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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: F dur; Fayette; Fayetteville; Fayûm; Fazénda; Fazit; Fazogl; Fazy; Fazzoletto; Fb.; Fe; Fea

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Fayette - Fea.

Fayette, s. Lafayette.

Fayetteville (spr. fäjettwil), 1) (ehemals Campbelltown) Hauptstadt der Grafschaft Cumberland im nordamerikan. Staat Nordcarolina, am Cape Fear River, 225 km oberhalb seiner Mündung, inmitten von Föhrenwaldungen, wichtiger Stapelplatz für Bauholz, Teer und Terpentin, mit (1880) 3985 Einw. -

2) Dorf im nordamerikan. Staat Arkansas, am obern White River, ist Sitz der 1875 gegründeten Gewerbeuniversität und hat (1880) 1788 Einw. In der Nähe kommen Kohlen, Eisen und Blei vor.

Fayûm (altägypt. Phiom, "Sumpf, Seeland"), Oase im nördlichen Mittelägypten, westlich vom Nil, ringsum eingeschlossen von wüsten Höhenzügen der libyschen Gebirgskette und nur durch eine schmale Pforte im O. mit dem Nilthal verbunden. Durch diese enge Thalschlucht, El Lahun, tritt der vom Nil abgeleitete Josephskanal (Bahr Jussuf) in die Oase, die er in 16 Armen durchzieht und bewässert, um endlich sein überschüssiges Wasser in zwei Armen, einem nördlichen und einem südlichen, dem großen, 54 km langen, 10-11 km breiten, schwach salzigen Birket el Kurn ("See der Hörner") zuzuführen. Man hielt diesen See früher für den Mörissee, bis Linant de Bellefonds nach sorgfältigen Messungen unwiderleglich bewies, daß derselbe infolge seiner Lage (18 m tiefer als der Nil bei Beni Suef) dem Zweck der Wasseraufnahme aus dem Nil zur Zeit der Flut behufs Wiederabgabe nach dem Fallen des Flusses niemals dienen konnte (s. Mörissee). Die Mudirieh F., deren nutzbares und vermessenes Areal 1277 qkm beträgt, zeichnet sich wie im Altertum, so noch heute durch sehr große Fruchtbarkeit aus. Auf den durch Schöpfräder eigentümlicher Konstruktion bewässerten Fluren gedeihen Weizen, Gerste, Durra, Reis, Zuckerrohr, Baumwolle, Flachs, Hanf sowie geschätzte Orangen, Feigen, Oliven, Pfirsiche, Granatäpfel, Weintrauben, von welchen viel nach Kairo geht. Wegen seiner Rosen war das F. schon im Altertum hochberühmt, doch ist das hier gewonnene Rosenöl von geringer Güte. Die Einwohner (1882: 234,591) sind ackerbauende Fellahs oder Beduinen; zu den letztern rechnen sich auch die armen Fischer am Birket el Kurn. Die Hauptstadt F. hat 25,799 Einw. (291 Fremde), von denen die schöne Wolle der Schafe der Provinz sowie Baumwolle und Flachs zu vorzüglichen Geweben, zum großen Teil für Kairo, verarbeitet werden. Im N. der Stadt liegen die bedeutenden Trümmer von Arsinoe (s. d.), heute Kom Faris, das in neuester Zeit wieder durch große Funde von Papyrus- und Pergamenthandschriften bekannt geworden ist, am Ostrand der Oase bei dem Dorf Hawara die Ruinen des berühmten Labyrinths (s. d.).

Fazénda (portug., spr. faß-; span. Hacienda), Landgut, besonders in Brasilien; F. real, königliches Gut, Staatsschatz; Fazendeiro, Besitzer einer F.

Fazit (lat. facit, "es macht, es thut"), als Hauptwort das Ergebnis einer Rechnung; daher auch allgemein s. v. w. Erfolg, Resultat.

