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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Felsing - Femelbetrieb.

asien, am häufigsten aber in Vorderindien vorkommen. Vgl. Ellora.

Felsing, 1) Johann Konrad, Kupferstecher, geb. 1766 zu Gießen, erlernte in Darmstadt die Anfangsgründe seiner Kunst, bildete sich dann selbst weiter und starb 1819 als Hofkupferstecher in Darmstadt. Er ist besonders durch seine topographischen Werke ausgezeichnet, für welche er eine neue Art der Darstellung erfand. Zu seinen letzten und besten Arbeiten gehört der militärisch-topographische Plan von Mainz (1816). Außerdem lieferte er viele Porträte in Punktiermanier. Den Druck seiner Platten besorgte er selbst.

2) Johann Heinrich, Kupferstecher, Sohn des vorigen, geb. 1800 zu Darmstadt, ging zu seiner technischen Ausbildung nach Paris und erhob später die vom Vater überkommene Druckerei zu einer sowohl in Italien und Frankreich als auch in Deutschland anerkannten Kunst- und Industrieanstalt. F. hat sich auch um die Ausbreitung der Turnkunst in Hessen große Verdienste erworben und ist Erfinder des allgemeinen Turnerzeichens. ^[img] Er starb 29. März 1875 in Darmstadt. - Seine Söhne Otto und Friedrich errichteten in Berlin und München Kupferdruckereien.

3) Jakob, Bruder des vorigen, Kupferstecher, geb. 22. Juli 1802 zu Darmstadt, war zunächst Schüler seines Vaters und bezog 1820 als Pensionär seines Landesherrn die Akademie der Künste zu Mailand, wo damals unter Longhi eine vorzügliche Kupferstichschule blühte. Hier machte er sich mit der Stechweise der Italiener bekannt. Im J. 1828 erwarb er sich mit seinem Gesù all' orto nach C. Dolci den großen Preis der Mailänder Akademie. Nach zehnjährigem Aufenthalt in Italien kehrte er nach Darmstadt zurück, wo er namentlich Werke der Düsseldorfer Schule stach. Er starb 9. Juni 1883. Unter seinen Stichen, die sich durch Korrektheit der Zeichnung und charakteristische Wiedergabe auszeichnen, sind zu nennen: Madonna del Trono, nach A. del Sarto (1830); Lo sposalizio, nach Correggio (1831); der Violinspieler, nach Raffael (1833); Mädchen am Brunnen, nach Bendemann (1835); heilige Familie, nach Overbeck (1836); Genoveva, nach Steinbrück (1839); Poesie, nach Köhler (1840); Salvator Mundi, nach L. da Vinci (1844); heil. Katharina, nach Mücke (1845); Hagar und Ismael, nach Köhler (1848); Aussetzung Mosis, nach Köhler (1849); Lorelei, nach Sohn (1854); Gefangennehmung Christi, nach Hofmann (1861); heil. Cäcilia, nach Hofmann (1868).

Felsīt (Felsitfels, Feldstein), Gestein, kryptokristallinisches Gemenge dichten Orthoklases (Feldsteins, s. Feldspat) mit Quarz, bildet die Grundmasse vieler Porphyre (vgl. Felsitporphyre unter "Porphyre"), umsäumt häufig größere Porphyrmassen an ihren Grenzen gegen das Nachbargestein (Vogesen), tritt aber auch ohne Zusammenhang mit Porphyr in kleinen Gängen selbständig auf (Sachsen, Schwarzwald). Petrographisch nahe verwandt ist das nach einer schwedischen Lokalbezeichnung Hälleflinta genannte Gestein, das neben Feldspat (Orthoklas oder Oligoklas) und Quarz auch einzelne Chlorit- und Glimmerblättchen enthält und bandartig graugelblich bis braun oder grünlich gefärbt ist. Es ist ein dichter, glimmerarmer Gneis, mit dem es auch in Schweden, Schottland und Kanada wechsellagert. Adinole ist ein ähnliches, aber stark natronhaltiges (bis 10 Proz.) Gestein, ein Kontaktprodukt zwischen Kulmkieselschiefer und Diabas im Harz, endlich Hornfels ein dichtes, einzelne Granat-, Turmalin-, Feldspat- und Glimmerindividuen enthaltendes Umwandlungsprodukt der Grauwacken und Grauwackenschiefer des Harzes im Kontakt mit Granit. Je nach der Nähe der Kontaktstelle schwankt der Gehalt an Kieselsäureanhydrid im letztgenannten Gestein zwischen 56 und 74 Proz.

