Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eckhard; Eckhart; Eckhel; Eckhof; Ecklein; Eckmühl; Eckschupper; Eckstein

297

Eckhard - Eckstein.

raupe mit roten Rückenflecken lebt auf Birken, auch auf Weiden und Pappeln. Der große Fuchs (V. polychloros L.), 6,5 cm breit, orangebraun, mit zwei größern schwarzen Flecken am Vorderrand der Vorderflügel, fünf kleinern gerundeten auf der Fläche derselben, einem größern am Vorderrand der Hinterflügel und schwarzer Saumbinde mit blauen Mondflecken auf allen Flügeln, lebt in Europa, Algerien und in Asien bis Japan, überwintert. Die bläulichschwarze, gelb gestreifte Raupe mit gelben Dornen lebt gesellig auf Kirsch-, Apfel-, Birnbäumen, Ulmen, Weiden, Pappeln, frißt die Zweigspitzen kahl und muß durch Anprellen entfernt werden. Häufiger ist der sehr ähnliche kleine Fuchs (V. urticae L.), der ebenfalls überwintert, und dessen Raupe mit gelben und gelbgrünen Seitenstreifen gesellig auf Brennesseln lebt. Er wandert bisweilen wie der Distelfalter.

Eckhard, Karl Maria Joseph, deutscher Politiker, geb. 13. März 1822 zu Engen im badischen Oberland, studierte die Rechtswissenschaft, wurde 1849 wegen Teilnahme an der Revolution angeklagt, aber vom Gericht freigesprochen, praktizierte seit 1856 als Rechtsanwalt in Offenburg, beteiligte sich an der Agitation gegen das Konkordat und wurde 1861 von der Stadt Offenburg zum Abgeordneten in die Zweite Kammer gewählt, in der er bald wegen seiner entschiedenen liberalen Gesinnung und seiner schlagfertigen Beredsamkeit eine bedeutende Rolle spielte. Auf dem Landtag von 1865 zum zweiten Vizepräsidenten und in den landständischen Ausschuß gewählt, stellte er den Antrag auf Einführung der obligatorischen Zivilehe, wiederholte ihn 1867 und brachte noch den weitern auf vollständige Regelung der Verwaltung des weltlichen Stiftungsvermögens ein. Beide Anträge wurden vom Landtag angenommen, kamen aber erst 1870 zur Ausführung. In der Frage der deutschen Einigung war er seit 1866 einer der Führer der badischen Liberalen, empfahl als Berichterstatter 1867 den Allianzvertrag mit Preußen und im Dezember 1870 die Versailler Verträge zur Annahme und schloß sich 1871 als Mitglied des Reichstags der nationalliberalen Fraktion an. Seit 1870 Mitglied der Direktion der Rheinischen Kreditbank in Mannheim, legte er 1874 seine Abgeordnetenmandate nieder, ohne sich jedoch ganz vom politischen Leben zurückzuziehen.

Eckhart, Johann Georg von, Geschichtsforscher, geb. 7. Sept. 1664 zu Duingen im Fürstentum Kalenberg, ward in Schulpforta erzogen, studierte in Leipzig Theologie, dann Geschichte und Philologie, ward erst Sekretär des sächsischen Ministers und Feldmarschalls Grafen Flemming, 1694 Gehilfe Leibniz' in Hannover bei seinen historischen Arbeiten, 1706 Professor der Geschichte in Helmstedt, 1714 als Rat und Historiograph nach Hannover berufen und nach Leibniz' Tode, dessen "Origines Guelficae" und "Annales Imperii" er fortsetzte und herausgab, Bibliothekar. 1719 vom Kaiser in den Adelstand erhoben, flüchtete er 1723 wegen Schulden aus Hannover, trat in Köln zum Katholizismus über und ward 1724 vom Bischof von Würzburg zum Bibliothekar und Historiographen ernannt. Er starb 9. Febr. 1730 daselbst. Von seinen sprachwissenschaftlichen Werken sind die "Historia studii etymologici linguae germanicae hactenus impensi" (Hannov. 1711) und die Ausgabe mehrerer altdeutscher Werke, von seinen historischen das "Corpus historicum medii aevi" (Leipz. 1723, 2 Bde.) und die "Commentarii de rebus Franciae orientalis et episcopatus Wirceburgensis" (1729, 2 Bde.), das letztere ein für seine Zeit ausgezeichnetes Werk, bemerkenswert.

