammentreten.

Dynamik (griech.), die Lehre von den Kräften und den durch sie erzeugten Bewegungen. Sie bildet einen Teil der Mechanik, und man unterscheidet die D. der festen, flüssigen (Wasser) und gasförmigen (Luft) Körper oder Geodynamik, Hydrodynamik und Aerodynamik (auch Pneumatik genannt). - In der Musik bedeutet D. die Lehre von den Veränderungen der Tonstärke (dynamischen Schattierungen), für welche das einfache, aber streng gültige Gesetz ist: crescendo von Anfang der Phrase bis zu ihrem Schwerpunkt (der dynamischen Hauptnote), diminuendo von da bis zu Ende der Phrase. S. Phrasierung.

Dynamiker, Anhänger des Dynamismus (s. d.).

Dynamis (griech.), Kraft, wirkendes Vermögen; daher dynamisch, durch innere lebendige Kraft wirkend, aus solcher Wirkung hervorgehend, darauf beruhend; auch s. v. w. auf Dynamik (s. d.) bezüglich.

Dynamismus (griech.), im physikal. Sinn jene Theorie der Materie, welche dieselbe, im Gegensatz zum sogen. Atomismus, aus lebendigen und wirksamen Kräften, statt, wie dieser, aus ihrer Qualität nach unveränderlichen kleinsten Massenteilchen (Molekülen, Atomen), konstruiert. Dieselbe sucht daher sämtliche Erscheinungen, welche der Materie zugeschrieben werden (Raumerfüllung, Dichtigkeit etc.), auf eine oder mehrere Kräfte zurückzuführen, welche deren Wesen ausmachen. So wird die Ausdehnung derselben durch den Raum als Folge einer ausdehnenden, ihre Begrenzung im Raum dagegen als Wirkung einer zusammenziehenden Kraft angesehen. Jene bringt die Erscheinung der wachsenden, diese die der abnehmenden Entfernung zwischen den Teilen der Materie hervor, weshalb die erstere auch wohl als abstoßende (vis repulsiva), die letztere als anziehende Kraft (vis attractiva) der Materie bezeichnet wird. Wirkte die erstere allein, so würde sich die Ausdehnung