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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hall

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Hall (Personenname).

tur und eines Landgerichts (für die 7 Amtsgerichte zu Gaildorf, H., Krailsheim, Künzelsau, Langenburg, Mergentheim und Öhringen). Südlich von der Stadt, am Kocher, liegt die Ruine der großen Festung Limpurg und das turmreiche Schloß Komburg (s. d.). H. verdankt seine Entstehung und sein Aufblühen der jetzt noch vorhandenen, mitten in der Stadt gelegenen Salzquelle, zu deren Schutz sieben Burgen entstanden. Die erste derselben war die Burg H.; hier wohnten die vom Reich belehnten Salzgrafen, als deren erste die Grafen von Westheim genannt werden. Später kam H. an die Tempelherren. Im J. 1276 wurde H. von Rudolf von Habsburg zur freien Reichsstadt erhoben, hatte ein Gebiet von 330 qkm, eine eigne Münze etc., in welcher die ersten Heller geschlagen wurden. Im J. 1329 kam es hier wegen der Verfassung zu einem Aufstand der Bürger gegen den Rat; später schloß sich H. an die verschiedenen Städte-, Ritter- und Grafenbünde an. Am 11. Febr. 1610 ward hier die protestantische Union erneuert; 1728 brannte H. fast ganz ab, und 1802 kam es an Württemberg.

Hall (spr. hahl), 1) Sir James, Baronet von Dunglaß, engl. Geolog, geb. 17. Jan. 1761 zu Dunglaß, gest. 23. Juni 1832 in Edinburg, machte sich besonders bekannt durch die experimentellen Beweise, die er für die Ansichten Huttons, des ersten wichtigen Gegners von Werner, beibrachte, womit er zugleich die immerhin etwas einseitigen Theoreme Huttons auf reellern Boden zurückführte.

2) Robert, Theolog und Kanzelredner der englischen Dissenters, geb. 2. Mai 1764 zu Arnsby bei Leicester, studierte in Aberdeen, wurde sodann Prediger zu Bristol und 1790 zu Cambridge, wo er gegen die durch den Ausbruch der französischen Revolution beförderte Verdächtigung aller Freiheit als Gottlosigkeit 1791 seine Kontroversschrift "Christianity consistent with a love of freedom" schrieb, der er 1793 eine "Apology for the freedom of the press" folgen ließ. Ausgezeichnet durch Gedankentiefe und glänzende Darstellung sind seine "Reflexions on war" (1802) und die "Sentiments proper to the present crisis" (1803). Im November 1804 von einer Gemütskrankheit befallen, konnte er erst nach Jahren wieder ein Predigtamt zu Leicester bei einer Baptistengemeinde übernehmen. Im J. 1826 erhielt er einen Ruf nach Bristol, wo er 21. Febr. 1831 starb. Seine gedruckten Schriften sind von Gregory mit einer Biographie des Verfassers gesammelt worden (neue Aufl., Lond. 1846, 6 Bde.). Vgl. Hood, Robert H. (Lond. 1881).

3) Basil, engl. Seemann und Reisender, geb. 1788 zu Edinburg, Sohn von Sir James H. (gest. 1832), einem durch wissenschaftliche Arbeiten bekannten schottischen Baronet, trat 1802 als Midshipman in die britische Marine, kommandierte 1816 das einer Gesandtschaft nach China beigegebene Schiff Lyra, mit dem er auch die Liukiuinseln besuchte, über die sein "Account of a voyage of discovery to the western coast of Corea and the Great Loochoo Island" (Lond. 1818) die ersten ausführlichen Nachrichten brachte. Dann kreuzte er an den Küsten Südamerikas, was er in "Extracts from a journal written on the coasts of Chili, Peru and Mexico in 1820-22" (Lond. 1824, 2 Bde.) beschrieb. Als Resultat einer Reise durch die Vereinigten Staaten erschienen seine "Travels in North America" (1839, 3 Bde.). Außerdem schrieb er: "The castle of Hainfeld" (1836; deutsch, Berl. 1836); "Fragments of voyages and travels" (1831-40, 9 Bde.) und "Patchwork" (1841, 3 Bde.). H. starb im Irrsinn 11. Sept. 1844 im Hospital zu Portsmouth.

