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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Füllflasche - Fulton.

"Lady Bird" (1852), setzte sich fort mit "Laurentia" (1861), "Too strange not to be true" (1864), "A stormy life" (1867), "Mrs. Gerald's niece" (1871), "Seven stories" (1873), "A will and a way" (1881) etc. und wurde von Zeit zu Zeit von erbaulichen Biographien begleitet. Auch einen Band Gedichte hat sie herausgegeben: "The gold-digger, and other verses" (1872). Sie starb 18. Jan. 1885 in Ayrfield. In England selbst hat Frau F. nur einen beschränkten Leserkreis; Ausländer, dem römisch-katholischen Glauben zugeneigt und durch manches in dem vorherrschenden litterarischen Charakter Englands abgestoßen, haben ihr eine gewisse Berühmtheit verschafft. Die meisten ihrer Romane erschienen auch in deutschen Übersetzungen.

Füllflasche, eine von Gall angegebene Vorrichtung zur beständigen Vollerhaltung eines mit Wein gefüllten Fasses. Dieselbe besteht aus einer Glasflasche, welche sich abwärts zu einer Ausflußröhre von 8 cm Länge verjüngt, während sie oben in einen Hals ausläuft. Sie wird in den mit einem durchbohrten Kork versehenen Spund eingesetzt, worauf man diesen luftdicht und in der Weise in das Spundloch treibt, daß er nicht über die innere Wandung des Fasses hinausragt. Man füllt das Faß vorher durch Zugießen von Wein bis zum Überlaufen und nach dem Einsetzen der F. auch diese bis zur Hälfte oder etwas mehr mit Wein. Um die Luft abzuhalten, gießt man auf denselben eine Schicht reines Öl und verschließt die Mündung lose mit einem Pfropfen oder bedeckt sie auch nur mit einer Blechkapsel. Wenn der Wein wieder zu treiben beginnt, darf die F. nicht zu voll sein, und wenn der Wein dennoch überzusteigen droht, zieht man mit Hilfe eines Hebers unterhalb der Ölschicht so viel Wein, wie erforderlich ist, ab. Die F. erhält das Faß stets voll und verhindert folglich die Bildung einer Kahmdecke; sie erleichtert das Nachfüllen und läßt außerdem eine etwanige Undichtigkeit des Fasses sofort erkennen, da in diesem Fall der Wein in derselben sehr schnell fällt. Außerdem erspart man bei Anwendung der F. mindestens zwei Dritteile an Füllwein. Vgl. Gall, Die F. und deren Anwendung (Trier 1854).

Füllhorn (lat. Cornu copiae), ein mit Früchten, Blumen etc. gefülltes, meist gewundenes Horn oder Bild eines solchen, als Symbol des Überflusses und Attribut des Reichtums (daher auf Kunstwerken in der Hand des kleinen Plutos, der Fortuna, auch des Herakles); wird in der Baukunst in Kapitälern und Gesimsen, besonders der korinthischen Ordnung, auch über Bogen, unter Fenstern etc. angebracht und ist nach dem Mythus das Horn der Amalthea (s. d.) oder das dem in einen Stier verwandelten Acheloos (s. d.) abgebrochene (vgl. Abundantia).

Füllofen, s. Zimmeröfen.

Füllopfer (hebr. Korban hamilluim), das beim Amtsantritt (Milluim) des israelitischen Priesters dargebrachte Opfer (vgl. 3. Mos. 8, 33 ff.).

Full pace (engl., spr. Full pehs), s. Pace.

Füllstimmen, im mehrstimmigen Tonsatz Stimmen, welche nicht melodisch behandelt sind, sondern nur nach Bedürfnis die Harmonie vervollständigen (Gegensatz: Melodiestimmen, Grundstimme [Baß], konzertierende Stimmen). In der Orgel heißen die Hilfsstimmen (Quintstimmen, Terzstimmen, Mixtur, Kornett etc.) auch F., und in ähnlichem Sinn wird der Ausdruck auf Orchesterparte angewandt, welche nur zur Markierung von Accenten und zur Erhöhung der Klangfülle im Einklang mit andern Stimmen einsetzen, wie es z. B. häufig mit den Posaunen der Fall ist.

