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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fritsch

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Fritsch.

migen, gestreiften, purpurroten Kronblättern, wird wie die vorige Art kultiviert, ebenso F. Meleagris L. (Brettspielblume, Kiebitzei), in Italien, Frankreich, in der Schweiz, Österreich und Deutschland, 25-40 cm hoch, ein- bis zweiblumig, mit hängender, schachbrettartig gewürfelter Blume, welche in verschiedenen Farben (weiß, gelb, gefleckt, rot, purpurrot, schwärzlich, braun gefleckt, aschgrau) variiert.

Fritsch, 1) Ahasverus, deutscher Rechtsgelehrter, geb. 16. Dez. 1629 zu Mücheln im preußischen Regierungsbezirk Merseburg, studierte seit 1650 die Rechtswissenschaften in Jena, wo er 1661 die juristische Doktorwürde erlangte, ward 1657 Hofmeister des Grafen Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt, 1661 Hof- und Justizrat des regierenden Grafen Ludwig Günther, 1679 Kanzleidirektor und Konsistorialpräsident, 1687 Kanzler und starb 24. Aug. 1701 in Rudolstadt. Außer vielen Schriften juristischen, publizistischen und politischen Inhalts, gesammelt von Mich. Heinr. Griebner (Nürnb. 1731-32, 2 Bde.), verfaßte er auch zahlreiche theologische und asketische Werke, unter denen "Christentumsfragen" neu hrsg. von Delitzsch, Dresd. 1841), "Himmelsüße Jesuslieder" u. a. ihrer Zeit sehr verbreitet waren. Man zählt von ihm gegen 300 einzelne Schriften.

2) Jakob Friedrich, Freiherr von, sachsen-weimar. Minister, geb. 22. März 1731 zu Dresden als ältester Sohn des sächsischen Ministers Thomas v. F., studierte 1748-51 in Leipzig und Göttingen die Rechte, trat 1754 als Legationsrat und Assessor bei der Regierung in Eisenach in weimarische Dienste, ward 1756 Hofrat, 1766 Geheimrat und trat 1772 als Wirklicher Geheimer Rat an die Spitze des Ministeriums unter der vormundschaftlichen Regierung der Herzogin Amalie. Als Herzog Karl August 1775 die Regierung übernahm, widerstrebte F. einigen Maßregeln desselben und riet namentlich von der Anstellung Goethes im Geheimen Konsilium ab, forderte nach dessen Berufung auch seine Entlassung, ließ sich aber bewegen, zu bleiben, und widmete sich mit Eifer und Erfolg der Verwaltung des kleinen Staats. Ein Augenleiden zwang ihn, 1800 seinen Abschied zu nehmen. Er starb 13. Jan. 1814 in Weimar. Vgl. Beaulieu-Marconnay, Anna Amalia, Karl August und der Minister v. F. (Weim. 1874). - Sein Sohn Karl Wilhelm v. F., geb. 16. Juni 1769, war ebenfalls 1815-43 weimarischer Staatsminister und starb 16. Okt. 1850 in Weimar.

3) Karl, Meteorolog, geb. 16. Aug. 1812 zu Prag, widmete sich an der dortigen Universität philosophischen und juristisch-politischen Studien, trat dann 1837 bei der böhmischen k. k. Kameralgefällenverwaltung als Konzeptspraktikant in den Staatsdienst und bekleidete dies Amt bis 1851, war aber in den letzten fünf Jahren beurlaubt. Schon früh naturwissenschaftlichen Studien zugewandt, begann er noch während seiner Studienzeit mit der Aufzeichnung meteorologischer Beobachtungen, setzte dieselben an Kreils magnetisch-meteorologischem Observatorium fort und begann 1834 seine phänologischen Studien. 1846-48 begleitete er Kreil bei der Bereisung Österreichs zum Zweck erdmagnetischer und geographischer Ortsbestimmungen als Assistent und wurde 1851 zum Adjunkten der Zentralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus ernannt. Seine phänologischen Beobachtungen fanden großen Anklang, und 1857 arbeitete er bereits mit etwa 100 Teilnehmern an mehr als 70 Stationen. 1862 ward er zum Vizedirektor der Zentralanstalt ernannt und fungierte als solcher bis 1872, wo er in den Ruhestand trat. Er siedelte nach Salzburg über, übernahm die dortige meteorologische Station, blieb aber mit der Zentralanstalt in einem engern Verhältnis besonders dadurch, daß er den phänologischen Abschnitt der Jahrbücher dieses Instituts noch weiter bearbeitete. Er starb 26. Dez. 1879 in Salzburg.

