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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Esparto; Espe; Espèce; Espenberg; Espenbock; Esper; Espérance; Esperanza; Espérto; Espiègle; Espignole

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Esparto - Espignole.

22. Juli 1843 einzog. E. gab hierauf seine Sache verloren und schiffte sich zu Cadiz auf einem englischen Linienschiff nach England ein. 1848 wieder in seine Würden eingesetzt, kehrte er nach Spanien zurück und nahm 13. Jan. seinen Sitz im Senat ein, zog sich aber infolge einer Spannung mit dem Hof im Februar 1848 nach Logroño zurück und lebte hier zurückgezogen, bis im Juni 1854 die progressistische Bewegung ausbrach, welche unter O'Donnells Leitung mit dem Sturz der verfassungsfeindlichen Regierung endete. Um ihren Thron zu retten, mußte sich die Königin dem ehemaligen Regenten in die Arme werfen und ernannte ihn 19. Juli zum Ministerpräsidenten. E. hielt darauf einen glänzenden Einzug in Madrid und versuchte die verschiedenen liberalen Fraktionen unter seiner Führung zu verschmelzen. Da er dies aber nicht vermochte, legte er 14. Juli 1856 sein Amt nieder, zog sich nach Logroño ins Privatleben zurück und ließ sich auch dadurch nicht wieder verlocken, in das politische Leben zurückzukehren, daß man nach der Vertreibung der Königin Isabella 1868 daran dachte, ihm die Krone von Spanien anzutragen. Er starb 9. Jan. 1879 in Logroño. Vgl. Florez, E., historia de su vida militar y politica (Madr. 1843-45, 4 Bde.); Mariano, La regencia de B. E. (das. 1870).

Esparto (Espartogras, Sparto, in Algerien und Tunis Halfa, Alfa), die Blätter der in Spanien und Nordafrika in großer Menge wachsenden Macrochloa tenacissima Kunth, sind grünlich, nach längerm Liegen gelblich, 30-50 cm lang, 1,5 mm dick, halmähnlich, cylindrisch (indem sich die beiden im Querschnitt etwa halbkreisförmigen Blatthälften dicht aneinander legen), sehr zäh und dienen seit alten Zeiten zu allerlei Flechtarbeit, Hüten, Schuhen, Taschen, Matten, Stricken etc., zur Korbflechterei, zu bunt gemusterten Teppichen, in Italien und seit 1870 in Österreich auch als Durchzugsstroh der Virginiazigarren, grob zerrissen zu Gebirgsschuhen etc. Die durch Zerreißen der nicht weiter vorbereiteten Blätter auf dem Wolf erhaltene rohe Faser ist 10-40 cm lang, 0,09-0,5 mm dick, grüngelblich, glanzlos, rauh, steif und dient zu Seilerwaren und als Polstermaterial; durch Behandlung mit Chemikalien gewinnt man daraus eine feine, weiße, aus ziemlich unverletzten Oberhaut- und Bastzellen bestehende Faser, welche wegen ihrer Festigkeit, weißen Farbe und bedeutenden Verfilzungsfähigkeit in England ganz allgemein zur Papierfabrikation benutzt wird. Das spanische Produkt ist zur Papierfabrikation geeigneter als das algerische; von dem erstern in rohem Zustand gewinnt man 42-50, von dem letztern nur 40-45 Proz. an Fasern. Seit der Entwickelung dieser Industrie zu Anfang der 50er Jahre hat das E. für die Technik eine sehr große Bedeutung gewonnen. Die Hauptgebiete der Produktion und des Handels mit E. in Algerien sind Sidi bel Abbes, Tlemsen und Sig in der Provinz Oran sowie Batua in der Provinz Konstantine, wo es von den 10 Mill. Hektar umfassenden Hochplateaus etwa die Hälfte, d. h. etwa den 13. Teil Algeriens, einnimmt. Die Ausfuhr von E. aus Algerien begann erst 1862 und übersteigt gegenwärtig 60 Mill. kg. Im J. 1883 betrug der Wert des Exports 12,828,303 Frank. Aus Tunis und Tripolis werden jährlich gegen 30 Mill. kg exportiert. Gegenüber dieser Konkurrenz nimmt die Ausfuhr aus Spanien (Alicante, Almeria, Malaga) mehr und mehr ab, doch beziffert sie sich immer noch jährlich auf 38-42 Mill. kg im Wert von 8-9 Mill. Pesetas. Hauptabnehmer ist England, nächstdem Frankreich und Belgien. Man hat zur Beförderung des Wachstums Bewässerung eingeführt und zur Fortschaffung der Ernte besondere Eisenbahnen gebaut. Vgl. Charnier, L'alfa des hauts plateaux (1873); Bastide, L'alfa, végétation, exploitation, etc. (Oran 1877); Jus, Histoire d'une hotte d'alfa (1878).

