Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Galáxias; Galaxidi; Galba; Galbănum; Galbŭlus; Galdhöpig; Gale; Galĕa; Galeasse; Galeatus; Galeazzo; Galeere

835

Galaxias - Galeere.

1853 rückten die Russen, 1855 die Österreicher in G. ein und hielten die Stadt bis 1857 besetzt. Während des russisch-türkischen Kriegs (1877-78) war sie wieder in den Händen der Russen, welche die Militärbahn nach Bender im Januar 1878 eröffneten. G. war bis 1883 Freihafen.

Galáxias (Galaxis, griech., lat. Circulus lacteus, Via lactĕa), die Milchstraße.

Galaxidi (Galaxydion), Hafenstadt im griech. Nomos Phthiotis und Phokis, Eparchie Parnasis, am gleichnamigen Busen, einem nach N. ziehenden Teil des Golfs von Lepanto, mit Marineschule und (1879) 4226 Einw. Vor dem griechischen Freiheitskampf betrieb G. ausgedehnten Handel und Schifffahrt, doch ward es 1821 von den Türken ganz zerstört; jetzt hat es sich wieder sehr gehoben. G. nimmt die Stelle des alten Öanthia ein.

Galba, Servius Sulpicius, röm. Kaiser vom Juni 68 bis Januar 69 n. Chr., aus einem der vornehmsten Geschlechter, geb. 5 v. Chr., war 33 n. Chr. Konsul, verwaltete dann mehrere Provinzen als Statthalter, wie Aquitanien, Germanien, Afrika, Spanien, und zeichnete sich überall durch seine militärische Tüchtigkeit und Sittenstrenge aus. Kaiser Claudius gab ihm Afrika zur Provinz und verwilligte ihm bei seiner Rückkehr die Ehre des Triumphs. Unter Nero lebte G. eine Zeitlang zurückgezogen, wurde aber dann im J. 60 als Statthalter in das tarraconensische Spanien gesandt. Als 68 an mehreren Orten Aufstände gegen Nero ausbrachen, wurde G. zuerst in Gallien von Julius Vindex und den dortigen Truppen als Kaiser ausgerufen und nach Neros Tod vom Senat, den Prätorianern und den Befehlshabern der Provinzen als Kaiser anerkannt. Aber bei seinem hohen Alter (er war 73 Jahre alt) ermangelte er nicht nur der Energie, sondern zeigte sich auch geizig, mißtrauisch und grausam. Er erbitterte die Soldaten durch Verweigerung der üblichen Geschenke und ließ sich von drei Günstlingen, Vinius, Laco und Icelus, leiten, so daß die Unzufriedenheit allgemein wurde. Als sich daher die Legionen in Obergermanien empörten, suchte G. durch Adoption eines jüngern Gehilfen und einstigen Nachfolgers seinem Thron eine Stütze zu geben. Otho aber, der frühere Statthalter von Lusitanien, einer der ersten, die G. unterstützt hatten, rechnete auf jene Würde und erregte, als die Wahl auf Piso Licinianus fiel, einen Aufstand der Prätorianer, in welchem G., als er sich in einer Sänfte über das Forum tragen ließ, von einem Trupp Reiter überfallen, von der Sänfte herabgeworfen und getötet ward (15. Jan. 69). Gleiches Schicksal hatte kurz nachher der von ihm adoptierte Piso. Die im kapitolinischen Museum zu Rom befindliche Büste des G. gilt als ein Muster geistreicher Porträtbildnerei der Römer.

Galbănum (Galbanharz, Mutterharz), Gummiharz, der erhärtete Milchsaft von Ferula galbaniflua Boiss. et Buhse und F. rubricaulis Boiss. (Umbelliferen) in Persien, welcher am Stengel und an der Basis der Blätter austritt und erstarrt. Die bei uns gewöhnlich im Handel vorkommende Ware besteht aus mehr oder weniger verklebten, kleinen, unregelmäßigen, außen bräunlichgelben, ein wenig ins Grünliche fallenden Körnern, welche in der Kälte spröde, zwischen den Fingern knetbar sind, eigentümlich stark aromatisch, nicht widerlich riechen und bitterlich, etwas terpentinartig schmecken. G. enthält Harz, Gummi und schwefelfreies ätherisches Öl; es löst sich nicht vollständig in Alkohol und gibt mit Wasser eine Emulsion. Im Handel unterscheidet man G. in granis s. lacrymis, die beste Sorte, in kleinen, losen Körnern, und G. in massis, in dunklern Massen, gemengt mit mehr oder weniger Körnern und Unreinigkeiten. G. dient als Arzneimittel; man schrieb ihm früher gewisse Einwirkungen auf das Uterinsystem zu, benutzt es aber jetzt fast nur noch äußerlich als leicht hautreizendes Mittel in Pflastern. G. scheint als Chelbenah beim altisraelitischen Gottesdienst zum Räuchern benutzt worden zu sein, auch Theophrastus und Dioskorides kannten es, und im Mittelalter wurde es häufig als Gewürz und Heilmittel benutzt.

