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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Fear - Fécamp.

seinen juristischen und politischen Schriften erwähnen wir: die "Miscellanea filologica, critica e antiquaria" (Rom 1790; der 2. Bd., von Antonio F. hrsg., erschien das. 1836); "L'integrità del Panteone di Marco Agrippa" (das. 1801); "Conclusioni per l'integrità del Panteone di M. Agrippa" (das. 1807, 2. Aufl. 1820); "Frammenti di fasti consolari" (das. 1820); "Descrizione di Roma e dei contorni con vedute" (das. 1822, 3 Bde.; 2. Aufl., Mail. 1823); die Übersetzung von Winckelmanns "Geschichte der Kunst" (Rom 1783); die Ausgaben des Horaz (das. 1811, 2 Bde.) und von Raph. Mengs' Werken (Parma 1780).

Fear, s. Cape Fear.

Fearnley, Thomas, norweg. Maler, geb. 27. Dez. 1802 zu Friedrichshall, bildete sich auf der Kunstschule zu Christiania und seit 1821 auf der Akademie zu Kopenhagen aus. Ein Prospekt von Kopenhagen erwarb ihm die Gunst des Kronprinzen (spätern Königs) Oskar. Von Stockholm aus, wo sich F. von 1823 bis 1827 zur Vollendung seiner Studien aufhielt, unternahm er Reisen durch Norwegen und Schweden, brachte sodann 1829-30 anderthalb Jahre in Dresden zu, daselbst seine Kunst unter Dahls Leitung ausübend, und verweilte hierauf längere Zeit im Salzburgischen und in München. Mehrere seiner besten Landschaften stammen aus jener Zeit, z. B. die Ansicht der Marumelf, der Justedalsgletscher, eine Entenjagd auf dem Königssee etc. Im J. 1832 begab sich F. nach Rom, wandte sich 1835 nach der Schweiz, wo er sich hauptsächlich in der Darstellung der Gletscher versuchte, und ging dann nach Paris, um von hier aus über die Niederlande und London nach seiner Heimat zurückzukehren. Hier wurde vorzüglich Romsdalen mit seiner eigentümlichen Natur Gegenstand seiner Studien. Zu seinen größern Werken gehören: das Romsdalhorn, der Babrofall bei Kongsberg, der Grindelwaldgletscher, eine Partie aus Vindhellen, Gudvangen und Sorrento. Er starb, nachdem er nochmals England, die Schweiz und Holland bereist hatte, 16. Jan. 1842 in München.

Feather river (spr. féther riwwer), goldführender Fluß in Kalifornien, entspringt in der Sierra Nevada, wird bei Yuba City, wo er den Yuba aufnimmt, für Dampfer schiffbar und ergießt sich in südöstlichem Lauf in den Sacramento.

Febrifuga (Antipyretica, lat.), Mittel gegen Fieber, teils Mittel, welche nur das hauptsächliche Symptom des Fiebers, die hohe Temperatur, herabsetzen, wie kalte Bäder, Karbolsäure, Kairin und Kairolin, Jodtinktur, Conchinin, Resorcin u. a., teils solche, welche den ganzen Krankheitsprozeß bekämpfen, wie Chinin bei Wechselfieber, Salicylsäure bei Gelenkrheumatismus, antiseptische Behandlung bei Wundfieber.

Febril (lat., febrilisch), fieberhaft.

Febris (lat.), "Fieber", auch Personifikation desselben, in welcher man jedoch nicht die Krankheit selbst, sondern die Göttin, welche sie abwenden sollte, verehrte. Sie hatte zu Rom drei Heiligtümer, darunter eins am Palatinischen Berg. Heilmittel, welche man bei den Kranken gebraucht hatte, brachte man in diese Tempel und weihte auch Amulette daselbst. -

F. flava, gelbes Fieber; F. gastrica, mit Fieber verbundene akute Magen- oder Magendarmentzündung; F. hectica, Zehrfieber; F. intermittens, Wechselfieber, kaltes Fieber; F. miliaris, Schweißfriesel; F. puerperalis, Kindbettfieber; F. recurrens, Rückfallfieber; F. traumatica, Wundfieber.

Febronius, Pseudonym von Joh. Nikolaus von Hontheim (s. d.).

