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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fukaceen; Fukian; Fukoideen; Fukoiden; Fukusmeere; Fulbe

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Fukaceen - Fulbe.

baut wird, steigt die Kulturregion 600-700 m hoch empor; dann folgt ringsum eine blumenreiche, baumlose Region bis 1500 m, darauf ein Waldgürtel bis 400 m und endlich der kahle Gipfel mit wenig Pflanzenarten von arktisch-alpinem Habitus.

Fukaceen, Familie der Algen aus der Ordnung der Fukoideen (s. Algen 10).

Fukian (Fokian, "glückliche Niederlassung"), eine Provinz des südöstlichen China, der Insel Formosa gegenüber, zwischen dem Meer (dem Fukiankanal) und dem der Küste parallel laufenden Gebirge Tajuling, hat ein Areal von 118,517 qkm (2152 QM.), mit Einschluß des westlichen Teils von Formosa, das administrativ zur Provinz gehört, von 157,320 qkm (2855 QM.) mit (1882) 25,769,556 Einw. Das Land ist im westlichen Teil-Gebirgsland, das sich vom Nanling aus gegen das Meer hin abstuft und gliedert, mit nicht sehr ergiebigem Boden, aber durchaus terrassiert und sorgfältig bebaut und daher eine der reichsten Provinzen Chinas. Es wird von vielen am Nanling entspringenden Flüssen durchzogen, unter denen der 450 km lange Min die bedeutendste Stelle einnimmt. Seine Tiefe ist äußerst gleichmäßig und daher sein Nutzen für die Schiffahrt groß. Die Meeresküste ist reich an trefflichen und geräumigen Häfen. Die Bewohner Fukians stehen an Bildung hinter den nördlichen Chinesen weit zurück. Durch die Lage des Landes auf Schiffahrt hingewiesen, sind sie die eigentlichen Seeleute Chinas; sie haben einst den Mandschu am längsten Widerstand geleistet. Sie entschließen sich leicht zur Auswanderung, ein großer Teil der Chinesen in Amerika kommt aus dieser Provinz. Unter den Bodenerzeugnissen Fukians steht der Thee obenan; ein großer Teil der Gesamtausfuhr schwarzen Thees nach England kommt von den berühmten Boheahügeln im Distrikt Kienning und führt im Handel unzählige Namen, je nach den Lokalitäten, wo er wächst, oder nach dem Eigentümer des Grundstücks. Hauptstadt ist Futschou. An der Küste von F. lag vermutlich die von Marco Polo und arabischen Reisenden vielgerühmte reiche Handelsstadt Zaitun. Zur Provinz gehören außer Futschou die Vertragshäfen Amoy, Tamsui und Takau (die beiden letztern aus Formosa). S. Karte "China".

Fukoideen, Ordnung der Algen (s. d. 10); Fukologie, Lehre von den Seegewächsen.

Fukoiden, Reste von meist sehr ungenügender Erhaltung (fast immer nur Abdrücke), welche gewöhnlich Meertangen zugeschrieben werden, obgleich oft ein Beweis für eine solche Abstammung nicht zu erbringen ist. Wegen ihrer Häufigkeit in bestimmten Formationen (z. B. Silur, Lias, Malm) haben sie ein gewisses geologisches Interesse, indem die von ihnen erfüllten Schichten als geologische Horizonte (Fukoidensandstein des schwedischen Silurs, Fukoidenschichten des weißen Jura in Schwaben) dienen können.

Fukusmeere (Sargassomeere, Tangwiesen), Meeresteile, welche mit schwimmendem Sargassum (s. d.) erfüllt sind. Das bekannteste dieser F. findet sich inmitten des Atlantischen Ozeans; es erstreckt sich von den Kapverdischen bis in die Nähe der Bahamainseln und wird vom Golfstrom und der Äquatorialströmung eingeschlossen. Kolumbus durchkreuzte es auf seiner Entdeckungsfahrt nach Amerika. Ähnliche F. finden sich im Südatlantischen und Indischen Ozean (von den Falklandinseln bis in die Nähe Australiens) und im Stillen Ozean (nördlich von Hawai und südöstlich von Neuseeland).

