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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Halluin; Halluzination; Hallwich; Hallwyl; Halm; Halmahera; Halmfliege; Halmfrüchte; Halmstad; Halmwespe; Halo; Haloander

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Halluin - Haloander.

auf beiden Seiten; Faidherbe aber behauptete seine Position auf den dominierenden Höhen des linken Ufers. Gegen 5 Uhr versuchte er einen Offensivstoß gegen die von den brennenden Dörfern hell beleuchtete preußische Linie, wurde jedoch mit Hilfe der Reserve (vom 1. Korps) unter schwerem Verlust zurückgeworfen. Am 24. Dez. standen beide Armeen in Schlachtordnung einander gegenüber. Nach einem verunglückten Angriff auf den linken Flügel der Preußen zog Faidherbe am Abend über Bapaume nach Douai ab mit einem Verlust von 141 Toten, 905 Verwundeten, 1100 Gefangenen und 1000 Zersprengten. Die deutsche Armee hatte 862 Tote und Verwundete, darunter 38 Offiziere, und 93 Vermißte.

Halluin (spr. allüäng), Industrieort im franz. Departement Nord, Arrondissement Lille, durch die Lys von der belgischen Stadt Menin geschieden, an der Nordbahn, hat (1881) 8785 Einw., Fabrikation von Leinwand und Baumwollzeug, Chemikalien und Öl, Bleicherei, Ziegelbrennerei, Handel mit Leinwand, Getreide, Wein etc.

Halluzination (lat.), s. v. w. Sinnestäuschung (s. d. und Geisteskrankheiten, S. 35); daher halluzinieren, Halluzinationen haben.

Hallwich, Hermann, österreich. Abgeordneter und Historiker, geb. 9. Mai 1838 zu Teplitz, studierte an der Prager Universität, war 1862-69 Professor der Geschichte an Gymnasien, wurde 1869 Sekretär der Reichenberger Handelskammer, gehört seit 1871 als Vertreter des Trautenauer Städtebezirks dem Abgeordnetenhaus, in dem er sich dem Klub der Linken anschloß, an und ist Landtagsabgeordneter für den Städtebezirk Hohenelbe. In Unterrichtsfragen wie auch in volkswirtschaftlichen, insbesondere zollpolitischen, Angelegenheiten fungierte er wiederholt als Berichterstatter. Als Historiker hat er durch Forschungen über Wallenstein und Veröffentlichung zahlreicher noch unbekannter Dokumente in selbständigen Werken: "Wallensteins Ende. Ungedruckte Briefe und Akten" (Leipz. 1879, 2 Bde.), "Heinrich Matthias Thurn als Zeuge im Prozeß Wallenstein" (das. 1883) und "Gestalten aus Wallensteins Lager" (Merode und Aldringen, das. 1884-85, 2 Bde.), sowie in Zeitschriften zur geschichtlichen Würdigung Wallensteins viel beigetragen. Auch verfaßte er eine Geschichte von Teplitz (Leipz. 1886).

Hallwyl, altes Schloß im schweizer. Kanton Aargau, Stammhaus eines noch bestehenden adligen Geschlechts in Bern, liegt in flachem Thalgrund, von der Hallwyler Aa, einem Zufluß der Aare, umflossen, wo diese den Hallwyler See verläßt. Nahebei die Kaltwasserheilanstalt Brestenberg. Die beiden von der Aa gebildeten Wasserbecken, der Baldegger See (5,04 qkm groß und 467 m ü. M.) und der Hallwyler See (10,37 qkm groß und 452 m ü. M.), sind zwar einsame, aber lieblich von Dörfern und Schlössern umkränzte Wasserflächen.

Halm (Culmus), Form des Pflanzenstengels mit langgestreckten, oft hohlen Internodien und ringförmigen Knoten an den Ansatzstellen der scheidenförmigen Blätter, kommt bei vielen Monokotyledonen, besonders bei den Gräsern, Halbgräsern und Junkaceen, vor (s. Stengel). Bei den alten Franken, Bayern und Alemannen galt der H. als ein Rechtssymbol, das zum Zeichen feierlicher Auflassung von Grundstücken, bei Entsagung oder Kündigung, mit der Hand geworfen, gereicht oder gegriffen wurde. Daher die Formel: "Mit H. und Mund", d. h. mit dem Symbol und der dazu gehörigen Rede. Auch wurde der H. in verschiedener Weise zur Bestimmung durch das Los verwendet, indem man seine Knoten zählte etc.

