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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Halobatidae - Hals.

er die juristische Doktorwürde. Zu Anfang des Jahrs 1528 nach Deutschland zurückgekehrt und durch Egnatius an Wilibald Pirkheimer in Nürnberg empfohlen, wurde er von diesem zu einer neuen, kritischen Pandektenausgabe veranlaßt (vgl. Panzer, Wilibald Pirkheimers Verdienste um die Herausgabe der Pandekten Haloanders, Nürnb. 1805). Das Werk, an welchem die bedeutendsten Zeitgenossen, wie Melanchthon und Zasius, regen Anteil nahmen, kam mit Unterstützung des Nürnberger Rats zu stande. 1529 erschienen die Pandekten (3 Bde.), denen H. noch in demselben Jahr die Institutionen, 1530 den Kodex, 1531 die Novellen zum erstenmal griechisch, mit lateinischer Übersetzung, folgen ließ. Außerdem gab er das "Enchiridion" des Epiktet heraus (Nürnb. 1529). Auf einer zweiten Reise nach Italien starb er 5. Sept. 1531 in Venedig. Vgl. B. Schmidt, Symbolae ad vitam Gregorii Haloandri (Leipz. 1866); Flechsig, Gregor H. (Zwickau 1872).

Halobatidae, s. Wanzen.

Halobienschichten, s. Triasformation.

Halochemie (griech.), Teil der Chemie, besonders der technischen, der von den Salzen handelt.

Haloen, bei den Athenern das zum Cyklus der Dionysien gehörende "Tennenfest" (s. Dionysos, S. 998).

Halogene (Haloide, Salzbildner), die Elemente Chlor, Brom, Jod und Fluor, welche mit den Metallen direkt salzähnliche Verbindungen (Haloidsalze) bilden. Derartige Verbindungen sind z. B. Chlorkalium, Chlornatrium, Jodeisen etc. Mit Wasserstoff bilden die H. die Wasserstoff- oder Haloidsäuren, und diese geben wieder mit Metallen unter Entwickelung von Wasserstoff, mit Metalloxyden unter Bildung von Wasser Haloidsalze. Vgl. Säuren und Salze.

Halographie (griech.), s. v. w. Haligraphie.

Haloide (griech.), s. v. w. Halogene.

Haloidsalze, s. Halogene und Salze.

Haloidsäuren, s. Halogene und Säuren.

Halometer, Aräometer zur Ermittelung des Salzgehalts der Solen.

Halonnisos, Insel, s. Chelidromia.

Halophyten (griech.), s. Salzpflanzen.

Haloragidaceen, dikotyle, etwa 80 Arten umfassende Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Myrtifloren, meist Wassergewächse mit einfachen oder kammförmig fiederteiligen, gegenständigen oder quirlständigen Blättern und kleinen, achselständigen, vier- oder zweizähligen, bisweilen blumenblattlosen Blüten, die sich von denen der zunächst verwandten Onagraceen durch getrennte Griffel und eineiige Fruchtknotenfächer sowie durch endospermhaltige Samen unterscheiden. Einheimische Gattungen: Myriophyllum, Hippuris. Auch die der südlichen Halbkugel angehörige landbewohnende Gattung Gunnera gehört hierher; mehrere Arten derselben werden ihrer Riesenblätter wegen in Gärten kultiviert.

Halotechnik (griech.), s. v. w. Halurgie.

Halotrichit, s. Federalaun.

Haloxylin, ein aus Kohle, Salpeter und Blutlaugensalz bestehendes Sprengpulver, verbrennt an der Luft langsam ohne Explosion, ist durch bloße Funken nicht zu entzünden, explodiert aber in geschlossenem Raume mit großer Kraft.

