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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Fuchsin - Fuentes.

willig, blühen sehr reichlich und gedeihen am besten, wenn man sie in einem luftigen, kühlen, nur eben frostfreien, wenn möglich etwas hellen Raum bei spärlichster Bewässerung überwintert. Vgl. Porcher, Histoire et culture du F. (4. Aufl., Par. 1875).

Fuchsin, s. Anilin, S. 591.

Fuchsinseln, s. Alëuten.

Fuchskusu, s. Kusu.

Fuchsprellen, s. Fuchs, S. 767.

Fuchsschwanz, Pflanzengattung, s. Alopecurus und Amarantus; Werkzeug, s. Säge.

Fuchsschwanzgewächse, s. Amarantaceen.

Fuchstraube, s. Paris.

Fucinosee (Lago Fucino, spr. -tschino-), s. Celano.

Fuck., bei botan. Namen Abkürzung für G. W. K. Fuckel (s. d.).

Fuckel, Gottlieb Wilhelm Karl, Botaniker, geb. 3. Febr. 1821 zu Reichelsheim in der Wetterau, war Besitzer eines Weinguts zu Östrich im Rheingau und starb 8. Mai 1876 in Wien. Er schrieb: "Nassaus Flora" (Wiesb. 1856); "Enumeratio fungorum Nassoviae" (Teil 1, das. 1861); "Symbolae mycologicae" (das. 1869, mit drei Nachträgen 1871-1875); auch gab er heraus: "Fungi rhenani exsiccati" (1863-75, 27 Hefte; 2. Aufl. 1871 ff.).

Fucus L. (Tang), Algengattung aus der Familie der Fukaceen, Meergewächse mit lederartigem, bandartig flachem, meist wiederholt gabelspaltigem, olivenfarbigem, ins Bräunliche oder seltener ins Grünliche ziehendem Laub von ansehnlicher Größe, das bei mehreren Arten zu Luftblasen aufgetrieben wird, vermöge deren es sich im Wasser aufgerichtet erhält. Die Fruktifikationsorgane sitzen in vertieften Stellen des Laubes (Konzeptakeln), und diese sind an den Enden der Äste zu Fruchtständen vereinigt. F. vesiculosus L. (Blasentang, gemeiner Seetang, Meer-, See-Eiche), sehr häufig an den Küsten Europas, ist lederartig, olivengrün, trocken rotbraun bis schwarzbraun, meist 10-30 cm lang, 12-25 mm breit, doch auch viel größer, mehrfach gabelteilig, bisweilen auch dünn und spiralig gedreht; die Blasen sind kugelig oder länglichrund, zuweilen fehlend, die Fruchtstände aufgetrieben, 2,5 cm lang, bisweilen auch linealisch-länglich. Das Gewächs riecht frisch schwammartig, schmeckt ekelhaft, schwach salzig. Es enthält viel schleimige Substanzen, Mannit, Kalk- und Natronsalze, ist reich an Jod und wurde daher früher gegen Kröpfe und Drüsengeschwülste, bei Skrofeln etc. angewandt. Außerdem dienen diese und andre Arten zur Jodbereitung und werden zu diesem Zweck namentlich an der Küste der Normandie unter dem Namen Varec und auf den schottischen Inseln als Kelp gesammelt. F. amylaceus L. (Gracilaria lichenoides. Ag.), im Indischen Ozean, wird von den Küstenbewohnern gegessen, gibt mit kochendem Wasser eine reichliche Gallerte. F. crispus, s. Carragaheen.

Fudai ("erbliches Gefolge"), in Japan früher diejenigen Daimios (s. d.), welche, aus Vasallen Iyeyasas hervorgegangen, die Hauptstütze der Tokugawa-Shogune bildeten. Ihre Zahl betrug 1862: 141. Die Herrschaften derselben wechselten zwischen 350,000 und 10,000 Koku Reis (1 Koku = 180 Lit.) Einkommen und lagen zwischen denen der ältern und größern Fürsten des Landes.

Fuddeah (Doppelpies), Rechnungs-, resp. Kupfermünze in Bombay, = 1/50 Rupie = 3,8 Pf.

