Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Heddernheim; Heddesdorf; Hede; Hedemarken; Hedemora; Hedemünden; Hedenbergit; Hedera; Hederich; Hedio; Hedlinger

267

Heddernheim - Hedlinger.

Bearbeitungen, welche zum größern Teil mit ungeteiltem Beifall gegeben wurden. 1860 ging er zum historischen Schauspiel mit "Kung Märta" über, dem mit gleichem Erfolg "Dagen gryr" ("Der Tag graut") folgte. 1865 machte er seinen größten Wurf mit "Bröllopet på Ulfåsa" ("Die Hochzeit auf dem Wolfsberg"), einem Stück, das auch in Deutschland vielfach aufgeführt worden ist. Von seinen übrigen dramatischen Arbeiten sind noch hervorzuheben: "Wasaarfvet" und "Stolts Elisif", zwei historische Schauspiele, und die Lustspiele: "Blommor i drifbänk" ("Die Blumen im Treibhaus"), "Så kallad ungdom" ("Sogenannte Jugend"), "Det skadar inte" ("Das schadet nichts") u; a. Außerdem hat H. Gedichte ("Dikter", 1866), interessante Theatermemoiren unter dem Titel: "Fyra år via landsortsteatern" (1857) und Erzählungen: "Svart och hvit" ("Schwarz und Weiß", 1876-79), erscheinen lassen. Seine Stücke, denen der große Schwung der Phantasie fehlt, haben alle einen streng sittlichen Charakter, verraten genaue Kenntnis der Bühne und zeugen von einem scharfen Blick für dramatische Komposition. 1870 wurde H. zum Mitglied der Akademie (der "Achtzehn"), 1871 zum Intendanten des königlichen Theaters ernannt; 1881-83 führte er die Direktion der Gotenburger Bühne.

Heddernheim, Flecken im preuß. Regierungsbezirk und Landkreis Wiesbaden, an der Nidda, hat eine evangelische und eine kath. Pfarrkirche, eine Synagoge, einen Kupferhammer, ein Walz-, Nieten- und Drahtwerk, Druckerschwärze-, Blei- und Zinnröhrenfabrikation, Ziegeleien, Weißnäherei und (1885) 2847 Einw. In der Nähe die aufgedeckten Reste der Römerstadt Novus vicus, wo viele bedeutende Altertümer gefunden wurden. Ein unweit davon 1826 ausgegrabener Mithrasaltar befindet sich im Museum zu Wiesbaden.

Heddesdorf, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Koblenz, 1 km von Neuwied, ist Sitz des Landratsamtes für den Kreis Neuwied, hat eine evang. Pfarrkirche, ein Lehrerseminar und (1885) 3742 meist evang. Einwohner. Zu H. gehört das Eisenwerk Rasselstein mit Walzwerk, Wellblechfabrik, Verzinkerei und Brückenbau.

Hede, s. v. w. Werg.

Hedemarken, Amt im norweg. Stift Hamar, ganz im Innern des Landes, längs der schwedischen Grenze, 26,042 qkm (473 QM.) groß, umfaßt das Gebiet des Glommen und zerfällt in fünf Vogteien: H., Vinger und Odalen, Solöer, Nord- und Söndre-Österdalen. In der eigentlichen Landschaft H., am Ostufer des Mjösensees, sind die fruchtbarsten Getreidefelder Norwegens, doch ist nur der dritte Teil der Landschaft zum Anbau geeignet; die übrigen höher gelegenen Vogteien besitzen in ihren großen Wäldern bedeutende Reichtümer, die in der neuern Zeit, seit der Anlage der Eidsvolder Eisenbahn und der lebhaften Schiffahrt auf dem Mjösen, nur allzusehr ausgebeutet wurden. Ein großer Teil dieser Gegenden ist wegen der hohen Lage ganz unbewohnbar. In der stark bevölkerten Vogtei H., wo die Höfe dicht bei einander liegen, ist Ackerbau die Hauptbeschäftigung, in den übrigen Teilen Viehzucht (Alpenwirtschaft, Sätere), demnächst Bergbau (auf Kupfer, Schiefer, Kalkstein), Frachtfuhren, Fischerei und Jagd. Die Zahl der Bewohner beträgt (1876) 120,618. Hauptort ist Hamar.

