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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fuchs

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Fuchs (Zuname).

geb. 15. Dez. 1640 zu Stettin, studierte die Rechte, ward 1667 Professor in Duisburg und 1670 Kabinettssekretär des Großen Kurfürsten, dem er sich bald durch seine Gewandtheit und Treue unentbehrlich zu machen wußte, und den er auf allen Reisen und Feldzügen begleitete. Sein Wirkungskreis erweiterte sich immer mehr und mehr. 1679 wurde er Hofrat, 1682 Geheimrat und erhielt nun mehrere wichtige diplomatische Sendungen übertragen sowohl bei deutschen Reichsfürsten als bei dem Prinzen von Oranien und den Generalstaaten, mit denen er 1685 ein neues Bündnis abschloß. Namentlich führte er 1688 mit Bentinck die geheimen Verhandlungen über die Beteiligung Brandenburgs an der englischen Expedition Wilhelms III. von Oranien. Daneben leitete er besonders die Verhandlungen mit Dänemark. Auch den französischen Reformierten widmete er seine Fürsorge, und das Postwesen machte unter seiner Leitung bedeutende Fortschritte. 1694 ward er Kurator der Universitäten und richtete die neue Hochschule zu Halle ein. 1684 wurde er vom Kurfürsten geadelt und 1702 vom Kaiser in den Freiherrenstand erhoben. Obwohl er den Launen Friedrichs III. sich allzu geschmeidig fügte und sogar zum Sturz Danckelmanns beitrug, vermochte er sich doch neben den neuen Günstlingen nicht zu behaupten und verlor schließlich allen Einfluß. Er starb 7. Aug. 1704 auf seinem Gut Malchow bei Berlin. Vgl. Salpius, P. v. F. (Leipz. 1877).

3) Johann Nepomuk von, Chemiker und Mineralog, geb. 15. Mai 1774 zu Mattenzell in Bayern, studierte zu Heidelberg und Wien Medizin, dann in Freiberg und Berlin Mineralogie und Chemie, habilitierte sich 1805 als Privatdozent in Landshut, ward 1807 ordentlicher Professor der Mineralogie und Chemie, 1823 für das mineralogische Fach in der Akademie der Wissenschaften nach München berufen und als Konservator der mineralogischen Sammlungen, nach Verlegung der Landshuter Universität nach München 1826 als Professor und 1835 als Oberberg- und Salinenrat angestellt. Seit 1852 emeritiert, ward er 1854 in den erblichen Adel erheben und starb 5. März 1856. Er lieferte zahlreiche wichtige Untersuchungen auf dem Gebiet der anorganischen Chemie und der Mineralogie, stellte zuerst (1825) das Wasserglas dar und lehrte dessen Anwendung in der Stereochromie ("Bereitung, Eigenschaften und Nutzanwendung des Wasserglases", Münch. 1857). Von großer Wichtigkeit für die Zementfabrikation waren seine darauf bezüglichen Untersuchungen. Er schrieb: "Über den gegenseitigen Einfluß der Chemie und Mineralogie" (Münch. 1824); "Über die Theorien der Erde" (das. 1844); "Naturgeschichte des Mineralreichs" (Kempt. 1842, als 3. Bd. von Wagners "Handbuch der Naturgeschichte"). Seine "Gesammelten Schriften" gab Kaiser heraus (Münch. 1856). Vgl. Kobell, Denkrede auf F. (Münch. 1856).

4) Christian Joseph, Tierarzt und Schriftsteller, geb. 2. Febr. 1801 in der Rheinprovinz, studierte zu Bonn Medizin und zu Berlin Tierarzneikunde, war Kreistierarzt in Schleiden und wurde 1841 als Hilfslehrer an die Tierarzneischule in Berlin berufen. Das ihm 1843 übertragene Amt als Departementstierarzt in Bromberg hatte er kaum angetreten, als ihn die badische Regierung zum Professor ernannte und an die Tierarzneischule in Karlsruhe berief. In dieser Stellung, in welcher er sich um die Reform des Veterinärwesens Verdienste erwarb, verblieb F. bis zur Auflösung der badischen Tierarzneischule (1861). Er ging zunächst nach Heidelberg, wurde aber 1864 zum Referenten für die Veterinärabteilung im Ministerium des Innern nach Karlsruhe berufen und zum Medizinalrat ernannt. Er starb 10. Nov. 1871. Er schrieb außer wertvollen Arbeiten über Milchfehler und zahlreichen kleinern Abhandlungen: "Handbuch der allgemeinen Pathologie der Haussäugetiere" (Berl. 1843); "Pathologische Anatomie der Haussäugetiere" (das. 1859); "Allgemeine Lehre von den Seuchen und ansteckenden Krankheiten der Haussäugetiere" (Leipz. 1862).