Fazogl (Fassokl, Fazuglo), waldige Berglandschaft im obern Nubien, südlich von Senaar, am Blauen Nil (Bahr el Azrak) und dessen Nebenfluß Tumat. In dem durch die Vereinigung beider Ströme gebildeten Winkel erhebt sich gleich einem Vorgebirge über seine ebene Umgebung der merkwürdige isolierte, 840 m hohe Fazoglberg. Erzeugnisse des Landes sind: Gummi, vorzüglicher Honig, Gold, Sennesblätter, Tamarinden, Elfenbein. Die Bewohner sind Fundsch. Hauptort ist das befestigte Dorf Famakâ, am rechten Ufer des Blauen Nils, unter 10° 14' nördl. Br., während der Ort F., am Fuß des gleichnamigen Bergs, früher Residenz eines selbständigen Herrschers, jetzt ein elendes Dorf ist. Der Bezirk (Dâr) F. ward im Anfang der 40er Jahre von den Ägyptern militärisch besetzt, 1862 von ihnen aufgegeben, aber schon im folgenden Jahr wieder in Besitz genommen und gehörte dann mit dem Bertagebiet zur Mudirieh Senaar. S. Karte "Ägypten etc.".

Fazy (spr. -si), James, schweizer. Staatsmann und Publizist, geb. 12. Mai 1796 zu Genf, erhielt seine Erziehung in Frankreich, ließ sich in Paris nieder und nahm als Journalist thätigen Anteil am Kampf der liberalen Opposition gegen die Restaurationsregungen, unterzeichnete 26. Juli 1830 den Protest der französischen Journalisten gegen die Juliordonnanzen, bekämpfte die Kandidatur des Herzogs von Orléans und kehrte, nachdem er mehrere Verfolgungen wegen Preßvergehen erlitten, 1833 in seine Vaterstadt zurück, wo er schon 1826 das "Journal de Genève" gegründet hatte. Hier redigierte er die "Revue de Genève", organisierte die radikale Bewegung vom 22. Nov. 1841 und, als dieselbe nicht zum Ziel führte, den Aufstand vom 5. bis 8. Okt. 1846, trat an die Spitze der provisorischen und hernach der neukonstituierten Regierung und verfocht als Gesandter Genfs an der Tagsatzung 1847/48 mit Erfolg die Einführung des amerikanischen Zweikammersystems in die neue schweizerische Bundesverfassung. Von 1846 an, nur mit Unterbrechung der Wahlperiode von 1853 bis 1855, das Haupt der Genfer Regierung, hat er mächtig dazu beigetragen, durch Schleifung der Festungswerke, Aufführung großartiger öffentlicher Bauten etc. das altcalvinische Genf in eine moderne kosmopolitische Stadt umzuwandeln; aber sein keineswegs makelloses Privatleben sowie sein diktatorisches Walten erregten Mißvergnügen, so daß er 1861 und 1863 nicht mehr in den Staatsrat gewählt wurde. Nachdem im August 1864 seine erneuerte Kandidatur zu blutigen Wirren und einer vorübergehenden eidgenössischen Besetzung Genfs geführt hatte, war sein Einfluß gebrochen. Er starb 5. Nov. 1878. Außer seinen Zeitungen und zahlreichen politischen und nationalökonomischen Broschüren schrieb er: "La mort de Lévrier" (Genf 1826), eine Tragödie; einen "Précis de l'histoire de Genève" (das. 1838-40, 2 Bde.) und einen "Cours de législation constitutionelle" (das. 1874).

Fazzoletto (ital., in Schwaben Fatzenetli), Taschentuch, Halstuch; vgl. Facillettlein.

Fb., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Johann Christian Fabricius (s. d. 5).

F dur (ital. Fa maggiore, franz. Fa majeur, engl. F major), s. v. w. F mit großer (harter) Terz. Der F dur-Akkord = f a c. Über die F dur-Tonart, ein b vorgezeichnet, s. Tonart.

Fe, in der Chemie Zeichen für Eisen (Ferrum).

Fea, Carlo Domenico Francesco Ignazio, ital. Gelehrter und Kunstkenner, geb. 4. Juni 1753 zu Pigna bei Nizza, studierte in Nizza und Rom und erhielt daselbst die Priesterweihe und den Doktorgrad. Im J. 1798 in die Politik verwickelt, mußte er beim Einrücken der Franzosen nach Florenz entweichen, ward bei seiner Rückkehr (1799) von den Neapolitanern, die damals Rom besetzt hielten, als Jakobiner verhaftet, bald aber wieder in Freiheit gesetzt und hierauf zum Commissario delle antichità sowie zum Bibliothekar des Fürsten Chigi ernannt. In dieser Stellung leitete er archäologische Nachgrabungen und veröffentlichte deren Resultate in zahlreichen, sehr gelehrten Abhandlungen. Er starb 17. März 1836 in Rom. Außer