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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Halitsch; Halitus; Halkett; Halkyone; Hall

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Halitsch - Hall (Städte).

"Die beiden Bilder", Roman (das. 1829) etc. Seinen "Litterarischen Nachlaß" (Wien 1840, 2 Bde.) sowie zwei "Novellen" aus demselben (das. 1842) gab Seidl heraus.

Halitsch, Stadt, s. v. w. Halicz.

Halitus (lat.), der Hauch, Atem, Dunst, Duft.

Halkett (spr. hällket, in Schottland häcket gesprochen), Hugh, Freiherr von, hannöv. General, geb. 30. Aug. 1783 zu Musselburgh bei Edinburg aus einer schottischen Familie, trat schon 1798 in die schottische Brigade und 1803 als Kapitän in die deutsche Legion. 1805 wurde er Major in dem 2. leichten Bataillon und nahm 1805-1808 an den Expeditionen nach der Elbmündung, nach Rügen, Kopenhagen und Schweden teil. 1808 ging er mit der Brigade Altens nach Spanien und befand sich bei dem kühnen Rückzug Moores bei der Flankendivision, welche denselben deckte. 1809 nahm H. bei der Schelde-Expedition unter Lord Chatham an dem Bombardement von Ter-Veer und der Belagerung von Vlissingen teil. Im Frühjahr 1811 aber ging er abermals nach Spanien, wo er der zweimaligen Belagerung von Badajoz und den Schlachten von Albuera und Salamanca beiwohnte. Am 22. Sept. 1812 zum Oberstleutnant befördert, begab er sich im Frühjahr 1813 mit Verstärkungen zu dem Korps des Generals Wallmoden nach Mecklenburg und erhielt hier den Befehl über eine hannöversche Brigade, mit welcher er in dem Gefecht an der Göhrde 16. Sept. das feindliche Zentrum durchbrach. Im März 1814 ward er zum Obersten in der hannöverschen Armee ernannt und kommandierte in der Schlacht bei Waterloo die 3. hannöversche Brigade auf dem rechten Flügel der Schlachtordnung. Nachdem er den ganzen Tag die feindlichen Angriffe auf Hougomont heldenmütig zurückgewiesen, drang er, als am Abend die Armee die Offensive ergriff, vor und sprengte ein Karree der Kaisergarde. H. machte hierbei den General Cambronne (s. d.) eigenhändig zum Gefangenen. Nach dem zweiten Pariser Frieden blieb H. mit seiner Brigade bei dem Okkupationskorps in Frankreich zurück. 1834 zum Generalmajor ernannt, kommandierte er nacheinander die 2. und 1. Infanteriedivision. Als 1848 die Herzogtümer Schleswig und Holstein sich gegen Dänemark erhoben, führte er ihnen die Truppen des 10. deutschen Armeekorps vereint mit den Preußen zu Hilfe, schlug die Dänen 24. April bei Översee und ward zum General der Infanterie, nach dem Feldzug aber zum Inspektor der gesamten Infanterie ernannt und 1862 in den erblichen Freiherrenstand erhoben. Er starb 26. Juli 1863 in Hannover. Vgl. von dem Knesebeck, Leben des Freiherrn Hugh v. H. (Stuttg. 1865).

Halkyone (Alcyone), im griech. Mythus Tochter des Äolos und der Ägiale, Gemahlin des Königs Keyx von Trachis. Dieser litt auf einer Reise Schiffbruch und ertrank. Als die Wellen seinen Leichnam an das heimatliche Ufer treiben und die dort harrende Gattin ihn erkennt, stürzt sie sich aus Schmerz ihm nach in die Fluten, wo beide von Thetis in Eisvögel (Halkyonen) verwandelt werden, fortleben und sich fortlieben. Da während ihrer Brutzeit (im Dezember) Vater Äolos alle Winde ruhen ließ, entstand der sprichwörtliche Ausdruck halkyonische Tage (lat. alcedonia), womit man glückliche Tage heiterer Ruhe bezeichnet.