Felsītkugeln, s. Pechstein.

Felsö (auch Fö), Zusatz der magyar. Ortsnamen, bedeutet "Ober".

Felsö-Bánya, Bergstadt im ungar. Komitat Szathmár, mit ergiebigen Gold- und Silberbergwerken, Bergbau- und Forstakademie und (1881) 5758 Einw.

Felsschmätzer, s. Steindrossel.

Felstuff, s. Porphyrbreccie.

Feltre (lat. Feltria), Distriktshauptstadt in der ital. Provinz Belluno, am Flüßchen Cormeda, hat an hervorragenden Baudenkmälern die Porta Imperiale, ein Werk von Pietro Lombardi, und das Stadthaus und zählt (1881) 3715 Einw., welche Seidenfilanden, Hammerwerke und Mühlen sowie Handel betreiben. F. ist Sitz eines Generalvikars (das seit 1819 vereinigte Bistum F. und Belluno hat seinen Sitz in der letztgenannten Stadt) und hat ein bischöfliches Seminar und ein Gymnasium. Es ist Geburtsort des nach seiner Vaterstadt benannten Gelehrten Vittorino Ramboldini (s. d.) und des Pandolfo Castaldi, für welchen die Erfindung der beweglichen Buchdruckerlettern in Anspruch genommen wird. Der französische Marschall Clarke erhielt von dieser Stadt den Titel eines Herzogs von F.

Feltrißkraut, s. Malva.

Felucke, kleines, zweimastiges, mit lateinischem Segel getakeltes Handelsschiff des Mittelmeers, früher auch Kriegs- und Raubschiffe dieser Art.

Felup (Fulup, Aïamat), Gesamtname für eine Anzahl von Negervölkern auf der Westküste von Senegambien, welche den waldigen Landstrich längs des Meers zwischen dem untern Gambia und dem São Domingo (Cacheo) bewohnen, zwar einen gemeinsamen, ihnen eigentümlichen Dialekt sprechen, aber ohne staatlichen Zusammenhang in ihren Dörfern wohnen. Sie stehen auf einer äußerst niedrigen Stufe, gehen fast ganz nackt; ein eigentliches Familienleben existiert nicht, die Kinder werden verkauft, und Trunksucht ist allgemein verbreitet. Doch treiben sie Reisbau, halten Federvieh und Ziegen und unterhalten Handel mit Wachs und Goldstaub. Sie sind Heiden, neuerdings beginnt der Mohammedanismus sich unter ihnen auszubreiten. Vgl. Bérenger-Féraud, Les peuplades de la Sénégambie (Par. 1879).

Felvincz (spr. -winz), Stadt im ungar. Komitat Torda-Aranyos (Siebenbürgen), an der Maros und der Ungarischen Staatsbahnlinie Großwardein-Predeal, mit schönem Kastell aus der Zeit des Martinuzzi, katholischer und reform. Kirche, (1881) 1609 ungar. Einwohnern, Viehzucht und Bezirksgericht. F. war früher der Hauptort des Aranyoser Stuhls. Im J. 1849 wurde es durch die Rumänen fast ganz zerstört.

Feme, Buchecker- und Eichelmast; femen, die Schweine in die Buchen- und Eichelmast treiben.

Femel (Fimmel), s. Hanf.

Femelbetrieb (Plenterbetrieb), eine der forstlichen Waldbewirtschaftungsarten. Der Femelwald ist ein Baum- und Samenwald mit stamm-, gruppen- oder horstweiser Verteilung der Altersklassen und dadurch bedingter, häufig wiederkehrender Hauptnutzung und Verjüngung des Holzes auf derselben Fläche. Bis Ende des vorigen Jahrhunderts war der F. die herrschende Betriebsart für Baumholzerziehung, mit planlosem Hieb (ungeregelter F.). Seitdem ward er durch den Hochwaldbetrieb fast überall