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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Echo; Echo City; Echomēter; Echoskōp; Echsen; Echteler; Echter; Echtermeyer

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Echo - Echtermeyer.

vernehmen, 34 m von der Wand entfernt sein; steht man 2, 3, 4 ... mal so weit von der zurückwerfenden Fläche entfernt, so wird man 2, 3, 4 ... Silben aussprechen können, ehe die erste zurückkehrt, und sonach ein zwei-, drei-, vier- etc. silbiges E. vernehmen. Ist die Fläche weniger als 34 m entfernt, so wird der zurückgeworfene Schall schon eintreffen, ehe die Silbe vollständig ausgesprochen ist, und sich mit dieser teilweise vermischen. In Kirchen und großen Sälen macht sich dieser Nachhall oft störend bemerklich. Sind mehrere zurückwerfende Flächen in verschiedenen Entfernungen vorhanden, so entsteht ein mehrfaches E. Am Lurleifelsen z. B. hört man einen Pistolenschuß 17-20mal mit wechselnder Stärke ähnlich dem Donnerrollen wiederholt. Ein im Mittelpunkt eines kugelförmigen Raums erzeugter Schall wird von allen Seiten wieder nach diesem Mittelpunkt zurückgeworfen. Schallwellen, welche von dem einen Brennpunkt einer Ellipse ausgehen, werden an derselben so zurückgeworfen, daß sie in dem andern Brennpunkt gleichzeitig zusammentreffen; in einem Saal, dessen Wände elliptisch gewölbt sind, wird man daher die am einen Brennpunkt leise gesprochenen Worte am andern deutlich vernehmen, während im ganzen übrigen Raum nichts gehört wird. Eine ähnliche Erscheinung zeigt sich im sogen. Karyatidensaal des Pariser Louvre, dessen Decke ihrer ganzen Länge nach cylindrisch gewölbt ist. Gegen beide Enden des Saals sind zwei Vasen aufgestellt. Spricht jemand in die eine Vase leise hinein, so hört eine andre Person, welche in die zweite Vase hineinhorcht, die geflüsterten Worte, als kämen sie aus dieser Vase heraus. Die von der ersten Vase schräg aufwärts nach der Mitte der gewölbten Decke gehenden Schallstrahlen werden nämlich alle in die zweite Vase zurückgeworfen. Gebäude, welche absichtlich oder zufällig so gebaut sind, daß das, was an einem Punkt in ihrem Innern leise gesprochen wird, nur an einem bestimmten andern Punkt gehört werden kann, nennt man Sprachgewölbe. Säle für Parlamente und Konzerte müssen akustisch, d. h. so gebaut sein, daß die von der Rednerbühne oder dem Orchester ausgehenden Schallwellen nach dem Zuhörerraum zurückgeworfen werden und keine andern unzweckmäßigen oder störenden Zurückwerfungen erleiden. Die Schallwellen werden nicht nur an festen Wänden, sondern auch überall da zurückgeworfen, wo sie in ein Mittel von andrer Beschaffenheit, z. B. aus dichterer in dünnere Luft oder umgekehrt, überzugehen genötigt sind. Bei Tage wird der Schall viel weniger weit gehört als bei Nacht, weil im erstern Fall der Schall durch die zahlreichen Zurückwerfungen, welche er an den ungleich erwärmten und deswegen ungleich dichten auf- und absteigenden Luftströmen erleidet, geschwächt wird, während er sich in der gleichmäßig erwärmten Nachtluft ungehindert fortpflanzt. Tyndall hat beobachtet, daß die Nebelsignale, welche an den Küsten zur Warnung der Seefahrer durch Dampfpfeifen oder große Sirenen gegeben werden, bei nebeligem Wetter oft viel weiter zu hören sind als bei klarer Luft, weil letztere durch die Sonnenstrahlen ungleich erwärmt und dadurch für den Schall weniger durchlässig oder gleichsam durch eine akustische Wolke getrübt ist.

Echo, in der griech. Mythe eine böotische Nymphe, der personifizierte Widerhall der Berge und Schluchten. Man erzählte von ihr, daß Pan sie geliebt, aber immer vergeblich sie zu haschen versucht habe, bis er zuletzt in der Leidenschaft die Hirten rasend machte, so daß sie die E. zerrissen, deren Glieder seitdem in alle Welt zerstreut sind; oder daß sie den schönen Narkissos (s. d.) geliebt habe und, von ihm verschmäht, aus Gram zur bloßen Stimme dahingeschwunden sei. Über die Darstellungen der E. in der Kunst berichtet Wieseler, Die Nymphe E. (Götting. 1844).