Eckhel, Joseph Hilarius, berühmter Numismatiker, geb. 13. Jan. 1737 zu Enzersfeld in Unterösterreich, erhielt seine gelehrte Ausbildung bei den Jesuiten, in deren Orden er dann eintrat, kam, nachdem er in demselben mehrere Lehrämter bekleidet hatte, als Lehrer der Beredsamkeit an das Jesuitenkollegium zu Wien, lernte hier numismatische Studien liebgewinnen und widmete sich, nachdem er sein Lehramt aus Kränklichkeit niedergelegt hatte, denselben seit 1772 ausschließlich. Von seinem Orden nach Italien entsandt, studierte er die dortigen Sammlungen und ordnete in Florenz den vom Kardinal Leopold von Medicis hinterlassenen Münzschatz. Nach Wien zurückgekehrt, wurde er 1774 Direktor der Abteilung der antiken Münzen des kaiserlichen Münzkabinetts, 1776 nach Duvals Tod alleiniger Direktor des Kabinetts, war daneben seit 1775 Professor der Altertümer und der historischen Hilfsmittel an der Universität und starb 16. Mai 1798. E. ist der Begründer der Numismatik als Wissenschaft. Er schrieb: "Numi veteres anecdoti" (Wien 1775, 2 Bde.); "Sylloge I numorum veterum anecdotorum thesauri caesarei" (das. 1786); "Descriptio numorum Antiochiae Syriae" (das. 1786). Sein noch jetzt unübertroffenes Hauptwerk, in dem er die Ergebnisse seiner Studien zusammenfaßte, ist "Doctrina numorum veterum" (Wien 1792-98, 8 Bde.; dazu "Addenda" aus seinem Nachlaß von Steinbüchel, das. 1826). Vgl. Kenner, J. H. v. E., ein Vortrag (Wien 1871).

Eckhof, Konrad, s. Ekhof.

Ecklein, früher in Württemberg eine Unterabteilung des Getreidemaßes, = 1/32 Simri oder 1/256 Scheffel = 0,692 Lit.

Eckmühl, Dorf, s. Eggmühl.

Eckschupper, s. Fische.

Eckstein, 1) Friedrich August, verdienter Schulmann und Philolog, geb. 6. Mai 1810 zu Halle, daselbst vorgebildet, studierte dort 1827-30 unter Reisig, Meier und Bernhardt), ward 1831 Lehrer an der lateinischen Hauptschule, 1839 Oberlehrer am Pädagogium daselbst, 1842 Rektor der lateinischen Hauptschule, daneben 1849 Kondirektor der Franckeschen Stiftungen und 1863 Rektor der Thomasschule zu Leipzig, zugleich außerordentlicher Professor der klassischen Philologie an der Universität daselbst, einige Jahre später auch Direktor der philologischen Abteilung des pädagogischen Seminars. Seit 1881 als Rektor quiesziert, starb er 15. Nov. 1885 in Leipzig. E. hat sich vielfach am öffentlichen Leben beteiligt. 1849-51 war er Mitglied der preußischen Zweiten Kammer, in welcher er zur gemäßigt-liberalen Partei hielt, und der er auch 1858-60 als Schriftführer angehörte; 1871 wurde er als Mitglied des Kirchenvorstandes zu St. Thomä zum Mitglied der ersten sächsischen Landessynode erwählt. Sehr bekannt ist er auch als einer der Stifter und Häupter der Philologenversammlungen. Seine schriftstellerische Thätigkeit erstreckt sich hauptsächlich auf Erklärung und Herausgabe lateinischer Schriftsteller für die Schule, z. B. Phädrus, Corn. Nepos, Tacitus, Horaz etc., und auf Abhandlungen zur Geschichte der Philologie und Pädagogik. Wir nennen besonders: "Nomenclator philologorum" (Leipz. 1871) und "Lateinischer Unterricht" (das. 1882, Abdruck aus Schmids "Encyklopädie").

2) Ernst, Dichter und Schriftsteller, geb. 6. Febr. 1845 zu Gießen, machte nach vollendeten Gymnasialstudien eine Reise nach Italien und begann 1863 in Gießen seine akademischen Studien (Geschichte, Philologie, Litteraturgeschichte, Philosophie), die er