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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hamerken; Hamerling; Hamerton; Hamilkar

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Hamerken - Hamilkar.

Aufführung (1870). Seit 1872 ist er Direktor der musikalischen Abteilung des Peabody-Instituts zu Baltimore. Von Hameriks Werken sind noch zu erwähnen: die Oper "Der Wanderer" (1872), eine Symphonie (C moll), ein Klavierquartett (Op. 6), fünf "Nordische Suiten" für Orchester, eine Phantasie für Cello und Klavier, eine Konzertromanze für Cello und Orchester, Gesangstücke etc.

Hamerken, s. Thomas a Kempis.

Hamerling, Robert, Dichter, geb. 24. März 1830 zu Kirchberg am Wald in Niederösterreich (nahe der böhmischen Grenze) von armen Eltern, die später nach Wien übersiedelten, besuchte hier das Gymnasium und schrieb bereits im Alter von 14-16 Jahren mehrere Dramen. Während der Erhebung von 1848 trat er unter die bekannte "akademische Legion", befand sich während der Belagerung der Hauptstadt durch Windischgrätz innerhalb der Mauern derselben und mußte sich nach dem Einzug der Truppen als gewesener Legionär längere Zeit versteckt halten. Seinen Studien zurückgegeben, warf er sich nun mit Eifer auf naturwissenschaftliche, philologische und philosophische Studien, versah zugleich eine Hilfslehrerstelle am akademischen Gymnasium, später an dem zu Graz und wurde 1855 zum Professor am Gymnasium in Triest ernannt. Zunehmende Kränklichkeit bewog ihn, um seine Entlassung einzukommen, die ihm im Herbst 1866 gewährt ward. Seitdem lebt er, ganz seiner poetischen Thätigkeit hingegeben, wieder in Graz. Die ersten Dichtungen, mit welchen H. in die Öffentlichkeit trat, waren die probeweise vorausgesandte kleine lyrische Sammlung "Ein Sangesgruß vom Strande der Adria" (Triest 1857) und das lyrische Epos "Venus im Exil" (Prag 1858; 4. Aufl., Hamb. 1873). Später erschienen: "Sinnen und Minnen" (Prag 1860, 7. Aufl. 1886), die erste größere Sammlung seiner lyrischen Gedichte, von der 2. Auflage an auf das Doppelte vermehrt; das elegisch-schöne "Schwanenlied der Romantik" (das. 1862, 4. Aufl. 1873); die von warmem Patriotismus durchwehte Kanzone "Germanenzug" (Wien 1864; 4. Aufl., Hamb. 1873) und das Epos "Ahasver in Rom" (das. 1866, 14. Aufl. 1884), welches das Altertum auf dem Durchgangspunkt zum Christentum in farbenprächtiger Schilderung darstellt und durchgreifenden Erfolg hatte. Diesem folgten das Epos "Der König von Sion" (Hamb. 1869), welches in fast allen folgenden Auflagen (8. Aufl. 1879) formell sehr stark verbessert wurde; ferner die Tragödie "Danton und Robespierre" (das. 1871, 4. Aufl. 1877); das Scherzspiel "Teut" (das. 1872); eine Kantate: "Die sieben Todsünden" (das. 1873, 4. Aufl. 1876), und "Aspasia", ein Künstler- und Liebesroman aus Althellas (das. 1875, 3. Aufl. 1884); ferner die Komödie "Lord Luzifer" (das. 1880); die Novelle "Die Waldsängerin" (Berl. 1880) und die Dichtung "Amor und Psyche" (mit Thumanns Illustrationen, Leipz. 1882). Eine Sammlung von Skizzen, Gedenkblättern und Studien erschien unter dem Titel: "Prosa" (Hamb. 1884, 2 Bde.). Außerdem veröffentlichte H. eine treffliche Übersetzung von Leopardis "Gedichten" (Hildburgh. 1865), eine Anthologie: "Das Blumenjahr in Bild und Lied" (2. Aufl., Frankf. a. O. 1882) und "Hesperische Früchte", Verse und Prosa aus dem modernen Italien (Teschen 1884). Hamerlings Talent hat seine Hauptstärke in einer farbenlodernden, selbst üppigen Schilderung, in der Lebendigkeit des Details und einer seltenen Formvollendung. Das Charakteristische seiner epischen Dichtungen besteht nicht sowohl in der Plastik der Gestalten als in dem phantasievollen Wechsel der Situationen und dem lebendigen Kolorit. In seinen lyrischen Dichtungen, namentlich im "Schwanenlied der Romantik", zeigt sich H. schwungvoll und eigentümlich.