Echo City (spr. ecko ssitti), Eisenbahnstation der Union Pacific-Bahn in Nordamerika, am Weberfluß, im Territorium Utah, 1679 m ü. M., mit (1880) 124 Einw. Dabei der an Naturschönheiten reiche, tief in die Hochfläche eingeschnittene Echo Cañon mit dem "Hanging Rock", an dessen Fuß Brigham Young den "Gläubigen" bei ihrer Ankunft in "Zion" zuerst gepredigt haben soll. Südlich davon Kohlengruben.

Echomēter (griech.), veralteter Ausdruck für Metronom, Taktmesser.

Echoskōp (griech.), s. v. w. Stethoskop.

Echsen (Saurii), s. Eidechsen.

Echteler, Joseph, Bildhauer, geb. 5. Jan. 1853 zu Legau (Oberschwaben), war vom 6. bis 12. Jahr Kuhhirt, kam dann zu einem Steinmetz in Leutkirch in die Lehre, begab sich als solcher auf die Wanderschaft, kam nach Stuttgart, begann daselbst ohne Anleitung zu modellieren und ging zuletzt nach München an die Akademie zu Widnmann. Außer einer langen Reihe von Büsten arbeitete E. eine Mater dolorosa, einen Ecce homo, eine Madonna, eine Gruppe nach Walther von der Vogelweide, den Waisenschutz (Gruppe), den Kampf um den Liebling und Knabe mit Hund und Taube (zwei Tiergruppen, jene in Erzguß ausgeführt). Sein Hauptwerk ist Pirithoos' Kampf mit dem Panther um Helena.

Echter, Michael, Maler, geb. 5. März 1812 zu München, bildete sich auf der Münchener Akademie und ward Schüler von G. Heß, Ch. Zimmermann, Schnorr und Ollivier. 1835 malte er ein Altarbild für die Dorfkirche zu Oberhaching bei München und später ein solches für die Kapelle auf dem Schloßberg bei Rosenheim. Schnorr zog E. zu seinen Wandgemälden im Königsbau bei, und Klenze vermittelte Aufträge für Kronstadt und Pulkowa. 1847 begleitete E. Kaulbach nach Berlin, um ihn bei Ausführung der Gemälde im Neuen Museum zu unterstützen. Am sogen. Kaffeeklecksbuch in der Berliner Nationalgalerie hat E. großen Anteil. 1860 vollendete er für das Maximilianeum in München die Ungarnschlacht auf dem Lechfeld 955, dann den Vertrag von Pavia an der Außenseite des Maximilianeums und Friedrich Rotbarts Vermählung mit Beatrix von Burgund sowie das Begräbnis Walthers von der Vogelweide im Bayrischen Nationalmuseum zu München. Zu seinen bedeutendsten Schöpfungen gehören die geistvollen Kompositionen: Telegraphie und Eisenbahnverkehr, in der Abfahrtshalle des Münchener Hauptbahnhofs. Im Theatinergang der Residenz in München malte E. 30 Wandbilder aus der Sage vom Nibelungenring, auch fertigte er zahlreiche Aquarelle für König Ludwig nach Wagnerschen Opern. Er starb 4. Febr. 1879 in München.

Echtermeyer, 1) Ernst Theodor, Schriftsteller und Kritiker, geb. 1805 zu Liebenwerda, studierte in Halle die Rechte, ging aber in Berlin zur Philosophie und Geschichte, namentlich Ästhetik und Litteraturgeschichte, über, ward darauf Lehrer am Gymnasium zu Zeitz und 1831 Oberlehrer am Pädagogium in Halle und siedelte Ostern 1841 nach Dresden über, wo er 6. Mai 1844 starb. Er gründete mit A. Ruge die "Halleschen Jahrbücher", von deren Redaktion er sich aber in Dresden zurückzog, und den "Deutschen Musenalmanach" (1840). Mit Moritz Seyffert schrieb er: "Anthologie aus neuern lateinischen Dichtern" (Halle