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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Fellowship - Felsentempel.

(1843); "The inscribed monuments at Xanthus" (1843); "Lycia, Caria, Lydia, illustrated by G. Scharf" (1847); "Account of the Ionic trophy monument excavated at Xanthus" (1848); "Coins of ancient Lycia before the reign of Alexander" (1855). Die Ergebnisse seiner Ausgrabungen sind, soweit sie transportabel waren, in das Britische Museum zu London übergegangen. F. starb 8. Nov. 1860 in Nottingham.

Fellowship (engl., spr. felloschip), Genossenschaft, Stelle eines Fellow, namentlich an den Universitäten; s. Fellow.

Fellrißkraut, s. Malva.

Fell (schwed. Fjäll, norw. Field), in Nordengland und Schottland s. v. w. Berg, Hügel, z. B. Goatfell.

Fellsche Bahnen, s. Eisenbahnbau, S. 456.

Fellstreuling, s. Scleroderma.

Fel Meszely (spr. messeli, Rimpel), ungar. Getreide- und Flüssigkeitsmaß, = ½ Meszely oder Seidel = ¼ ungarische Halbe = 0,2115 Liter.

Felonie (v. mittellat. felo, "Verräter"; Lehnsfehler), Bruch der Lehnstreue. Nach dem allgemeinen Inhalt der Lehnstreue ist der Vasall verbunden, dem Herrn ehrfurchtsvoll und seinen Anordnungen gehorsam zu begegnen, alles zu vermeiden, was demselben an Leib, Ehre, Gütern Nachteil bringen könnte, auch ihm in jeder Not treu beizustehen, sofern er die Dienste des Mannes in Anspruch nimmt. Aber auch der Lehnsherr hat die Pflicht, den Vasallen zu schützen und jede Verletzung desselben zu unterlassen, wenn er auch nicht, wie der Vasall, die Lehnstreue durch einen Eid anzugeloben braucht. Doch wird im Lehnrecht der Begriff der F. gewöhnlich auf den Vasallen bezogen und eine doppelte Art derselben unterschieden, nämlich die wahre (felonia vera), welche in der Verletzung der dem Vasallen zufolge des Lehnsvertrags oder des Lehnsgesetzes obliegenden Pflichten besteht, wie Lebensnachstellung gegenüber dem Lehnsherrn, thätliche Mißhandlung und Beleidigung desselben, Verlassen des Herrn in der Schlacht, Verrat u. dgl., und die uneigentliche oder Quasifelonie, worunter man anderweite, vom Vasallen gegen andre Personen begangene Verbrechen begreift, welche nach den Lehnsgesetzen als Strafe den Verlust des Lehens nach sich ziehen (s. Lehnswesen). In England bezeichnet Felony jedes schwerere Verbrechen, im Gegensatz zu Misdemeanour, dem im allgemeinen mit leichtern Strafen bedrohten Vergehen. Felo-de-se (engl.-lat., "Verbrecher an sich selbst"), s. v. w. Selbstmörder. Das englische Recht behandelt auch den Selbstmord als Felony, eine Härte, welche durch den Brauch der Jury gemildert wird, indem dieselbe Unzurechnungsfähigkeit des Selbstmörders anzunehmen pflegt.

Fels (Fils, Mehrzahl Flus, Fulu, Delila), Bronzemünze in Marokko, - 1/240 Mitskal, nicht ganz 0,5 Pfennig entsprechend.

Felsarten, s. v. w. Gesteinsarten (s. Gesteine). Gebräuchlich ist das Wort "Fels" in der Gesteinslehre besonders in Verbindung mit Namen von Mineralien, z. B. Quarzfels, Serpentinfels etc.

