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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Gliniany; Glínka

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Gliniany - Glinka.

Talk und Graphit, kommen vor (einige davon besonders im Paragonitschiefer): Gold, Eisenkies, Eisenglanz (Eisenglimmer), Magneteisen, Apatit, Turmalin, Hornblende, Staurolith, Cyanit, Epidot. - Der G. bildet ein wichtiges Glied des huronischen Systems (s. d.) und findet sich besonders häufig in der untern Hälfte desselben. Für seine Mächtigkeit werden an einzelnen Orten hohe Zahlen angegeben, bis zu 3000 m scheint erwiesen zu sein. Hinsichtlich seiner Bildungsweise gehen die Ansichten weit auseinander. Von einigen den ersten Erstarrungsprodukten der Erde samt dem Gneis (s. d.) zugerechnet, scheinen die G. nach dem mikroskopischen Befund doch wenigstens teilweise aus klastischen Elementen zu bestehen, neben denen freilich, namentlich in bestimmten Varietäten, die rein kristallinischen Elemente bedeutend überwiegen. Organische Reste sind in ihm nicht aufgefunden worden. Der G. ist sehr verbreitet in allen Weltteilen und fast allen Gebirgen und bildet entweder flache Anhöhen, wie im Erzgebirge, oder schroffe Felsspitzen, Nadeln und Kämme, wie zuweilen in den Alpen, in Norwegen. Die Verwitterung besteht zunächst nur im mechanischen Zerfallen des Gesteins in scheibenförmige Stücke, dünne Schiefer und nach und nach in Blättchen. Die chemische Zersetzung geht stets langsam von statten, und der endlich zurückbleibende Boden ist der Vegetation in der Regel nicht sehr günstig. Die Hauptverbreitungsbezirke des Glimmerschiefers sind der Thüringer Wald, das Erz- und Riesengebirge, die Sudeten, die Salzburger, Tiroler und Schweizer Alpen, die Sierra Nevada, die schottischen und skandinavischen Gebirge, der Ural, das Himalajagebirge und ganz Amerika. - Die festern, dünnschieferigen Abänderungen werden zum Dachdecken benutzt, die quarzigen, dickschieferigen zu Platten, Treppenstufen, Einfassungen, auch zur Konstruktion des Schmelzraums in den Eisenschmelzöfen (Gestellstein). Von besonderer Wichtigkeit ist die Erzführung des Glimmerschiefers, obgleich sie nicht so bedeutend ist wie die des Gneises. Eingelagert findet sich Graphit bei Goldenstein in Mähren, bei Hafnerzell bei Passau, am Pic du Midi en Bigorre in den Pyrenäen; Kobaltglanz zu Querbach in Schlesien, zu Skutterud in Norwegen und zu Vena in Schweden, wo besonders einzelne Bänder, die gleichsam aus dicht aneinander gerückten Nieren bestehen, höchst ausgiebig sind; Speiskobalt im Sächsischen Erzgebirge; Bleiglanz zu Tyndrum in Schottland, im schlesischen Gebirge und in den Salzburger Alpen; Eisen in Sachsen und Böhmen, Schlesien, Salzburg, Schweden (Riddarhytta, Garpenberg); Kupfer zu Klausen in Tirol, Herrengrund in Ungarn, Falun, Röraas, Riddarhytta in Schweden; Quecksilber zu Szlana in Ungarn; Silber zu Kongsberg in Norwegen; Gold in den österreichischen und salzburgischen Alpen, zu Ädelfors in Schweden, zu Kupferberg und Gieren in Schlesien etc.

Gliniany, Stadt in Galizien, Bezirkshauptmannschaft Przemyslany, hat ein Bezirksgericht, Getreidehandel und (1880) 4300 Einw.

