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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Großglogau; Großgörschen; Großgriechenland

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Großglogau - Großgriechenland.

der Hohen Tauern, liegt auf der Grenze von Tirol, Kärnten und Salzburg, bildet den pyramidenförmigen Gipfel eines mächtigen Gebirgsstocks und ist 3797 m hoch. Der Gipfel besteht aus zwei durch eine schmale Schlucht getrennten Spitzen, von denen sich die höhere, der eigentliche G., von der niedrigern Spitze (Kleinglockner) aus als ein schlankes, etwas nach N. geneigtes, scharf zugespitztes Horn darstellt; auf seinem unebenen felsigen Rücken, welcher ein 2 m hohes eisernes Kreuz trägt, können höchstens sechs Personen sichere Ruheplätze finden. Der Berg besteht aus Thonschiefer, der häufig in Glimmerschiefer übergeht, der Gipfel aus dunkelgrünem Chloritschiefer. Unter den Gletschern des Bergs ist ganz besonders der großartige Pasterzengletscher, welcher eine Länge von über 10 km bei einer Breite von 1200-1400 m hat, und dem die Möll nach SO. entfließt, hervorzuheben. Vom Kern des Gebirgsstocks, welcher außer dem G. an Hochgipfeln noch die Glocknerwand (3730 m), Romariswandkopf (3522 m), Johannisberg (3475 m), Eiskögele (3439 m) u. a. umfaßt, laufen nördlich in das Salzachthal lange, eisgepanzerte Äste mit bedeutenden Hörnern und Spitzen: das Kitzsteinhorn (3220 m) und das Wiesbachhorn (3578 m), aus; nach S. ist die Schobergruppe (Petzek 3275 m) vorgeschoben. Die Gruppe wird westlich durch das breite Tauernthal von Windischmatrei mit dem Velber Tauern (2540 m), östlich durch das Möll- und Rauristhal mit dem Heiligenbluter Tauern (2616 m) begrenzt. Der G. erscheint zum erstenmal als "Glöckner-Mons" auf Holzwurms Karte in Merians Topographien (1640 ff.); die erste Besteigung desselben fand 1799 durch den Kardinal Fürsten Salm-Reifferscheidt-Krautheim, Bischof von Gurk, statt, der jedoch nur auf den Kleinglockner, die niedrigere Spitze des Gipfels, gelangte. Die höhere Spitze wurde 29. Juli 1800 zum erstenmal von einer Expedition, 1802 vom Generalvikar Hohenwarth und in demselben Jahr von Schuttes erstiegen, der ein vierbändiges Werk: "Reise auf den Glockner" (Wien 1804), darüber veröffentlichte. Seit der Zeit wurde die Besteigung sehr häufig von dem kärntnischen Dorf Heiligenblut an der Möll aus unternommen, unter andern 1855 von Franz Keil, dem man die schönen Reliefkarten des Glocknergebiets zu verdanken hat. Der Weg führt in etwa 14 Stunden über das neue Touristenhaus auf der Elisabethruhe zur Franz Josephs-Höhe, über die obere Pasterze zur Hofmannshütte und auf den Gipfel. Neuerlich wird der Berg von Kals aus über die Stüdlhütte noch leichter und bequemer in 8 Stunden erstiegen. Die Aussicht vom G. gehört zu den großartigsten der Alpen. Ein prachtvolles Panorama vom G., vom Maler Pernhart, befindet sich im Museum zu Klagenfurt; ein Relief des Großglocknergebiets (1:25,000) fertigte Slawkowsky (Wien 1886). Vgl. Sonklar, Die Gebirgsgruppe der Hohen Tauern (Wien 1866); Hofmann und Stüdl, Wanderungen in der Glocknergruppe (Münch. 1875); Rabl, Glocknerführer (Wien 1881).

Großglogau, Stadt, s. Glogau 1).