Hedemora, Stadt im schwed. Län Kopparberg, in fruchtbarer Gegend, am See Hofran und an dem Zweig der Nordbahn Krylbo-Borlänge, mit großen Jahrmärkten im Februar und Oktober und (1883) 1393 Einw.

Hedemünden, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Hildesheim, Kreis Münden, 132 m ü. M., an der Werra und der Linie Halle-Münden der Preußischen Staatsbahn, hat Zigarrenfabrikation und (1885) 878 evang. Einwohner.

Hedenbergit, s. Augit.

Hedera L. (Epheu), Gattung aus der Familie der Araliaceen, mittels Luftwurzeln hoch kletternde oder am Boden kriechende Sträucher mit ganzen, gelappten oder gefingerten, lederartigen, bleibenden Blättern, Blüten in traubig gestellten Köpfchen oder Dolden und fünffächerigen Beeren. H. Helix L. (Eppich), in Europa, besonders in Südeuropa, Süddeutschland, den Niederlanden, England und dem Orient, dem gemäßigten Ostasien, in Nordafrika, auf den Azoren und Kanaren, klettert an Mauern, Baumstämmen bis 15 m und höher, kriecht aber auch auf dem Boden in den Wäldern, hat immergrüne, kahle, oberseits glänzend dunkelgrüne, meist weißaderige, eckig-fünflappige Blätter, blüht erst im hohen Alter und trägt an den aufrechten blühenden Zweigen ganzrandige, breit-elliptische Blätter. Macht man aus Zweigen mit solchen Blättern Stecklinge, so verlieren die daraus gezogenen Pflanzen oft die Neigung des Kletterns und steigen in der Regel baumartig empor (H. arborea hort.). Die Blüten sind grünlichgelb, die erst im Frühjahr reifenden Beeren schwarz. Man kultiviert von dieser Art mehrere, auch buntblätterige Varietäten, unter denen der groß- und hellgrünblätterige, schnellwüchsige schottische Epheu (H. hibernica hort.) den größten Wert besitzt. Derselbe ist aber empfindlicher als der kleinblätterige und muß im Winter gedeckt werden. H. colchica C. Koch, aus Transkaukasien, mit langgestielten, dicken, lederartigen, verschieden gestalteten, nur bisweilen gelappten, immer sehr breiten Blättern, muß im Winter ebenfalls gedeckt werden. Früher waren das Holz und das daraus hervorquellende Harz sowie die Blätter und Früchte des gemeinen Epheus offizinell. Im Altertum drehte man aus dem Holz Becher zum Filtrieren des Weins. Der Epheu war dem Osiris und Bakchos geheiligt, und der Thyrsosstab war stets mit Epheu umrankt; in Italien flocht man Epheu in den Lorbeerkranz der Dichter; auch gilt Epheu als Symbol der Freundschaft.

Hederich (Raphanus raphanistrum), s. Rettich; auch s. v. w. Ackersenf, Sinapis arvensis.

Hedio (Heid), Kaspar, Humanist und Reformator, geb. 1494 zu Ettlingen in Baden, studierte zu Freiburg und Basel, wurde 1523 Hofprediger und geistlicher Vikar des Erzbischofs von Mainz und im Herbst 1523 Domprediger zu Straßburg, wo er sich 1524 verheiratete und an der Einführung der Reformation sich beteiligte. Er gehörte der vermittelnden Richtung der Reformatoren an und beteiligte sich in diesem Sinn an dem Marburger Religionsgespräch. Dem Interim (1548) unterwarf er sich nicht, sondern legte lieber seine Stelle nieder. Er starb 17. Okt. 1552 in Straßburg an der Pest. Außer theologischen Schriften und Übersetzungen von Kirchenvätern hat er ein "Chronicon germanicum" (3 Tle.) sowie das "Chronicon Abbatis Urspergensis correctum et paralipomena et addita usque ad a. 1537" herausgegeben. Vgl. Spindler, H., essai biographique (Straßb. 1864).

Hedlinger, Johann Karl, Medailleur, geb. 20. März 1691 zu Schwyz, bildete sich unter Saint-Urbain in Nancy und in Paris, wo er durch den Medailleur Launay Aufträge von seiten des Königs erhielt. Von Paris kam er im Gefolge des schwedischen Gesandten nach Stockholm, wo er mehrere Arbeiten für die