Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eckermann; Eckernförde; Eckersberg; Eckersdorf; Eckert; Eckflügler

296

Eckermann - Eckflügler.

thologische Anatomie; dann wandte er sich mehr der Histologie, vergleichenden Anatomie und Entwickelungsgeschichte und mit besonderer Vorliebe der Anthropologie zu. Er schrieb: "Physiologische Untersuchungen über die Bewegungen des Gehirns und Rückenmarks" (Stuttg. 1843); "Der feinere Bau der Nebennieren" (Braunschw. 1847); "Das elektrische Organ der Mormyri" (Freiburg 1858); "Icones physiologicae" (Leipz. 1851-59); "Crania Germaniae" (Freiburg 1863-65); "Die Anatomie des Frosches" (Braunschw. 1864); "Die Hirnwindungen des Menschen" (das. 1869, 2. Aufl. 1882); "Lorenz Oken, eine biographische Skizze" (Stuttg. 1880). Seit 1866 gibt er mit Lindenschmit das "Archiv für Anthropologie" heraus.

Eckermann, Johann Peter, Dichter und Schriftsteller, bekannt durch sein vertrautes Verhältnis zu Goethe und seine Mitteilungen über ihn, geb. 1792 zu Winsen im Hannöverschen, mußte sich in seiner Jugend von Handarbeit nähren, wurde später Schreiber, 1812 Mairiesekretär zu Bevensen und trat 1813 als Freiwilliger in Kielmannsegges Jägerkorps. Nach dem Feldzug bei der Militärintendantur in Hannover angestellt, versuchte er sich, zuerst durch Körner, weiterhin durch Goethe angeregt, in poetischen Produktionen, trat, schon 25 Jahre alt, in das Gymnasium zu Hannover und studierte sodann in Göttingen Litteratur und Ästhetik. Seine "Beiträge zur Poesie, mit besonderer Hinweisung auf Goethe" (Stuttg. 1823) hatten zur Folge, daß ihn Goethe als Gehilfen bei der Redaktion der letzten Ausgabe seiner Werke nach Weimar zog, wo er litterarisch thätig war, dem Erbprinzen Unterricht erteilte und 3. Dez. 1854 als Hofrat und Bibliothekar der Großherzogin starb. Einen bleibenden Namen in der Litteratur verdankte er dem pietätvollen Buche "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens 1823-32" (Leipz. 1837, 2 Bde.; 3. Bd., Magdeb. 1848; 6. Aufl., hrsg. von Düntzer, Leipz. 1884, 3 Bde.), welches wichtige Beiträge zur Charakteristik des Dichters enthält.

Eckernförde, Kreisstadt in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, in anmutiger Gegend zwischen der gleichnamigen Bucht (Föhrde) der Ostsee im O. und dem See Windeby im W. und an der Kiel-Flensburger Eisenbahn, hat ein Amtsgericht, eine evang. Pfarrkirche, ein Schullehrerseminar, eine Baugewerkschule, Kalkbrennerei, Sägemühlen, lebhaften Handel mit Landesprodukten, ansehnliche Fischerei, etwas Schiffahrt, einen vorzüglichen Hafen und (1880) 5321 Einw. - E. ist erst zu Anfang des 14. Jahrh. nachzuweisen. Christian IV. eroberte es im Frühjahr 1628 in dem Kriege gegen die Kaiserlichen. Am 7. Dez. 1813 schlug Walmoden hier die Dänen. Am 5. April 1849 wurden im Hafen von E. das dänische Linienschiff Christian VIII. und die Fregatte Gefion von den deutschen Strandbatterien beschossen, wobei ersteres aufflog, letztere sich ergeben mußte. Mit der Lostrennung von Dänemark (1864) büßte E. den größern Teil seines Handels ein. Die große Sturmflut vom 13. Nov. 1872, welche einen bedeutenden Teil der deutschen Ostseeküste verheerte, richtete auch in E. große Verwüstungen an. Unmittelbar bei E. und nördlich längs der Föhrde liegt das Seebad Borby (s. d.).