Glínka, 1) Ssergei Nikolajewitsch, russ. Schriftsteller, geb. 1774 im Gouvernement Smolensk, trat 1796 als Leutnant in die Armee, nahm aber schon 1799 seinen Abschied, ging als Erzieher in die Ukraine und lebte dann in Moskau. Er machte den Feldzug von 1806 mit, ließ sich nach dem Frieden von Tilsit wieder in Moskau nieder, wurde 1827 zum Zensor ernannt und starb daselbst 1847. Er hat sich besonders als Jugendschriftsteller einen Namen erworben durch seine "Russische Geschichte für die Jugend" (Mosk. 1817-18, 10 Bde.; neue Aufl., das. 1822, 14 Bde.) und seine "Lektüre für Kinder" (das. 1821, 12 Bde.). Von seinen übrigen Schriften sind anzuführen die Trauerspiele: "Sumbeka" und "Fürst Michael von Tschernigow", die verifizierte Novelle "Die Zarin Natalja Kirilowna" (Petersb. 1808) und "Moralische und historische Erzählungen" (das. 1818). Von 1808 bis 1821 gab er die Zeitschrift "Russkij Westnik" ("Russischer Bote") heraus, welche wichtige Materialien zur russischen Geschichte enthält.

2) Fedor Nikolajewitsch, russ. Schriftsteller, Bruder des vorigen, geb. 1788 im Gouvernement Smolensk, wurde 1803 Offizier und kämpfte bei Austerlitz, zog sich dann aber auf ein Landgut zurück, um sich litterarischen Beschäftigungen zu widmen. Im Krieg mit Frankreich 1812 trat er wieder in das Heer, nahm als Offizier der Garde an den Feldzügen der Russen bis 1814 teil und wurde später zum Obersten des Ismailowschen Garderegiments ernannt. Seine Teilnahme an der Dekabristen-Verschwörung hatte 1826 seine Verweisung nach Petrosawodsk zur Folge; doch wurde er nach einigen Jahren begnadigt und lebte seitdem wieder in Petersburg, zuletzt mit dem Titel eines Wirklichen Staatsrats. G. zeichnete sich besonders als militärischer Schriftsteller aus durch die "Briefe eines russischen Offiziers über die Feldzüge von 1805 bis 1806 und 1812 bis 1815" (Mosk. 1815, 8 Bde.), "Züge aus dem Leben des Kosciuszko" (Petersb. 1815), das historische Gemälde "Chmelnitzki oder das befreite Kleinrußland" (das. 1818, 2 Bde.) und das "Geschenk für russische Soldaten" (das. 1818). Als Dichter hat er sich einen Namen erworben durch seine poetischen Übertragungen der Psalmen, des Buches Hiob und der Propheten (1826) sowie durch die "Erinnerungen aus dem Jahr 1812", die Frucht religiöser und patriotischer Begeisterung. Sein beschreibendes Gedicht "Karelien oder die Gefangenschaft der Marfa Joannowna" (Petersb. 1830) enthält neben religiösen Ergüssen reizende Naturschilderungen aus dem Norden. Patriotischen Inhalts sind die "Skizzen über die Schlacht bei Borodino" (Petersb. 1839). Er starb im November 1880 auf seinem Gut in Smolensk. - Seine Gattin Awdotja Pawlowna G., geb. 1795 aus der Familie Golenistschew-Kutusow, gest. 26. Juli (alten Stils) 1863 in Twer, hat sich gleichfalls in der russischen Litteratur durch eine Übertragung von Schillers "Lied von der Glocke" (Mosk. 1832) sowie durch zahlreiche Novellen und Erbauungsschriften bekannt gemacht.

3) Michael Iwanowitsch, Komponist, Neffe des vorigen, geb. 1. Juni 1803 auf dem Gut seines Vaters, Nowospaskoje im Gouvernement Smolensk, bildete sich anfangs unter Fields Leitung zum Klavierspieler aus, studierte später von 1830 an in Italien den Kunstgesang und vollendete seine Ausbildung durch gründliches Studium des Kontrapunktes in der Schule Dehns zu Berlin. In sein Vaterland zurückgekehrt, ließ er sich in Petersburg nieder, wo er 1839 seine Oper "Das Leben für den Zaren" zur Aufführung brachte und infolge des allgemeinen Beifalls, den dieselbe fand, zum kaiserlichen Kapellmeister sowie zum Direktor der Oper und des Kirchenchors ernannt wurde. Eine zweite bald darauf erschienene Oper: "Rußlan und Ludmilla", fand gleichfalls Anerkennung, jedoch nicht in dem Grad wie die erstgenannte. Um 1840 verließ G. Rußland, um größere Reisen zu unternehmen, und auf einer derselben ereilte ihn 15. Febr. 1857 in Berlin der Tod. G. ist der erste