Halm, 1) Friedrich, Pseudonym des Dichters Graf Münch-Bellinghausen (s. d.).

2) Karl, ausgezeichneter Philolog, geb. 5. April 1809 zu München, besuchte das alte Gymnasium und 1826-30 die Universität daselbst, wurde 1834 Professor am dortigen Ludwigsgymnasium, 1839 in Speier, 1847 am Gymnasium zu Hadamar in Nassau, 1849 Rektor des neubegründeten Maximiliansgymnasiums in München, 1857 Direktor der Hof- und Staatsbibliothek und ordentlicher Professor an der Universität daselbst; starb 5. Okt. 1882. H. hat sich besonders um Cicero verdient gemacht. Er besorgte mit Baiter den 2. (Zürich 1854-56) und 4. Band (das. 1861) der 2. Auflage von Orellis Cicero, edierte Ciceros ausgewählte Reden mit deutschen Anmerkungen (Berl. 1853-66, 7 Bdchn.; oft wiederholt), auch eine Textausgabe derselben (das. 1868, 2 Tle.) und schrieb: "Zur Handschriftenkunde der ciceronianischen Schriften" (Münch. 1850); "Beiträge zur Berichtigung und Ergänzung der ciceronianischen Fragmente" (das. 1862) u. a. Außerdem veröffentlichte er kritische Ausgaben der "Rhetores latini minores" (Leipz. 1863), des Quintilian (das. 1868-69, 2 Bde.; Text 1869) und des Nepos (das. 1871; Text 1871 u. 1875), ferner in der Teubnerschen Sammlung Textausgaben des Tacitus (das. 1850-51, 2 Bde.; 2. Ausg. 1874), der "Fabulae Aesopicae" (1852, 2. Aufl. 1874), des Florus (1854), Valerius Maximus (1865) und Vellejus Paterculus (1876), sodann in dem "Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum", für das er auch ein "Verzeichnis der ältern Handschriften lateinischer Kirchenväter in den Bibliotheken der Schweiz" (Wien 1865) bearbeitete, Ausgaben des Sulpicius Severus (das. 1866) sowie des Minucius Felix und Firmicus Maternus (das. 1867), endlich den Salviatus Presbyter (Berl. 1877) und "Victoris Vitensis historia persecutionis" (das. 1879). Auch leitete er den umfangreichen "Handschriftenkatalog der Bibliothek zu München" (Bd. 1-8, Münch. 1865-82) und besorgte eine neue Ausgabe von Höltys Gedichten (Leipz. 1869), welcher ein Schriftchen: "Über die kritische Bearbeitung der Gedichte Höltys" (Münch. 1868), vorausgegangen war. Sein letztes Werk war: "Über die Echtheit der dem Justus Lipsius zugeschriebenen Reden" (Münch. 1882). Vgl. Wölfflin, Gedächtnisrede auf K. H. (Münch. 1883).

Halmahera, Molukkeninsel, s. Dschilolo.

Halmfliege, s. v. w. Grünauge.

Halmfrüchte, s. v. w. Getreide.

Halmstad, Hauptstadt des schwed. Läns Halland, an der Mündung der Nissa in die Laholmsbucht (Kattegat) und an der Eisenbahn nach Nässjö, regelmäßig gebaut, mit gutem Hafen, besuchten Seebädern, starkem Lachsfang, lebhaftem Handel mit Getreide und Holzwaren und (1883) 8966 Einw. Im J. 1882 liefen 738 Schiffe von 36,981 Ton. ein, 880 Schiffe von 54,467 T. aus. Die Festungswerke der ehedem bedeutenden Stadt wurden 1734 geschleift.

Halmwespe, s. Holzwespen.

Halo (Sonnen- und Mondring), s. Hof.

Haloander (eigentlich Meltzer, nicht Hofmann), Gregorius, jurist. Kritiker, aus Zwickau gebürtig, studierte seit 1521 in Leipzig, wurde daselbst 1522 Bakkalaureus der freien Künste und ging zur Vollendung seiner Studien 1525 auf Kosten des nachmaligen Bischofs Julius v. Pflug nach Bologna, wo er die Papiere des Bologninus über Justinians Pandekten und Novellen benutzte. In Padua empfing