Eckersberg, Christoph Wilhelm, dän. Maler, geb. 2. Jan. 1783 zu Varnaes in Schleswig, bildete sich auf der Akademie zu Kopenhagen, bereiste sodann Italien und Frankreich, wurde Professor der Akademie zu Kopenhagen und starb 22. Juli 1853. Seine besten Werke sind: Moses, der, auf einem Felsen stehend, dem Meer zurückzutreten befiehlt (1817); die drei Frauen am Grab Christi; Baldurs Tod, eine großartige Komposition nach der Edda; eine Szene aus Öhlenschlägers Trauerspiel "Axel und Walburg"; die Reede von Helsingör und andre Seestücke. E. hat auch im Christiansborger Schloß Fresken aus der dänischen Geschichte und gute Porträte (Thorwaldsen, Öhlenschläger) gemalt.

Eckersdorf, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Breslau, Kreis Neurode, hat eine Pfarrkirche, ein Schloß des Grafen von Magnis, eine Zuckerfabrik, Steinkohlengrube und (1880) 2059 kath. Einwohner. Die hiesige Merinoschäferei, bald nach 1790 gegründet, ist die älteste in Schlesien.

Eckert, Karl, Komponist, geb. 17. Dez. 1820 zu Potsdam, in der Komposition Schuler ^[richtig: Schüler] von Zelter und Rungenhagen, im Violinspiel von Hubert Ries, wandte sich 1836 nach Leipzig, wo er bis 1839 noch Mendelssohn-Bartholdys Unterricht genoß, lebte dann einige Zeit in München und ließ sich endlich in Paris nieder, von wo er 1845 eine Kunstreise nach Rom und 1849 eine solche nach London machte. 1850-51 fungierte er als Kapellmeister an der Italienischen Oper zu Paris und begleitete 1852 Henr. Sontag auf ihrer Kunstreise durch die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Nach seiner Rückkehr wurde er 1853 zum Kapellmeister am Hofoperntheater in Wien, 1855 zum artistischen Direktor dieser Anstalt ernannt; später wirkte er sieben Jahre lang (1861-68) als Hofkapellmeister zu Stuttgart, bis er 1869 in gleicher Eigenschaft nach Berlin berufen ward, wo er 14. Okt. 1879 starb. E. stand besonders als Dirigent in großem Ruf. Seine Kompositionen bestehen in einigen Opern ("Käthchen von Nürnberg", "Der Laborant", "Wilhelm von Oranien"), den Oratorien "Ruth" und "Judith", Ouvertüren, Klavierstücken etc.; am bekanntesten ist er durch seine ansprechenden Lieder geworden.

Eckflügler (Vanessa. Fab.), Schmetterlingsgattung aus der Familie der Tagfalter (Diurna), Schmetterlinge mit zu Putzpfoten verkümmerten Vorderbeinen, beim Männchen dicht gefransten Schienen und Tarsen, kurzer, allmählich verdickter Fühlerkeule, ovalen, dicht behaarten Augen, großen, ansteigenden, dichthaarigen Tastern, die Vorderflügel meist mit scharf hervortretender Ecke des Hinterrandes und abgeschnittener Spitze; die Puppen sind gestürzt aufgehängt und oft metallglänzend infolge einer unter zarter Glashaut befindlichen Feuchtigkeitsschicht, die bisweilen eintrocknet. Das Tagpfauenauge (V. Io L.), 6,5 cm breit, braunrot, samtartig, mit vier prächtigen Augenflecken, lebt in Europa, überwintert. Die glänzend schwarze, weiß punktierte Dornenraupe lebt gesellig auf der großen Brennessel und auf Hopfen. Der Admiral (V. Atalanta L.), 6,5 cm breit, samtschwarz, an den Fransen weiß, mit zinnoberroter Binde auf Vorder- und Hinterflügel, weißen Flecken auf der Ecke der erstern und blauer Randlinie, auf der Rückseite der Hinterflügel marmoriert und mit einer Zeichnung ähnlich der Zahl 8118 oder 980, lebt in Europa, Nordamerika, Asien, Neuseeland, überwintert; die buntscheckige Dornenraupe lebt einzeln, leicht eingesponnen zwischen den Blättern der Brennesseln. Der Distelfalter (V. cardui L.), 7 cm breit, rot, schwarz und weiß gescheckt, über alle Erdteile verbreitet, wandert bisweilen in großen Schwärmen, überwintert. Die Raupe lebt auf Brennesseln, Schafgarben, Disteln. Der Trauermantel (V. Antiopa L.), 6,6 cm breit; samtartig schwarzbraun, mit breitem, lichtgelbem Flügelrand und einer Reihe blauer Flecke vor demselben, lebt hauptsächlich im Wald in Europa und Nordamerika, überwintert. Die schwarze Dornen-^[folgende Seite]