Großgörschen, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, südlich von Lützen, mit 500 Einw.; berühmt durch die Schlacht vom 2. Mai 1813, auch Schlacht bei Lützen genannt, den ersten Zusammenstoß der vereinigten russisch-preußischen Streitkräfte mit Napoleon I. im deutschen Befreiungskrieg (s. d.). Die Verbündeten waren auf ihrem Vormarsch in das Innere Deutschlands erst in Leipzig angelangt, als sie von dem unerwartet raschen Anmarsch Napoleons über Naumburg und Weißenfels Kunde erhielten. Napoleon, der 125,000 Mann, allerdings meist ganz junge Truppen, mit nur 250 Geschützen und 5000 Reitern zur Verfügung hatte, war im Marsch von Naumburg nach Halle und Leipzig; Ney hatte am Abend des 1. Mai das festungsartige Viereck im Süden der großen Straße besetzt, welches von den Dörfern Groß- und Kleingörschen, Rahna und Kaja gebildet wird. Die Verbündeten, 40,000 Mann Preußen, 50,000 Russen, zusammen 90,000 Mann mit 25,000 Reitern und 520 Geschützen, unter dem Oberbefehl des russischen Generals Wittgenstein, beschlossen, in der Nacht schleunigst die Elster zu überschreiten, am frühen Morgen des 2. Mai die französische Stellung bei Lützen anzugreifen, sie zu durchbrechen und die getrennten Korps einzeln zu schlagen, schließlich mit ihrer zahlreichen Reiterei gänzlich aufzureiben. Aber infolge verkehrter Anordnungen Wittgensteins wurde der Aufmarsch, statt um 6 Uhr früh, erst um Mittag vollendet. Da Wittgenstein die Stärke des Feindes in jenem Viereck unterschätzte, ließ er die Fronte desselben angreifen und auch nur mit vereinzelten Kräften. Mit stürmischer Tapferkeit eroberten die Preußen Groß- und Kleingörschen sowie Rahna und behaupteten die Dörfer in blutigem Ringen Mann an Mann mit Bajonett und blanker Waffe; aber sie wurden weder durch die russischen Reserven noch durch ein Eingreifen der zahlreichen Reiterei gegen die feindliche Flanke unterstützt, während Napoleon auf den Kanonendonner hin mit verhängtem Zügel nach dem Schlachtfeld eilte und alle seine Korps sofort dahin dirigierte. Eben hatten die Preußen auch Kaja erstürmt, als Napoleon erschien. Mit furchtbarer Wut erneuerte sich der Kampf; Kaja wurde den Preußen entrissen, aber um 6 Uhr abends von den preußischen Garden wieder genommen. Doch jetzt waren französische Verstärkungen angelangt, und unterstützt von einer Batterie von 60 Geschützen, die bei Starsiedel auffuhr, wurde ein Angriff auf Kaja gemacht, der nicht bloß dieses Dorf, sondern auch Rahna und Kleingörschen in die Gewalt der Franzosen brachte. Nur G. blieb den Preußen. Als die russische Reserve sich endlich dem Kampfplatz näherte, brach die Nacht herein, welche der Schlacht ein Ende machte. Noch in der Dunkelheit versuchte Blücher mit einem Teil der Reiterei, die den ganzen Tag nicht verwendet worden, einen Angriff, der indes nur geringen Schaden anrichtete. Infolge der ungeschickten Ausführung des Schlachtplans und der mangelhaften Unterstützung von seiten der Russen blieb die heroische Tapferkeit der Preußen erfolglos. Am 3. Mai bewogen Napoleons Überlegenheit an Truppen sowie die Nachricht von der Besetzung Leipzigs durch Lauriston die Verbündeten, sich am andern Tag nach Pegau und von da bis in die feste Stellung bei Bautzen zurückzuziehen. Der Verlust der Verbündeten betrug 10,000 Mann, darunter 2000 Russen; unter den Gefallenen war der Prinz Leopold von Hessen-Homburg, unter den tödlich Verwundeten Scharnhorst. Die Franzosen verloren 12,000 Mann, unter ihnen fünf Generale; Trophäen erbeuteten sie gar nicht, hatten aber dem Ausgang der Schlacht den Wiederbesitz Sachsens und der Elbe zu danken. Zum Andenken an die Schlacht ward auf einer Anhöhe beim Dorf ein Monument von Gußeisen in Pyramidenform errichtet. Auch dem Prinzen von Homburg ist im Dorf ein Denkmal von Gußeisen gesetzt, zu dem in neuester Zeit ein andres zur Erinnerung an die Kämpfe von 1864, 1866 und 1870/71 gekommen ist.

Großgriechenland (Graecia magna), bei den Römern (Livius u. a., zuerst bei Polybios), vielleicht