Galbŭlus (lat.), s. Beerenzapfen.

Galdhöpig, höchster Gipfel Norwegens in den Jötunfjelden, erhebt sich im O. des engen Bäverdal 2560 m hoch, 200-300 m über dem Plateau, auf dem sich der wild zerklüftete Styggebrä hinzieht.

Gale (spr. gehl), William, engl. Maler, geb. 1823 zu London, trat 1841 als Schüler der dortigen Akademie ein und erhielt in den nächsten Jahren für seine ersten historischen Genrebilder drei Medaillen. Zu seiner weitern Ausbildung verweilte er 1851 und 1852 in Rom, bereiste 1862 und 1867 Palästina und Syrien, 1871 und 1872 die Schweiz und 1876 und 1877 Algerien. Von allen diesen Reisen brachte er eine Menge von Skizzen heim, die er dann für seine spätern Ölbilder zu benutzen wußte. Es sind religiöse und profane Bilder, Genrestücke, Landschaften und Porträte. Unter den erstern, die eine erhabene Auffassung und Charakteristik sowie ein glänzendes Kolorit zeigen, sind die bedeutendsten: die Trauerstätte der Juden in Jerusalem (1862), der Einzug in Jerusalem (1867), die Rückkehr des verlornen Sohns (1869), Abraham mit Isaak auf dem Weg zum Opfer (1872) und die Verstoßung der Hagar (1873). Dazu kommen an fein und zart empfundenen Genrebildern: die kleine Großmama, des Vaters Segen, die Verbannung, die Augen des Blinden (1873), der Frühling im Orient (1874), die Konkursprüfung (1875), die Schachspieler, die Liebesgeschichte (1876), die Kriegsbeute und ein Interieur in Algier.

Galĕa (lat.), der Lederhelm der alten Römer ohne Visier, bei den Offizieren mit dem Helmbusch (crista, juba) geschmückt. G. aponeurotica (Sehnenhaube), sehnige Haut, die zwischen den Stirn- und Hinterhauptsmuskeln ausgespannt ist.

Galeasse, s. Galjaß.

Galeatus (lat.), behelmt.

Galeazzo, s. Capella 2) und Visconti.

Galeere (Galere), das größere Ruderkriegsschiff des Mittelalters, besonders im Mittelländischen Meer; in speziellerm Sinn eine besondere Gattung dieser Schiffsart. Das 1 m über Wasser liegende Deck (oft das einzige) trug eine Reihe Ruderer an jedem Bord, zur Verstärkung des Ruderwerks ward aber eine zweite Reihe Leute daneben, nach der Mittellinie des Schiffs zu, placiert, darauf folgte eine dritte etc. bis zu acht Reihen. In den mittelalterlichen Chroniken heißen Galeeren mit drei Reihen von Leuten auf jeder Seite triremes, mit vier Reihen quadriremes. Je nach der Art, wie die Kraft der Leute an den Rudern nutzbar gemacht wurde, gab es zwei Hauptsysteme von Galeeren, alla scaloccio und alla zenzile. Bei dem erstern stand die Bank, auf welcher die drei oder vier nebeneinander befindlichen Ruderer (auf einer G. von drei oder vier Reihen) saßen, genau quer zur Richtung des Schiffs, und alle drei oder vier Mann handhabten gemeinsam den langen Griff eines sehr langen Ruders. Bei den Zenzile-Galeeren stand jede Bank, auf welcher die drei oder vier nebeneinander sitzenden Ruderer saßen, nicht genau