Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Gärbstahl; Garbure; Garção; Garce; Garcia; Garcia Gutierrez; Garcia y Tessara; Garcilaso

902

Gärbstahl - Garcilaso.

eng angeschlossen, daß seine Bilder häufig mit denen des erstern verwechselt wurden. In seinen reifsten Werken übertraf er ihn jedoch durch Anmut und Schönheit. Seine bedeutendsten Staffeleibilder (Madonna mit dem Kind und zwei Engeln; Madonna mit dem Kind, von Engeln und Heiligen umgeben) befinden sich im Berliner Museum. Sein Beiname del Garbo rührt von der Straße her, in welcher er wohnte.

Gärbstahl, s. Gärben und Eisen, S. 449.

Garbure (franz., spr. -bühr), eine gascognische Suppe, aus Kraut und Zwiebeln bereitet.

Garção (spr. garßāung), Pedro Antonio Correa y Salema, portug. Dichter, geb. 29. April 1724 zu Lissabon, starb, auf Befehl des Marquis von Pombal verhaftet, 10. Nov. 1772 im Gefängnis. G. war als Lyriker am bedeutendsten, und namentlich die didaktische Satire und die Epistel (nach dem Muster des Horaz) gelangen ihm trefflich; für die Bühne schrieb er eine Reihe von Konversationsstücken. Wegen seines feinen Geschmacks und seiner Korrektheit sehen die Portugiesen in ihm eine Art von litterarischem Reformator und stellen ihn namentlich als Dramatiker sehr hoch. Seine Dichtung "Cantata de Dido" zählt zu den besten der portugiesischen Litteratur. Seine nicht zahlreichen "Obras poeticas" erschienen Lissabon 1778 u. öfter.

Garce (Gahrs), Maß und Gewicht für Getreide, in Madras und auf Ceylon = 4916 Lit. oder 4198,68 kg, in Maissur = 638,7 L. oder 501,95 kg, im französischen Vorderindien = 4486,875 L., bei Salz in Ponditscherri und Karikal = 4405,55 kg, in Yanaon = 2202,77 kg.

Garcia (spr. gardsīa), Manuel, Sänger und Komponist, geb. 22. Jan. 1775 zu Sevilla, erhielt seine Ausbildung als Chorknabe an der dortigen Kathedrale, debütierte im Alter von 17 Jahren als Tenorist am Theater zu Cadiz und wirkte dann an verschiedenen Bühnen Spaniens als Sänger, Dirigent und Komponist von Operetten. 1808 begab er sich nach Paris, wo er in der Opéra bouffe auftrat und durch seinen dramatisch belebten Vortrag Aufsehen erregte. Gleichen Beifall fand er in den großen Städten Italiens sowie in London, wo er 1824 als erster Tenor am königlichen Theater angestellt wurde, nachdem er noch zuvor die Pariser mit dem "Barbier von Sevilla" von Rossini bekannt gemacht und damit diesem Künstler die Herzen der Franzosen erobert hatte. 1826 ging er als Opernunternehmer nach Amerika, wo er die glänzendsten künstlerischen und materiellen Erfolge errang, bei seiner Heimreise jedoch das Unglück hatte, in der Nähe von Veracruz sein ganzes Vermögen durch eine Räuberbande zu verlieren. In Paris angelangt, widmete er sich ausschließlich dem Gesanglehrfach und bildete bis zu seinem Tod 10. Juni 1832 eine lange Reihe vorzüglicher dramatischer Sänger aus, unter ihnen seine Töchter Marie Malibran (s. d.) und Pauline Viardot-Garcia (s. d.). - Auch sein Sohn Manuel G., geb. 17. März 1805 zu Madrid, hat sich, erst in Paris, gegenwärtig in London als Gesanglehrer lebend, um die Gesangskunst durch treffliche Schriften ("Mémoire sur la voix humaine", Par. 1840, 2. Aufl. 1847; "Traité de l'art du chant", das. 1841, 5. Aufl. 1864) verdient gemacht, und eine große Zahl von Gesangskapazitäten, wie Jenny Lind, Johanna Wagner u. a., danken ihm ihre Ausbildung. Seine Gattin Eugenie, geborne Mayer, geb. 1818 zu Paris, zuerst mehrere Jahre an italienischen Bühnen, 1840 an der Opéra-Comique zu Paris, 1842 in London engagiert, lebte später, geschieden von ihrem Mann, als Gesanglehrerin in Paris, wo sie 12. Aug. 1880 starb.