Felsberg, höchster Berg des Odenwaldes, in der hess. Provinz Starkenburg, östlich vom Melibokus, 671 m hoch und durch seine ungeheuern Syenitfelsen eine der merkwürdigsten Erscheinungen in Europa. Südlich und südöstlich erblickt man unzählige kolossale Syenitblöcke von dem Gipfel des Bergs bis in die Tiefe der Thäler von Reichenbach und Beedenkirchen, gleich aufeinander getriebenen Eisschollen in wilder Unordnung und in einer Richtung, die etwa eine vom Berg herabströmende Wasserflut nehmen würde, übereinander hingestürzt, vom Volk bezeichnend das Felsenmeer genannt. Aus einem dieser Blöcke ist die "Riesensäule" gehauen, welche 10 m in der Länge und 1,5 m im größten Durchmesser hat. Manche halten diese Riesensäule, deren Gewicht auf mehr als 30,000 kg geschätzt wird, für ein Werk des Mittelalters; andre schreiben sie den Römern zu. Etwas weiter oben liegt der sogen. Riesenaltar, ein Syenitblock von beinahe würfelförmiger Gestalt und 13 m im Umfang, welcher eine kleine polierte Stelle zeigt und, wie man vermutet, das Fußgestell der Säule werden sollte. Nahe bei dem Dorf Beedenkirchen ist das sogen. Schiff, ein Stein von 16 m Länge und schiffähnlicher Form. Vgl. v. Cohausen, Römische Steinbrüche auf dem F. (Darmst. 1875).

Felsberg, 1) Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen, an der Edder, 2 km vom Bahnhof Gensungen, mit Amtsgericht, evang. Pfarrkirche und (1885) 942 Einw. Auf einem hohen Basaltfelsen über der Stadt die Ruinen der gleichnamigen Burg, die im 10. und 11. Jahrh. der Sitz eines Grafengeschlechts war, dann an die Grafen von Ziegenhain und zuletzt an Hessen fiel. - 2) Dorf im schweizer. Kanton Graubünden, zwischen dem Rhein und dem Calanda eingeklemmt und durch die Felsstürze des letztern (besonders 1842 und 1843) fortwährend bedroht. Deshalb ist in der Nähe, aber in sicherer Lage, eine neue Ansiedelung, Neu-F., entstanden; doch vermag sich eine Anzahl Familien von der alten Heimat nicht zu trennen. Die Gemeinde F. zählt (1880) 558 deutsche und überwiegend protestantische Einwohner.

Felsbusch, s. Epacris.

Felsen, s. v. w. Felsarten, s. Gesteine. Dann jedes anstehende Gestein, besonders aber schroffe Gesteinspartien, welche ihre Form durch Zerklüftung oder durch Verwitterung und Fortführung der Verwitterungsprodukte erhalten haben.

Felsenbein, s. Schädel.

Felsenbilder, prähistorische (Felsenzeichnungen, Felsenskulpturen, skandinav. Hällristningar), eigentümliche Darstellungen von Schiffen mit Kämpfern, Kampf- und Jagdszenen, Ackerbauszenen, Tierfiguren, Fußstapfen, geometrische und andre Figuren, welche, wie es scheint, mit einem Steininstrument in die Wände von Felsen oder Felsblöcken eingepickt oder eingerieben sind. Sie kommen in Bohuslän und Götaland in Schweden sowie in Norwegen vor (in Dänemark bis jetzt nur einmal gefunden) und werden der ältern Metallzeit zugeschrieben.

Felsenbirne, s. Amelanchier.

Felsenburg, Insel, Roman von J. G. ^[Johann Gottfried] Schnabel (s. d.).

Felsengebirge, s. Rocky Mountains.

Felsenmeere, Blockanhäufungen, welche durch Verwitterung von Graniten u. Syeniten, aber auch Sandsteinen (besonders Buntsandstein) entstehen, indem Wasser in die Absonderungsklüfte eindringt, das Gestein zersetzt, die Klüfte erweitert und die lockern Verwitterungsprodukte fortspült, so daß die an den Kanten und Ecken abgerundeten Blöcke endlich ihren Halt verlieren und übereinander stürzen. Derartige Bildungen finden sich im Harz (Brocken), Fichtelgebirge (Luisenburg), im Odenwald (Felsberg), Schwarzwald, Riesengebirge, Böhmerwald.

Felsenstrauch, s. Azalea.

Felsentempel (Grotten- oder Höhlentempel), in den natürlichen Fels eingehauene, innen künstlerisch ausgestattete Tempel, welche vereinzelt in Klein-^[folgende Seite]