Füllstoffe, in der Papierfabrikation und Appretur weiße mineralische Stoffe, welche sich auf und zwischen die vegetabilische Faser lagern, dadurch das Papier oder Gewebe dichter erscheinen lassen, überdies das Gewicht erhöhen und die nicht vollständige Bleichung verdecken.

Füllung (Paneel), die eine Umrahmung oder Einfassung ausfüllende, gewöhnlich vertiefte Fläche in Holz, Mörtel- oder Gipsbewurf zur Gliederung von Holzarbeiten, Zimmerwänden und Außenseiten von Gebäuden. Unter den Holzarbeiten sind es vorzugsweise die Thüren, Thore und Wandverkleidungen, welche aus stärkern Rahmstücken zusammengesetzt werden, zwischen welche man die Thürfüllungen in Form von dünnern Holztafeln mit sogen. Platten so einsetzt, daß sie noch etwas schwinden können, ohne zu reißen und Ritze zu bilden. Thore und äußere Thüren erhalten stärkere und dann oft überschobene Füllungen, welche vorn zurück- u. hinten hervortreten.

Fulmar (Fulmarus), s. Sturmvogel.

Fulminant (lat.), blitzend, donnernd; Fulmination, das Blitzen; das Wettern, Eifern; der päpstliche Bannstrahl; fulminieren, blitzen, wettern, heftig toben, zankend sich ereifern; den Bannstrahl schleudern; in der Chemie: explodieren.

Fulminate (lat.), s. v. w. Knallsäuresalze; z. B. Silberfulminat, knallsaures Silber; s. Knallsäure.

Fulminatīn, Sprengstoff, besteht aus pulverförmiger, mit Nitroglycerin getränkter Baumwolle.

Fulminsäure, s. Knallsäure.

Fulnek, Stadt in der mähr. Bezirkshauptmannschaft Neutitschein, im Kuhländchen, Sitz eines Bezirksgerichts, hat ein Schloß, einen Konvent der Kapuziner, Tuch-, Schafwoll-, Seidenzeug- und Fesfabrikation und (1880) 3692 Einw. F. war ehedem ein Hauptsitz der Mährischen Brüder.

Fulrad, Abt von St.-Denis und Vertrauter Pippins des Kleinen, leistete letzterm wichtige Dienste bei seiner Thronbesteigung, indem er die Genehmigung des Papstes Zacharias vermittelte, und wurde auch von Pippin beauftragt, 756 die den Langobarden abgenommenen Städte des ehemaligen Exarchats dem Papst zu übergeben, wodurch der Grund zum Kirchenstaat gelegt wurde. Er starb 777.

Fulton (spr. föllt'n), Robert, Mechaniker, geb. 1765 zu Little Britain in der Grafschaft Lancaster (Pennsylvanien), erlernte die Goldschmiedekunst in Philadelphia, ward 1786 Schüler des Malers West in London, widmete sich aber seit 1793 in Verbindung mit seinem Landsmann Rumsey der Mechanik, deren Studium er später in Paris fortsetzte, wo ihn Barlow veranlaßte, Panoramen zu bauen. Aus dieser Periode rühren Fultons Erfindungen einer Marmorsäge- und Poliermühle, einer Maschine zur Fertigung von Seilen und Tauen, die durch Wasser in Bewegung gesetzt und von einem einzigen Arbeiter geleitet werden kann, eines Systems, die Kanäle schiffbar zu machen, eines submarinen Boots und des Torpedo her; den größten Ruhm aber erwarb er sich in der Geschichte der Erfindung des Dampfschiffs (s. d., S. 486). F. machte 1803 den ersten Versuch mit einem Dampfschiff auf der Seine, doch entsprach dasselbe den Erwartungen der französischen Mechaniker nicht. Er ging darauf nach England, um dort seine Pläne zur Führung unterseeischer Kriege zur Ausführung zu bringen, kam indes zu keinem Ziel und kehrte 1806 nach Nordamerika zurück, wo er ein vollständig brauchbares Dampfboot baute, zu welchem Watt die Dampfmaschine lieferte. Am 7. Okt. 1807 machte das Schiff die erste Fahrt auf dem Hudson zwischen New York