Hall, 1) Stadt in Nordtirol, Bezirkshauptmannschaft Innsbruck, 559 m ü. M., am linken Ufer des schiffbaren Inn und an der Eisenbahn von Kufstein nach Ala, Sitz eines Bezirksgerichts, einer Salinenverwaltung, eines Revierbergamtes, hat eine schöne gotische Pfarrkirche mit Gemälde von Erasm. Quellinus und dem Denkmal Speckbachers, einen alten Münzturm, ein Obergymnasium, eine Fachschule für Holzindustrie, die Landes-Taubstummen- und Irrenanstalt und (1880) 5456 Einw. In industrieller Beziehung sind Fabriken für Papier, Wollwaren, Kaffeesurrogate, Schokolade, Bier und Zwirnerei zu nennen; am wichtigsten aber ist die Salzsiederei, zu welcher die Sole von dem 11 km nordwärts 1600 m emporragenden Salzberg geleitet wird. Die Ausbeute betrug 1884: 143,786 metr. Ztr. Salz. Das Salzwasser wird auch zu Solbädern benutzt, und in neuester Zeit ist H. außerdem klimatischer Kurort geworden. Es erhielt schon 1303 Stadtrechte. In den Jahren 1663 und 1670 ward H. von heftigen Erdbeben betroffen. Hier auch Gefechte 11. und 12. April, 29. Mai und 13. Aug. 1809 zwischen Tirolern und Bayern, in welchen sich neben Speckbacher namentlich der Schützenmajor Straub aus H. auszeichnete. Früher war daselbst eine berühmte Münzstätte (F), wo noch 1809 die sogen. Sandwirtszwanziger geprägt wurden. 1 km westlich von H. Dorf Heiligkreuz, gleichfalls mit Solbädern und schönem gotischen Kirchlein, östlich der Gnadenwald, ein als Kuraufenthalt beliebter Naturpark. Vgl. Schweyger, Chronik der Stadt H. 1303-1572 (hrsg. von Schönherr, Innsbr. 1867).

2) (Bad-H.) Marktflecken in der Oberösterreich. Bezirkshauptmannschaft Steier, 376 m ü. M., auf einer Anhöhe über dem Sulzbach und der Kremsthalbahn, hat ein Militär-Kurhaus, ein neues Theater, eine dem Land Oberösterreich gehörige Badeanstalt und (1880) 879 Einw. Die Heilquellen sind vier brom- und jodhaltige Solquellen von 11° C. Temperatur, von denen eine bereits seit 1100 Jahren im Gebrauch ist, die andern 1869 entdeckt wurden; sie werden mit Erfolg besonders bei skrofulösen Drüsenanschwellungen, Knochen- und Gelenkkrankheiten, Syphilis, chronischen Hautkrankheiten, Frauenkrankheiten, chronischen Katarrhen etc. gebraucht. Die Kurfrequenz beläuft sich jährlich auf ca. 2300 Personen. Vgl. Rabl, Bad H. (2. Aufl., Wien 1879); Schuber, Der Kurort H. (2. Aufl., das. 1881); Katser, Der Kurort Bad H. (das. 1882).

3) (Schwäbisch-H.) Oberamtsstadt im württemberg. Jagstkreis, 242 m ü. M., im tiefen Thal und zu beiden Seiten des Kocher und an der Linie Heilbronn-Krailsheim der Württembergischen Staatsbahn, hat 6 evang. Kirchen (darunter die schöne, 1427-1525 erbaute gotische Michaeliskirche mit vortrefflichen Holzschnitzwerken), eine neue kathol. Kirche, ein stattliches Rathaus, ein reiches Hospital, ein Landesgefängnis, ein Solbad mit ausgedehnten Anlagen, Baumwollspinnerei, Fabriken für Bügeleisen, Maschinen, Achsen, Teigwaren, Stärke, Harzprodukte, Mineralwasser, Bürsten u. Pinsel, ferner Eisengießerei, Sägewerke, Kunstmühlen, Ziegeleien, Bierbrauereien, Gerbereien, bedeutende Viehmärkte, eine Landesproduktenbörse und (1885) 9126 meist evang. Einwohner. Die Saline steht unter staatlicher Verwaltung und versiedet die Sole, welche aus dem 8 km entfernten Steinsalzbergwerk Wilhelmsglück hierher geleitet wird. H. hat ein Gymnasium, eine Realschule und ist Sitz einer Generalsuperintenden-^[folgende Seite]

^[Abb.: Wappen von Schwäbisch-Hall.]