Februa, jährliches Reinigungs- und Sühnungsfest der alten Römer, welches sie im Februar (dem nach dem frühern Kalender letzten Monat im Jahr) dem Februus (d. h. Dis pater) feierten, um sich dadurch für das kommende Jahr vor den Einwirkungen böser Geister sicherzustellen (s. Feralien).

Februar, der zweite Monat des Jahrs, der nach dem julianischen Kalender in der Regel 28, im Schaltjahr 29 Tage zahlt. Der Name bedeutet Reinigungsmonat, weil in ihn die Februa (s. d.), das große Reinigungs- und Sühnungsfest der Römer, fielen. In dem altrömischen Jahr von zehn Monaten fehlte der F. gänzlich, und als seit Numa Pompilius die Einteilung des Jahrs in zwölf Monate erfolgte, wurde er anfangs als der letzte gezählt, daher auch in ihm die Einfügung des Schalttags erfolgte. Der alte deutsche, noch jetzt mundartlich vorkommende Name des Februars ist Hornung, was als "kleiner Horn" gedeutet wird (im Gegensatz zum "großen Horn", dem Januar), keinenfalls aber von hor (Kot) abzuleiten ist. Die Sonne tritt im F. in das Zeichen der Fische. Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur, d. h. der Mittelwert von allen in einem möglichst großen Zeitraum für den Monat vorgekommenen Abweichungen von der ihm zukommenden Mitteltemperatur, ist im F. geringer als im Januar, aber größer als im März. Sie beträgt für das nordöstliche Europa 2,8, für die baltischen Länder 2,1, für Deutschland 2,3, für Westeuropa 1,8, für England 1,3, für Italien 1,2° C.

Februarrevolution, die Revolution, welche 24. Febr. 1848 in Paris ausbrach und zum Sturz der Julimonarchie und zur Errichtung der zweiten Republik führte. Genaueres s. Frankreich.

Februatus (sc. dies, lat.), s. Luperkalien.

Fec., Abkürzung für Fecit (s. d.).

Fécamp (spr. -käng), Seestadt im franz. Departement Niederseine, Arrondissement Havre, an der Mündung des gleichnamigen Flusses in den Kanal und an der Westbahn, ist ein langer, schmaler Ort, der sich fast 4 km lang in einem von kahlen Hügeln eingeschlossenen Thal hinzieht, hat eine schöne gotische Kirche (Notre Dame, aus dem 13. Jahrh.), die ursprünglich zur Abtei Ste.-Trinité gehörte; von letzterer sind nur noch der Kapitelsaal und ein Teil des Schlafsaals vorhanden. Auch von den alten Befestigungen der Stadt und dem Schloß der Herzöge von der Normandie sieht man noch Reste. F. hat (1881) 11,919 Einw., betreibt Schiffbau, Fabriken für landwirtschaftliche Maschinen, Leinen- und Baumwollwaren, Likör ("Bénédictine de F."), Seilerwaren, Watte und Seife, ferner Eisengießerei, starke Gerberei, Brauerei, hat zahlreiche Etablissements zum Einsalzen von Fischen etc. und einen durch mächtige Molen geschützten Hafen, der auch bei Ebbe 4 m Tiefe hat und einen Handelsverkehr von (1884) 283 eingelaufenen, bez. 125 ausgelaufenen Schiffen mit 43,000 (bez. 11,000) Ton. aufweist. Von Bedeutung ist auch der Stockfisch- und Heringsfang, namentlich für letztern ist F. nächst Boulogne der erste Platz in Frankreich. 1884 sind von der großen Fischerei 113 Schiffe mit ca. 13,5 Mill. kg frischen und gesalzenen Fischen zurückgekehrt. Die Stadt hat ein Handelstribunal und eine Handelskammer, eine hydrographische Schule, eine Bibliothek von 12,000 Bänden, ist Sitz zahlreicher fremder Konsuln, hat Mineralquellen und Seebäder. -

F. (lat. Fiscamnum) war ehedem bedeutender als jetzt. Namentlich erlangte die 662 gegründete Abtei Ste.-Trinité, die Richard II. von der Normandie 1006 den Benediktinern übergab, bedeutende Vorrechte und Reichtümer. In der Nähe