Hamerton (spr. hämmert'n), Philipp Gilbert, engl. Maler und Schriftsteller, geb. 10. Sept. 1834 zu Laneside in der Grafschaft Lancaster, widmete sich in London der Malerei, besonders der Landschaft, wohnte seit 1857 am Loch Awe in den schottischen Hochlanden, den er durch Verse und Skizzen verherrlichte, siedelte aber 1861 nach Frankreich über, um erst in Sens, später in Autun seinen Aufenthalt zu nehmen. Er hat sich als fruchtbarer Schriftsteller auf dem Gebiet der Kunstgeschichte, des Romans und der Jugendschriften gezeigt. H. schrieb: "A painter's camp in the Highlands and thougths about art" (1861); "Etching and etchers" (1868); "The intellectual life" (1873); "Round my house" (1876); "Modern Frenchmen" (1878); "The life of Turner" (1878); er gab auch eine Reihe von Bilderwerken heraus.

Hamilkar (phönik., "Gnade des [Gottes] Melkart"), Name mehrerer karthag. Heerführer, von denen folgende bemerkenswert sind:

1) Befehlshaber der karthag. Landtruppen auf Sizilien nach der Eroberung von Agrigent durch die Römer (262 v. Chr.), brachte 260 den Römern bei Thermä einen nicht unbedeutenden Verlust bei und führte den Krieg auch in den folgenden Jahren nicht ohne Glück, ward aber 257 als Anführer der Flotte in der Seeschlacht bei Tyndaris und dann nochmals 256 in der Nähe des Bergs Ecnomus (jetzt Monte de Licata) geschlagen. Nachdem der römische Konsul Atilius Regulus durch die letztere Schlacht sich den Übergang nach Afrika eröffnet, ward H. aus Sizilien abberufen, mit Hasdrubal und Bostar an die Spitze des Heers gestellt und erlitt mit diesen zusammen bei Adys in der Nähe von Tunis eine völlige Niederlage.

2) Sohn eines Hannibal, Vater des großen Hannibal, geehrt durch den Beinamen Barkas ("Blitz"), erhielt, fast noch Jüngling, 247 v. Chr. den Oberbefehl über Flotte und Heer, welch letzteres er erst durch die äußerste Strenge wieder an Kriegszucht gewöhnen mußte. Nachdem er die Küsten von Bruttium und Lukanien mit Plünderung heimgesucht, nahm er auf Sizilien eine ebenso kühne wie vorteilhafte Stellung auf dem Berg Eirkte (Monte Pellegrino) und dann in der Stadt Eryx ein, von wo aus er fünf Jahre hindurch die Römer durch zahllose Überfälle ermüdete. Nach der Niederlage der karthagischen Flotte bei den Ägatischen Inseln vermittelte er einen für sein Vaterland verhältnismäßig günstigen Frieden; hierauf führte er seine Truppen nach Lilybäum, trat vom Oberbefehl zurück und überließ es Gisgo, das Heer nach Karthago zurückzuführen. Als Karthago aber durch die Empörung der Soldtruppen in die äußerste Bedrängnis geriet, wurde H. von neuem an die Spitze des Heers berufen und rettete den Staat durch Vernichtung der Aufrührer (237). Nach Unterdrückung dieser Unruhen setzte H. nach Spanien über und begann dort jenen Eroberungskrieg, welcher seinem Vaterland eine neue reiche Quelle von kriegerischen und finanziellen Hilfsmitteln eröffnete und dadurch die Erneuerung des Kampfes mit Rom ermöglichte. Binnen neun Jahren unterwarf er einen beträchtlichen Teil der Halbinsel. Über seinen Tod, der 229 erfolgte, gibt es verschiedene Berichte; nach dem einen (Diodor) fand er ihn durch den Verrat eines spanischen Verbündeten, nach dem andern (Polybios) fiel er tapfer kämpfend in einer Schlacht gegen die Vettonen.

3) Karthag. Anführer, stellte sich, nach der Nieder-^[folgende Seite]