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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Halsglied; Halske; Halsketten; Halskrankheiten; Halskrause; Halsring; Halsschmuck

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Halsglied - Halsschmuck.

1767 u. öfter). Neuere Ausgaben erschienen von Reinh. Schmid (Jena 1835) und von Zöpfl (Heidelb. 1842); die lateinischen Übersetzungen von Gobler und Remus am besten von Abegg (das. 1837). Vgl. Malblank, Geschichte der peinlichen Gerichtsordnung Kaiser Karls V. (Nürnb. 1783); K. F. Walch, Glossarium germanicum in C. C. C. (Jena 1790); Schletter, Zur Textkritik der Carolina (Leipz. 1854); Güterbock, Die Entstehungsgeschichte der Carolina (Würzb. 1876).

Halsglied (griech. Hypotrachelion), Trennungsglied zwischen dem Säulenhals und Säulenschaft, meist ein Astragal mit Plättchen; auch Gürtel genannt.

Halske, Johann Georg, Mitbegründer der Firma Siemens u. H., geb. 30. Juli 1814 zu Hamburg, erlernte in Berlin das Gewerbe eines Mechanikers, gründete daselbst 1844 eine Werkstatt besonders für chemische Apparate (Bötticher u. H.), beteiligte sich 1845 an der Gründung der Physikalischen Gesellschaft und verband sich 1847 mit Werner Siemens zu gemeinsamem Betrieb einer Telegraphenbauanstalt, welcher er bis 1867 angehörte. H. erwarb sich auch Verdienste um die Förderung des Kunstgewerbes und wurde 1881 zweiter stellvertretender Vorsitzender des Kunstgewerbemuseums in Berlin.

Halsketten, s. Halsschmuck.

Halskrankheiten (hierzu Tafel "Halskrankheiten") betreffen hauptsächlich die Luftröhre mit dem Kehlkopf und dem Rachen sowie die Speiseröhre und bieten mithin eine große Mannigfaltigkeit dar. Abgesehen von parasitischen Pilzen, welche in der Mundhöhle und im Rachen besonders bei Säuglingen auftreten (Schwämmchen oder Soor, Fig. 6), kommen für die Teile des Rachens und für die Luftröhre am häufigsten Entzündungen in Betracht. Namentlich sind auch die Mandeln bei Katarrhen und Diphtheritis beteiligt (Fig. 1, 5 u. 6). Am gefährlichsten ist die häutige Bräune oder der Krupp (Fig. 1), bei dessen Behandlung zur Vermeidung von Erstickung durch Verstopfung des Kehlkopfes mit dem häutigen Belag der Luftröhre oft die Tracheotomie angewandt wird. Dieselbe Operation wird bisweilen auch bei wassersüchtiger Anschwellung der Schleimhautfalten beiderseits am Kehlkopf, dem Glottisödem (Fig. 2), ausgeführt. Fig. 2 zeigt die in die Luftröhre eingeführte Kanüle, durch welche bei Verschluß des Kehlkopfes die Atmung erfolgt. Die größten Verheerungen richtet die Tuberkulose an, welche die Hals- und Kehlkopfschwindsucht herbeiführt und durch Geschwürsbildungen die einzelnen Teile zerstört. Auch die Syphilis führt zu Geschwüren in der Luftröhre, die nicht ohne Hinterlassung großer Narben (Fig. 3) heilen. Nicht selten treten im Kehlkopf Polypen (Fig. 3) auf, welche die fortgeschrittene Chirurgie meist erfolgreich zu beseitigen versteht. Viel weniger häufig erkrankt die Speiseröhre, doch ist sie bisweilen der Sitz von Krebsgeschwüren (Fig. 4). Verunstaltungen des Halses entstehen durch Entartung der Schilddrüse und sind als Kropf und bei geringerer Ausbildung als Blähhals oder Satthals bekannt. Der sogen. schiefe Hals entsteht durch Verkürzung einzelner Halsmuskeln, die angeboren oder durch rheumatische Entzündung erworben sein kann und mittels Durchschneidung des verkürzten Muskels geheilt wird. Genaueres über die einzelnen Krankheiten s. in den betreffenden Spezialartikeln.

Halskrause, eine leichte gefältelte Halsbekleidung, entwickelte sich zu Anfang des 16. Jahrh. aus dem Saum des Hemdes und trat zunächst in mäßiger Größe auf. Später vom Hemd getrennt, wurde sie zum selbständigen Kleidungsstück, zugleich feiner im Stoff und mit Spitzen besetzt, und wuchs allmählich in Höhe und Breite so ins Ungeheure, daß sie wie ein Mühlstein den Hals bis an die Ohren umschloß. In dieser (spezifisch spanischen) Form, mit Draht unterzogen und steif gestärkt, herrschte sie in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. gleichmäßig bei Männern und Frauen. Gegen Ende desselben verwandelte sie sich mit dem Aufkommen der ausgeschnittenen Frauenkleider in einen hochstehenden fächerförmigen Spitzenkragen, worauf sie sich zu Anfang des 17. Jahrh., als die langen Haare wieder Mode wurden, auf die Schultern hinabsenkte, nunmehr aus einem steifen Kragen und einem gekräuselten Rand bestehend. Aus dieser Form und dem wallonischen Reiterkragen entstand sodann der hinabfallende Spitzenkragen, der schon während des Dreißigjährigen Kriegs allgemein herrschte, und an dessen Stelle bei den Männern später das Halstuch (s. d.) trat, während sich die steife spanische H. nur bei Ratsherren und lutherischen Geistlichen bis ins 18. Jahrh. erhielt, ja von letztern hier und da noch heute getragen wird. S. die Tafeln "Kostüme" II, Fig. 11 u. 12; III, Fig. 1, 2, 3 u. 6.

Halsring, s. v. w. Halseisen, s. Pranger.

Halsschmuck (Halsgeschmeide), Zieraten, die am Hals getragen werden, besonders Ketten (Halsketten). Dergleichen wurden im Altertum nicht bloß von Frauen, sondern auch von Männern getragen; sie waren teils von edlem Metall gefertigt, teils aus Steinen oder Perlen zusammengesetzt und hingen bis auf die Brust, ja bis auf den Gürtel herab. Auch befestigte man daran andre Zieraten, als Halbmonde, Riechfläschchen, kleine Sonnen, Talismane. Schon Joseph wurde von Pharao mit einer goldenen Halskette beschenkt (1. Mos. 41, 42). Bei den Persern pflegten die Könige als besondere Gnadenbezeigung Halsketten zu verleihen. Bei den Griechen findet sich mancherlei H. ebenfalls schon in sehr früher Zeit; vorzüglich bedienten sich die Jungfrauen desselben, woher sich vielleicht das athenische Gesetz schreibt, welches den Hetären das Tragen von H. verbot. Bei den Römern sind wohl zu unterscheiden die Halsbänder der Frauen (monilia) und die leichten, bis auf den Busen herabhängenden Halsketten (catellae) derselben und die schweren goldenen Ketten der Männer

^[Abb.: Goldene Halskette des Bürgermeisters Waldmann von Zürich (Ende des 15. Jahrh.).]