Garcia Gutierrez (spr. gardsīa gutiérres), Antonio, span. Dramatiker, geb. 1812 zu Chiclana in der Provinz Cadiz, studierte anfangs Medizin, widmete sich aber in Madrid bald ausschließlich litterarischen Arbeiten, brachte 1836 seine Tragödie "El trovador" auf die Bühne und erntete damit enthusiastisches Lob. Von seinen folgenden Stücken fand nur "El encubierto de Valencia" annähernden Beifall, während die Tragödien: "El page" und "La campana de Huesca" trotz bedeutender Schönheiten keinen Erfolg hatten. Verstimmt hierüber, begab sich G. nach Amerika und kehrte erst nach längerer Zeit nach Spanien zurück, wo er nun zum Mitglied der obersten Theaterjunta ernannt wurde. Gegenwärtig ist er Direktor des archäologischen Museums in Madrid. Unter seinen spätern dramatischen Produktionen verdienen namentlich die Tragödien: "Simon Bocanegra" und "Venganza catalana" Hervorhebung. Daneben gab G. eine Sammlung unbedeutender lyrischer Gedichte unter dem Titel: "Luz y tinieblas" (Madr. 1861, 2 Bde.) heraus. Seit Jahren arbeitet er an einem Epos über die Eroberung Mexikos, von dem bis jetzt Bruchstücke erschienen sind, die etwas Bedeutendes erwarten lassen. Eine Auswahl seiner dramatischen Werke erschien Madrid 1866.

Garcia y Tessara (spr. gardsīa), Gabriel, span. Dichter und Publizist, geb. 16. Juni 1817 zu Sevilla, studierte die Rechte und begab sich 1839 nach Madrid, wo er als politischer Schriftsteller thätig war und mit den hervorragendsten Staatsmännern und Gelehrten in Verbindung trat. Später wurde er zum bevollmächtigten Ministerresidenten in den Vereinigten Staaten von Nordamerika ernannt, kehrte indessen infolge von Anfeindungen aller Art nach kurzer Zeit nach Europa zurück. Er starb 14. Febr. 1875 in Madrid. Unter seinen Gedichten gilt das leider unvollendete "Un diablo más" für eins der schönsten.

Garcilaso (eigentlich Garcias Laso) de la Vega (spr. gardsilāßo de la wēga), 1) einer der größten span. Dichter, geb. 1503 zu Toledo, erhielt eine vortreffliche Erziehung und kam schon früh an den Hof König Karls I., wo er mit Boscan (s. d.) bekannt wurde, der ihn zum tiefern Studium der Alten und der Italiener anregte. In Karls Heeren kämpfend, erwarb er sich die Gunst seines Gebieters in dem Grade, daß dieser ihn zu einem seiner Ehrenkavaliere ernannte, in welcher Eigenschaft G. ihn auf fast allen seinen Reisen begleiten mußte. So folgte er ihm auch 1529 nach Italien, wo er bis zur Beendigung des Feldzugs blieb. Später verweilte er als Karls Gesandter eine Zeitlang am Hofe Franz' I. von Frankreich, wo er mit Clément Marot und andern berühmten Dichtern der Zeit bekannt wurde. In Deutschland, wohin er sich hierauf als Begleiter seines Freundes Fernando Alvarez de Toledo (spätern Herzogs von Alba) begab, zog er sich Karls Ungnade zu und wurde (1531) als Gefangener auf die Donauinsel Schütt gesandt, deren landschaftliche Reize er in seiner dritten Kanzone geschildert hat. Nach wenigen Monaten wurde er nach Neapel verbannt, wo er durch die Gunst und Fürsorge des damaligen Vizekönigs Marquis von Villafranca glückliche Tage verlebte, mit den ausgezeichnetsten Männern in Verkehr trat und die schönsten seiner Gedichte, unter andern die hochberühmt gewordene erste Ekloge, schrieb. Durch Vermittelung des Marquis mit dem Kaiser versöhnt, durfte er an dem Feldzug