4) Marshall, engl. Physiolog, geb. 18. Febr. 1790 zu Basford in Nottinghamshire, studierte seit 1809 zu Edinburg, praktizierte als Arzt in Bridgewater, seit 1817 zu Nottingham und seit 1826 in London. Er starb 11. Aug. 1857 in Brighton. H. hob zuerst die Wichtigkeit der elektrischen Untersuchung für Diagnose und Prognose der Lähmungen hervor; ebenso waren seine Untersuchungen über die Reflexbewegungen, für deren einziges Zentralorgan er das Rückenmark hielt, von fundamentaler Bedeutung gewesen. Er schrieb: "On diagnosis" (Lond. 1817, 2 Bde.; 2. Ausg. 1822; deutsch von Bloch, Helmst. 1823); "On some of the more important female diseases" (1827, 3. Ausg. 1837); "Essay on the circulation of the blood" (1832); "On the true spinal marrow and the electromotor system of nerves" (1837); "On the reflex-functions of the medulla oblongata and medulla spinalis" (1833; deutsch von Dieffenbach, Hamb. 1840); "Lectures on the nervous systems and its diseases" (1836; deutsch, Berl. 1836); "Memoirs on the nervous system" (1837; deutsch von Kürschner, Marb. 1840); "Principles of the theory and practice of medicine" (1837) u. a. Vgl. die von seiner Witwe herausgegebenen "Memoirs of M. H." (1861).

5) Samuel Carter, engl. Schriftsteller, geb. 1801 zu Topsham in Devonshire, wurde Rechtsanwalt und widmete sich dann der Litteratur. Nachdem er sich 1824 mit Anna Maria Fielding (s. H. 6) verheiratet, die, selbst Schriftstellerin, bis zu ihrem Lebensende seine treue Mitarbeiterin blieb, gründete er 1825 das Taschenbuch "The Amulet", das er viele Jahre herausgab, übernahm 1830 die Redaktion des "New Monthly Magazine" und gründete 1839 das noch blühende "Art Journal", das beträchtlichen Einfluß auf Hebung und Verallgemeinerung des Geschmacks für bildende Künste ausgeübt hat. Daneben gab er, teils allein, teils mit seiner Gattin, eine Reihe von illustrierten Werken heraus, z. B. "Ireland, its scenery, character etc." (1841-43, 3 Bde.), "Gems of European art" (1846-47, 2 Tle.), "The baronial halls" (1848), "The Vernon gallery" (1854) u. a. Zuletzt veröffentlichte er: "A book of memories of great men and great women of the age" (1870); "The trial of Sir Jasper", moralisches Gedicht (1873); "Rhymes in council" (1881) und "The retrospect of a long life" (1883, 2 Bde.). H. lebt in London.

6) Anna Maria, geborne Fielding, engl. Schriftstellerin, Gattin des vorigen, geb. 1800 zu Wexford in Irland, mütterlicherseits von französisch-schweizerischer Abkunft, verließ Irland schon früh, verheiratete sich 1824 und ließ 1828 ihr erstes Originalwerk: "Sketches of Irish character", erscheinen, das günstig aufgenommen ward. Es folgten mehrere Kinderbücher, dann wendete sie sich dem Roman zu mit: "The buccaneer" (1832), einer Schilderung Cromwells und der Zustände Englands zur Zeit der Republik; "Tales of woman's trials" (1834); "The outlaw" (1835), worin der Kampf des papistischen Jakob II. mit Wilhelm von Oranien den Hintergrund bildet, und "Uncle Horace", einer Darstellung der Kaufmannswelt. Ferner erschienen: "Marian, or a young maid's fortune", ihre populärste Novelle (1840); "The white boy" (1845) und "Midsummer eve, a fairy tale of love" (1848), denen sich später noch "A woman's story" (1857), "Can wrong be right?" (1862), "The fight of faith" (1869) und "Annie Leslie, and other stories" (1877) anschlossen.