5) Konrad Heinrich, Mediziner, geb. 7. Dez. 1803 zu Bamberg, studierte seit 1820 in Würzburg, war 1825-29 Assistent im Juliushospital daselbst, habilitierte sich 1831 als Privatdozent an der Universität, ward 1833 außerordentlicher, 1836 ordentlicher Professor der Poliklinik, aber 1837 der Leitung dieses Instituts enthoben und ihm dafür das Fach der Materia medica zugewiesen. Er folgte deshalb 1838 einem Ruf nach Göttingen, wo er die Klinik und die praktischen Fächer übernahm und 2. Dez. 1855 starb. F. schrieb: "Die krankhaften Veränderungen der Haut und ihrer Anhänge" (Götting. 1840-1841, 3 Bde.); "Lehrbuch der speziellen Nosologie und Therapie" (das. 1844-48, 4 Bde.). Auch gab er "Die ältesten Schriftsteller über die Lustseuche in Deutschland" (Götting. 1843) heraus, dem als Anhang "Ulsenii Vaticinium in epidemicam scabiem" (das. 1850) folgte.

6) August, Linguist, geb. 22. Juni 1818 zu Dessau, studierte in Leipzig und Berlin die klassischen und romanischen Sprachen nebst Sanskrit und erhielt 1837 von der philosophischen Fakultät zu Leipzig einen Preis für seine Schrift über die Echtheit der angefochtenen Xenophontischen Schriften, die unter dem Titel: "Quaestiones Xenophonteae" (Leipz. 1838) erschien. Damals vollendete er auch schon, mit Beihilfe eines Freundes aus Madrid, sein "Lehrbuch der spanischen Sprache" (Leipz. 1837), das immer noch als eine der besten spanischen Grammatiken anzuerkennen ist. Noch während seines Studiums zu Berlin erschien der erste Band seiner "Beiträge zur Kenntnis der romanischen Sprachen" (Berl. 1840). Dann in seiner Vaterstadt privatisierend, schrieb er sein Hauptwerk: "Die romanischen Sprachen in ihrem Verhältnis zum Lateinischen" (Halle 1849), und starb bald darauf, 8. Juni 1847. Außer den genannten Werken sind noch zu erwähnen: "Zur Geschichte und Beurteilung der Fremdwörter" (Dess. 1842); "Grundriß der Geschichte des Schriftentums der Griechen und Römer, der romanischen und germanischen Völker" (Halle 1846; im Auszug, das. 1846).

7) Karl, Rechtsgelehrter, geb. 16. Juni 1821 zu Hanau, studierte seit 1837 Philologie, dann Jurisprudenz in Marburg und Heidelberg, trat als Referendar bei dem Obergericht seiner Vaterstadt in die juristische Praxis und ward 1849 Assessor. Von Hassenpflug wegen verweigerter Anerkennung der Septemberverordnung im Dezember 1850 mit Exekutionstruppen belegt, nahm er seinen Abschied und widmete sich der akademischen Laufbahn. Nachdem er sich 1851 in Marburg als Privatdozent habilitiert hatte, ward er 1857 außerordentlicher und 1863 ordentlicher Professor für Prozeß und Kriminalrecht. Er starb 20. Okt. 1884 in Marburg. Außer vielen Abhandlungen in Zeitschriften, besonders im "Archiv für praktische Rechtswissenschaft" und im "Archiv für die zivilistische Praxis", schrieb er: "Einführung in die Zivilprozeßpraxis" (Marb. 1853; 2. Aufl., das. 1862); "Beiträge zum Zivilprozeß" (das. 1855 u. 1863, 2 Hefte); "Kritische Studien zum Pandekten-^[folgende Seite]