4) Gustav Theodor, Anatom und Reisender, geb. 5. März 1838 zu Kottbus, studierte seit 1857 in Berlin, Breslau und Heidelberg Medizin und Naturwissenschaften, bereiste 1863-66 behufs anthropologischer und zoologischer Studien das südliche Afrika und publizierte als Resultat dieser Reise: "Drei Jahre in Südafrika" (Bresl. 1868) und "Die Eingebornen Südafrikas anatomisch und ethnographisch beschrieben" (das. 1872), von denen letzteres ein Quellenwerk ersten Ranges für die Ethnographie der Kaffern, Betschuanen, Hottentoten und Buschmänner bildet. Heimgekehrt, machte er den Feldzug gegen Österreich und später auch den gegen Frankreich mit, wurde 1867 Assistent am anatomischen Institut zu Berlin und ging 1868 als Chef der von der preußischen Regierung ausgesandten Expedition zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis nach Aden. Ebenso gehörte er zu der unmittelbar an jene sich anschließenden Expedition, welche zu archäologisch-photographischen Zwecken unter Dümichens Leitung Oberägypten bereiste. Nach seiner Rückkehr widmete er sich hauptsächlich vergleichend-anatomischen und physiologischen Untersuchungen und ging 1874, zum außerordentlichen Professor ernannt, zur Beobachtung des Venusdurchgangs nach Ispahan und von da zu zoologischen Zwecken nach Kleinasien. 1881-82 bereiste er im Auftrag der königlichen Akademie der Wissenschaften Ägypten und die östlichen Mittelmeerländer zum Studium der elektrischen Fische. Er schrieb: "Die Skulptur und die feinern Strukturverhältnisse der Diatomaceen" (Berl. 1870); "Beiträge zur Kenntnis der mikroskopischen Photographie" (in der "Zeitschrift des Berliner Vereins für Photographie" 1869); "Über das stereoskopische Sehen im Mikroskop und die Herstellung stereoskopischer Mikrotypien auf photographischem Weg" als Teil der Festschrift der Gesellschaft naturforschender Freunde (1873); "Untersuchungen über den feinern Bau des Fischgehirns" (Berl. 1878); "Die elektrischen Fische im Lichte der Deszendenzlehre" (das. 1884); "Südafrika bis zum Zambesi" (Leipz. 1885).

5) Karl von, Geolog und Reisender, geb. 11. Nov. 1838 zu Weimar, studierte 1860-62, nachdem er zuvor einen 1½jährigen Kursus auf der Forstakademie zu Eisenach durchgemacht, in Göttingen Geologie, ging dann nach Madeira und den Kanarischen Inseln, habilitierte sich 1863 an der Universität zu Zürich und am Polytechnikum daselbst, machte 1866 zur Beobachtung des Vulkanausbruchs eine Reise nach Santorin und wurde 1867 von der Senckenbergschen Naturforschenden Gesellschaft als Dozent für Mineralogie und Geologie nach Frankfurt a. M. berufen sowie später zum zweiten (sogen. wissenschaftlichen) Direktor der Anstalt erwählt. Eine neue Reise führte ihn mit Rein 1872 nach Marokko und dem Hohen Atlas. 1873 wurde er außerordentlicher, 1876 ordentlicher Professor der Geologie an der Universität zu Halle. Er schrieb: "Reisebilder von den Kanarischen Inseln" (Gotha 1867); "Das Gotthardgebiet" (Beiträge zur geologischen Karte der Schweiz, 15. Lief., Bern 1873); mit G. Hartung und Reiß: "Tenerife, geologisch-topographisch dargestellt" (Winterthur 1867) und in Gemeinschaft mit Reiß allein: "Geologische Beschreibung der Insel Tenerife" (das. 1868).