Hals (Collum), der Teil des Körpers zwischen Kopf und Brust, im weitern Sinn eine dünne Stelle zwischen zwei Anschwellungen (H. eines Knochens etc.; s. den folg. Art.). Ein eigentlicher H. ist bei vielen Tieren gar nicht oder kaum vorhanden, bei andern oft zu großer Länge ausgedehnt (Schwan, Giraffe etc.). Bei den Wirbeltieren ist H. das Verbindungsstück des Kopfes mit dem Teil des Rumpfes, welcher die Vordergliedmaßen trägt, fehlt also dort, wo diese am Kopf selbst sitzen (Fische mit Ausnahme der Haifische). Sein oberer (beim Menschen hinterer) Teil (Nacken, s. d.) enthält als knöcherne Grundlage die Halswirbel, welche meist aneinander sehr beweglich sind und so namentlich bei langem H. ansehnliche Biegungen und Drehungen desselben erlauben. Am untern (vordern) Teil des Halses, Gurgel genannt, liegen vor der Wirbelsäule Zungenbein, Kehlkopf (der hervortretende Teil desselben heißt beim Menschen der Adamsapfel, s. d.), Luftröhre, Schilddrüse, Schlundkopf, Speiseröhre sowie Muskeln, viele große Gefäßstämme und Nerven. Beim Menschen (s. die Tafeln "Blutgefäße", "Eingeweide", "Nerven", "Muskeln") hat ein normaler H. vom Kinn bis zur Handhabe des Brustbeins zwei Drittel der Länge des Gesichts, ist aber nicht selten bedeutend länger oder kürzer. Die Haut des Halses ist beim Mann unter dem Kinn mit Barthaaren besetzt. Über die Erkrankungen des Halses s. Halskrankheiten.

Hals, engerer Oberteil an Gefäßen, auch jeder dünnere Teil von Werkzeugen, Maschinen und Geräten, z. B. das Ende einer Welle, woran der Zapfen befestigt ist; auch der schwach gearbeitete Teil eines Pfostens an Schleusenthoren etc., welcher sich in einem rund gebogenen eisernen, den Pfosten oder Zapfen umschließenden Band (Halsband) dreht, dann ein schmaler, enger, namentlich steigender Eingang, z. B. Kellerhals; bei Saiten- und lautenartigen Instrumenten die schmale, massive Verlängerung des Schallkörpers, über welche die Saiten nach dem "Kopf" mit dem Wirbelkasten laufen. Auf der den Saiten zugekehrten, abgeplatteten Seite ist das Griffbrett aufgeleimt. H. heißt ferner der obere Teil eines Säulenschafts (s. Säule); auch die Vereinigungsstelle eines Gelenks oder Scharniers.

Hals, 1) Frans, holländ. Maler, geb. 1584 zu Antwerpen, kam frühzeitig (vor 1602) nach Haarlem, von wo seine Familie stammte, und wurde hier Schüler Karel van Manders. Sein erstes datiertes Gemälde ist ein Porträt des Scriverius von 1613 (Paris, Privatbesitz), das nächste das Festmahl der Offiziere des Haarlemer Schützenkorps zum heil. Georg von 1616, im Museum zu Haarlem, ein bereits sehr lebensvolles Bild, doch noch etwas altertümlich und ohne die geistreiche Frische der spätern Werke des Meisters. Die gleichzeitig entstandenen Genrestücke: das lustige Trio (Original in Nordamerika, veränderte Wiederholung im Berliner Museum) und der Heringshändler (London, Lord Northbrook) zeigen bereits jene Fülle ausgelassenen Humors und jene breite und kühne malerische Behandlung, die seitdem für alle Schöpfungen des Meisters charakteristisch blieben. An die Stelle eines braunen setzte H. einen kühlen grauen Gesamtton, der ebenfalls ein Merkmal aller seiner Werke ist. Von humoristischen Genrestücken mit lebensgroßen Halbfiguren, in welchen H. seine ungebundene Genialität am freiesten entfaltet hat, sind noch zu nennen: die Tischgesellschaft (Paris), der Junker Ramp und seine Liebste (1623, Paris), die Rommelpotspieler. Eine zweite Gruppe bildet eine Reihe von Charakterfiguren, teils Köpfe, teils Brustbilder, teils Halbfiguren: spielende und singende Knaben, Fischerbuben und -Mädchen, lustige Zecher, lachende Dirnen. Das berühmteste Stück dieser Gattung ist die Hille Bobbe von Haarlem (um 1650, Berliner Museum). Im J. 1627 malte H. die beiden