Espe, Baum, s. Pappel.

Espèce (franz., spr. espäß, lat. species), Gattung, Art, Sorte, besonders Geldsorte; en espèces, in barem Geld, klingender Münze.

Espenberg, Karl von, Reisender, geb. 15. Aug. 1761 auf dem Landgut Höbbet in Esthland, studierte in Jena und Erlangen Medizin und begleitete Krusenstern auf dessen Weltumseglung 1802 als Arzt. Seinen Aufenthalt in Nukahiwa beschrieb er in der Zeitschrift "Der Freimütige" und verfaßte nach seiner Rückkehr 1806 in Reval, wo er sich als Arzt niederließ, für Krusensterns "Reise um die Welt" den merkwürdigen Bericht über den Gesundheitszustand der Mannschaft des Schiffs Nadeshda während der Jahre 1802 bis 1806. Er starb 19. Juli 1822 auf dem Landgut Hukas in Esthland. Nach ihm benannte Krusenstern den Pik E. auf der Insel Sachalin, gegenüber der Amurmündung, und Kotzebue das Kap E., die Südspitze am Eingang des Kotzebuesundes in Alaska.

Espenbock, s. Bockkäfer.

Esper, s. Onobrychis.

Esper, Eugen Johann Christoph, Naturforscher, geb. 2. Juni 1742 zu Wunsiedel, studierte in Erlangen Theologie und Naturwissenschaft, war dann Hauslehrer, habilitierte sich 1771 in Erlangen für Naturgeschichte, wurde 1782 Professor der Naturgeschichte, 1805 Direktor des Naturalienkabinetts und starb 27. Febr. 1810 in Erlangen. Er schrieb: "Naturgeschichte im Auszug des Linnéschen Systems" (Nürnb. 1784); "Die europäischen Schmetterlinge" (Erlang. 1775-1805, 6 Bde.; neue Ausg. 1829-1839); "Die ausländischen Schmetterlinge" (neue Ausg., das. 1830); "Die Pflanzentiere" (Nürnb. 1788 bis 1809, 15 Tle. und 10 Lfgn. Fortsetzung); "Icones fucorum" (das. 1797-1802, 7 Hefte); "Nachricht von den neu entdeckten Zoolithen" (das. 1774).

Espérance (franz., "Hoffnung"), Spiel mit zwei Würfeln. Wer eine 1 wirft, gibt dem linken Nachbar eine Marke, wer eine 6 wirft, setzt eine Marke in die Tasse (Poule). Wer einen Pasch wirft, darf nochmals werfen, und wer drei Pasche hintereinander wirft, zieht ein, was in der Tasse steht. Ist weder 1, noch 6, noch Pasch geworfen, gehen die Würfel rechts weiter. Wer keine Marke mehr hat, wirft nicht mehr; jedoch kann er wieder eintreten, sobald sein rechter Nachbar eine 1 wirft. Hat ein Spieler noch Marken und die andere sämtlich keine mehr, so nimmt er den Inhalt der Tasse. Zwei 1 oder zwei 6 gelten als Pasch und werden nicht gestraft.

Esperanza, Ackerbaukolonie in der Argentinischen Republik, Provinz Santa Fé, am Rio Salado, 16 km nördlich von der Stadt Santa Fé, wurde 1856 gegründet und hatte 1883: 3299 Einw. (Schweizer und Deutsche), ein schönes Rathaus, protestantische und kath. Kirchen, ein Hospital, 4 Dampfmühlen, 2 Brauereien, 4 große Kornspeicher und 2 Druckereien. Es erscheinen eine deutsche und eine französische Zeitung.

Espérto (ital., lat. expertus), einer, der Bescheid weiß, Kundiger; namentlich ein in einen politischen Geheimbund Eingeweihter.

Espiègle (spr. espjähgl), Französierung des Wortes "Eulenspiegel", Freund von lustigen Streichen, Schalk, Espièglerie, Eulenspiegelei, Schelmerei.

Espignole, s. Espingole.