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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Exkavieren - Exkremente.

den, indem sie eine Quantität Erde zwischen sich fassen. Nun wird der ganze Apparat an der Kette c emporgezogen, mit dem Kran seitwärts bewegt und durch Öffnen der Schaufeln über einem Transportwagen entleert. Trockenbagger ähnlicher Konstruktion (von Morris u. Cumming, von Curtis, Fibes u. Komp., Symouds, Holroyd u. a.) weichen nur in der Art der Schaufelbewegung von den Bothschen ab. Die E. von Frey, Fils u. Sayn, von Trevethik, Couvreux sind nach dem Prinzip der Eimerkettenbagger (s. Bagger) konstruiert. Leistung und Anwendbarkeit der E. werden wesentlich durch die Art des zu lösenden Erdreichs beeinflußt. Loser Felsboden und stark mit großen Steinen durchsetzte Gerölle sind für sie die ungünstigsten Bodenarten, während alle weichen Erdarten durch diese Maschinen besser als durch Handarbeit bewältigt werden. Bei hartem Boden arbeitet man den E. häufig mit andern Maschinen durch Auflockerung vor. Es sind das entweder Kratzer (d. h. mit hakenartig konstruierten Armen besetzte und durch Maschinen bewegte Wellen) oder kräftig gebaute Pflüge, die entweder von Pferden oder bei sehr schlüpfrigem Boden besser von maschinell bewegten Seilen gezogen werden. Die Nivellier- und Planierungsmaschinen finden hauptsächlich bei solchen Erdarbeiten Anwendung, bei denen es darauf ankommt, Flächen möglichst gleichmäßig abzuebnen. Sie bestehen aus kübelartigen, an zweiräderigen Karren befestigten Gefäßen, welche, von Menschen oder Pferden fortbewegt, die zu beseitigenden Erhöhungen fortnehmen und vorwärts bewegen, den gewonnenen Boden bis zur geeigneten Ablagerungsstätte transportieren und hier durch Umkippen entleert werden. Vgl. Henz, Anleitung zum Erdbau (3. Aufl. von Streckert, Berl. 1873).

^[Abb.: Fig. 2. Exkavator von Both.]

Exkavieren (lat.), aushöhlen, ausgraben.

Exklamieren (lat.), ausrufen, schreien; Exklamation, Ausrufung, Ausruf.

Exklave, ein vom Hauptgebiet eines Staats getrennter kleiner Gebietsteil; vgl. Enklave.

Exkludieren (lat.), ausschließen, ab-, aussondern; Exklusion, Ausschließung; exklusiv, ausschliesend, ausschließlich; exklusive Gesellschaft, eine Solche, welche alle nicht Ebenbürtigen ausschließt; exklusive, mit Ausschluß; Exklusivität, exklusives Wesen, Ausschließlichkeit.

Exkogitieren (lat.), aus-, erdenken, ersinnen; Exkogitation, das Ausdenken, Ersinnen.

Exkolieren (lat.), anbauen, bearbeiten; ausbilden, vervollkommnen; durchseihen.

Exkommunizieren (lat.), aus der Kirchengemeinschaft ausschließen, in den Bann thun; Exkommunikation, Kirchenbann, s. Bann.

Exkoriation (lat.), s. Hautabschürfung.

Exkoriieren (lat.), abhäuten, enthäuten; ausbalgen, abdecken, schinden; Exkoriator, Abdecker.

Exkortizieren (lat.), entrinden, aushülsen; Exkortikation, Entrindung, Aushülsung.

Exkremente (lat., "Auswurfstoffe", Faeces), diejenigen Stoffe, welche der lebende Körper durch den After entfernt, und welche der Hauptmasse nach aus den unverdauten, mehr oder weniger veränderten Resten der Nahrung bestehen. Außerdem sind ihnen Schleim, Reste der Galle und zerfallene Epithelzellen beigemengt. Vom wesentlichsten Einfluß auf die Beschaffenheit der E. ist die Menge und Art der Nahrung. Bei Pflanzenkost trifft man verholzte Pflanzenzellen ziemlich unverändert an, der Gehalt an Cellulose ist um so bedeutender, je mehr leichtverdauliche Nahrung nebenbei aufgenommen wurde. Chlorophyll und die übrigen Farbstoffe aus dem Pflanzenreich scheinen in ihrer ganzen Menge unverändert im Kot angetroffen zu werden. Dasselbe gilt für harz- und wachsartige Substanzen. Unverändertes Stärkemehl wird für gewöhnlich nicht angetroffen, doch gehen gummiartige Kohlehydrate zum Teil unverändert über. Von eiweißartigen Stoffen trifft man Nuclein häufig in nicht unbedeutender Menge an, besonders bei reichlicher Brotnahrung. Bei Fleischkost bildet sich verhältnismäßig sehr wenig Kot; derselbe enthält sehnige Bindegewebsmassen, der Verdauung entgangene elastische Fasern, Nuclein, Mucin und Lecithin. Nach Fettgenuß stößt man auf kleine Mengen von Calciumverbindungen der Fettsäuren. Nach der Aufnahme von Knochen wird der Kot hart und trocken; er stellt eine hellgraue, krümelige Masse dar, die fast ausschließlich aus Kalksalzen besteht. Sowohl bei Pflanzen- als bei Fleischkost trifft man außerdem in den Exkrementen Fäulnisprodukte und Beimengungen aus dem Verdauungsapparat an. Zu den Fäulnisprodukten gehören Essigsäure, Buttersäure, Kapronsäure und andre fette Säuren, außerdem Phenol, Indol und Skatol. Die letzten beiden Körper erteilen hauptsächlich den Exkrementen ihren widerlichen Geruch, der bei Fleischkost viel intensiver ist als bei Pflanzenkost. Von Gallenbestandteilen stößt man in den Exkrementen auf Hydrobilirubin (Stercobilin), Gallensäuren sowie Abkömmlinge derselben und Cholesterin. Das Stercobilin bedingt neben dem Chlorophyll hauptsächlich die Färbung der E. Von den Gallensäuren wird nur Glykocholsäure unzersetzt angetroffen, während die Taurocholsäure schon im Dünndarm in Taurin und Cholalsäure zerfällt. Das Cholesterin stammt nicht ausschließlich aus der Galle, denn dieser Körper ist ein ziemlich verbreiteter Bestandteil der tierischen und pflanzlichen Nahrungsmittel. Der Kot enthält eine bedeutende Menge Wasser, welche ziemlichem Wechsel unterworfen ist. In Krankheiten erleiden die E. vielfache Veränderungen.

Trotzdem die E. durch die peristaltische Thätigkeit unaufhörlich nach unten geführt werden, findet nur in größern Zwischenräumen eine Defäkation statt. Durch die Wirkung des am Endstück des Mastdarms