Fulbe (Fulah bei den Mandingo, Fellani bei den Haussa, Fellata bei den Kanuri), ein durch Mittelafrika weitverbreitetes Volk von noch zweifelhafter ethnographischer Stellung. Der Name F. entstammt dem Mandingo, in dem pul s. v. w. hellbraun, rot bedeutet, und wird im Gegensatz zu jolof ("schwarz") gebraucht, um das hellere Volk zu bezeichnen. Das Gebiet, in dem die F. meist das herrschende Volk geworden, reicht vom untern Senegal im W. bis Dar Fur im O. und von Timbuktu und Haussa im N. bis Sulimana, Wassulo, Joruba und Adamáua im S. In keinem dieser Länder finden sie sich als alleinige Bevölkerung, sondern nur als erobernde, aus dem W. gekommene Eindringlinge. Am zahlreichsten sind sie in ihren Stammlandschaften Futa Toro, Bondu und Futa Dschallon im W., von wo sie als Eroberer und fanatische Verbreiter des Islam ausgingen. Sie haben im Lande der Woloff festen Fuß gefaßt und die Küstenvölker bis an den Nuñez ihrem Einfluß unterworfen; weiter finden wir sie im sogen. Fuladu und in den Mandingoländern zerstreut. In Massina sind sie das herrschende Volk, und seit 1826 haben sie sich abwechselnd Timbuktus bemächtigt. Im Haussaland ist das Reich Sokoto nebst Gando eine Schöpfung der F. seit Beginn unsers Jahrhunderts. Es erstreckt sich bis über den Binuë, wo Adamáua von ihnen besetzt ist. Überdies ist Burgu von ihnen abhängig, und in Bornu, Bagirmi, Wadai bis Dar Fur beginnen sie ihren Einfluß zu üben. Mit ihren Vorposten sind sie bereits am Nil angelangt, und man erwartet, daß sie in einigen Jahrzehnten den Congo erreichen werden. Die Gesamtzahl der F. mag 6-8 Millionen betragen. Nach ihrem Körperbau kann man sie in zwei scharf getrennte Klassen scheiden, die braunen oder roten und die schwarzen F.; die erstern stammen meist aus Sokoto, die letztern aus Bornu und Adamáua. Im allgemeinen haben sie in ihren Gesichtszügen durch das Vorkommen eines Nasenknorpels und die häufig adlerartige Bildung der Nase, den sein geformten Mund, das lange, meist seidenartig glattes und nur bei den F. von Futa Dschallon wollartige Haar, endlich durch die meist kaum von der der Südeuropäer unterscheidbare Färbung der Haut, welche vorherrschend dunkel olivenartig ist, große Übereinstimmung mit den charakteristischen Zügen der kaukasischen Rasse und sind auch im übrigen sehr schön und kräftig gebaut. Dieser physischen Vorzüge wegen sowie in Ansehung ihres Mutes, ihrer geistigen Befähigung, ihrer Offenheit, Zuverlässigkeit und Bestimmtheit des Charakters, endlich ihres Selbstgefühls, das sich durch eine edle, stolze und ernste Haltung kundgibt, nehmen die F. eine bedeutsame Stellung unter den Völkern Afrikas ein. Sie sind nach Barth der intelligenteste aller afrikanischen Stämme, der sich aber auch durch Bösartigkeit auszeichnet. Im Gegensatz zu den Negern schätzen sie die Arbeit, die sich im fleißigen Betrieb der Viehzucht, des Ackerbaues und einzelner Handwerke kundgibt; ferner sind sie charakterisiert durch ihre tiefe Religiosität, die sie zu fanatischen Anhängern und Verbreitern des Islam gemacht hat. Man hat daher auch die F. von der Negerrasse völlig getrennt, und Fr. Müller bildete aus ihnen und den weiter östlich wohnenden Nuba eine eigne Fulah-Nuba-Rasse, die zweite seiner "schlichthaarig-lockenhaarigen" Menschen. Andre Völkerkundige, wie Peschel, betrachten sie jedoch nur als Unterabteilung der echten (Sudân-) Neger. Aufklärung über ihre ethnographische Stellung werden wir erst erhalten, wenn ihre Sprache besser, als es bisher der Fall war, erforscht sein wird. Nach Faidherbe ("Revue de linguistique", 7. Bd., Par. 1875) zeichnet sich dieselbe durch eine eigentüm-^[folgende Seite]