Fuder, die Ladung auf einem zweispännigen Wagen, daher Wiesenmaß, z. B. eine Wiese von zwei Fudern, auf welcher zwei F. Heu gebaut werden; auch Flüssigkeits-, resp. Wein- und Branntweinmaß: in Baden = 10 Ohm = 1500 Lit.; in Bremen = 6 Ohm = 869,8 L.; in Hamburg = 6 Ohm = 868,8 L.; in Preußen = 4 Oxhoft = 824,4 L.; in Sachsen = 6 Ohm = 808,35 L.; in Württemberg = 6 Eimer Helleichmaß = 1763,56 L.; an manchen Orten Getreidemaß; auf Hüttenwerken ein Maß für Holzkohlen, Eisensteine, Kupferschiefer etc. von wechselnder Größe, jetzt überall verschwindend. In den österreichischen Sudsalinen heißt F. das in Form großer Pyramiden oder Kegel festgeschlagene Sudsalz.

Fuegia (Tierra del Fuego, span.), Feuerland; Fuegier, Feuerländer.

Fuego (Volcano del F., "Feuerberg"), thätiger Vulkan im mittelamerikan. Staat Guatemala, mit drei Gipfeln, 4261 m hoch.

Fuencaliénte, Badeort in der span. Provinz Ciudad Real, romantisch zwischen den östlichen Bergketten der Hohen Mancha gelegen, mit kräftiger Schwefelquelle (36-40° C.) und (1878) 1753 Einw.

Fuente de Cantos, Bezirksstadt in der span. Provinz Badajoz, am Fuß der nördlichsten Kette der Sierra Morena, auf der Straße nach Sevilla, mit (1878) 7060 Einw.; Geburtsort des Malers Zurbaran. In der Nähe Kupferminen.

Fuente de Piedra, Badeort in der span. Provinz Malaga, an einem großen Salzsee und an der Eisenbahn nach Cordova, mit einer für Blasenkrankheiten heilkräftigen Mineralquelle (17° C.) und (1878) 1210 Einw.

Fuente Obejuno, Bezirksstadt in der span. Provinz Cordova, im Hochthal des Guadiato, mit Bienenzucht und (1878) 7937 Einw.

Fuenterrabia, Bezirksstadt in der span. Provinz Guipuzcoa, an der Mündung der Bidassoa und an der Spanischen Nordbahn, gegenüber dem französischen Flecken Hendaye malerisch gelegen, mit ansehnlicher Kirche, einem als Kaserne dienenden verfallenen Schloß, Hafen, Seebad, Steinbrüchen und (1878) 3713 Einw., früher als Grenzfestung gegen Frankreich wichtig; jetzt sind die Werke geschleift. 1638 erlitten hier die die Stadt belagernden Franzosen unter Condé eine Niederlage.

Fuentes, Don Pedro Henriquez d'Azevedo und Toledo, Graf von, span. Feldherr und Staatsmann, geb. 18. Sept. 1560 zu Valladolid, war Page am Hofe Philipps II., machte 1580 seinen ersten Feldzug unter dem Herzog von Alba in Portugal mit und erhielt hier 1582 den Oberbefehl über sämtliche spanische Truppen. 1591 vom König in die Niederlande gesandt, stand er hier nach dem Tode des Herzogs Alexander Farnese von Parma, Statthalters der Niederlande, dessen Nachfolgern, dem Grafen Peter Ernst von Mansfeld und dann dem Erzherzog Ernst von Österreich, zur Seite und ward 1595 nach des letztern Tod interimistischer Statthalter der Niederlande. Seine maßlose Strenge bewog indes Philipp II., ihn durch Albrecht von Österreich zu ersetzen, und F. ward hierauf Gouverneur und Generalkapitän zu Mailand, wo er durch seine Politik sowohl als durch sein Kriegsheer die Furcht der italienischen Fürsten, besonders der Venezianer, erregte. 1599 brachte er das Bündnis mit dem Herzog von Savoyen zur Zerstückelung Frankreichs und die Verschwörung des Marschalls Biron zu stande. Als nach Ludwigs XIII. Tode der Krieg zwischen Frankreich und Spanien wieder ausbrach, fiel F. an der Spitze von 25,000 Mann in die Champagne ein, um nach Paris vorzudringen, ward aber bei der Belagerung von Rocroi 19. Mai 1643 von Condé geschlagen und fiel im Kampf.