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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hogendorp; Höger

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Hogendorp - Höger.

times (die Zeitläufe, 1762), eine beißende Satire auf Pitt. Sein lächerliches Bild: Sigismunda (1757), das der schwach gewordene Künstler als ein Gegenstück zu einem Bild von Correggio betrachtet sehen wollte, zog ihm viele Kränkungen zu. Die fortwährenden Kämpfe mit seinen zahlreichen Gegnern zerrütteten seine ohnehin schwache Gesundheit und beschleunigten seinen Tod. H. starb, nachdem er 30 Jahre lang Direktor einer auf seine Veranlassung gegründeten Akademie gewesen war, 26. Okt. 1764 auf seinem Landgut in Chiswick bei London.

Merkwürdige Gemälde Hogarths wurden 1819 in einem Haus zu London entdeckt, wo sie, am Getäfel eines Zimmers befindlich, von H. während seiner Mußestunden in der Zeit der schönsten Blüte seines Geistes gefertigt worden waren. Sie stellen in fünf Abteilungen die Schicksalsgöttin dar, wie sie aus höherer Region ihre günstigen wie ihre unheilbringenden Gaben auf die Bewohner der sublunarischen Welt, worunter namentlich die Helden der "Dunciade" sind, herabfallen läßt. Ein andres, um dieselbe Zeit wieder entdecktes Werk Hogarths ist eine sehr launige und belebte Darstellung eines Bacchantenzugs. 1825 entdeckte man in London ein drittes Bild: Garrick bei der Probe eines neuen Stückes, mit den Bildnissen der Mrs. Abington, Popes, Macklins, Palmers etc. Hogarths Werke bedürfen eines Kommentars, um in ihren historischen und moralischen Beziehungen erfaßt werden zu können. Er selbst gab schon Inschriften und von Hoadley fabrizierte Mottos, um jene verständlicher zu machen; doch sind dieses nur moralische Nutzanwendungen. Noch zu Lebzeiten Hogarths erschienen die "Lettres de Mr. *** (Rouquet) à un de ses amis à Paris, pour lui expliquer les estampes de M. H." (Par. 1746). Dann gab J. Trusler eine ähnliche Arbeit von größerm Umfang heraus: "H. moralised" (Lond. 1768, mit 76 Kupfern; spätere Auflagen 1831 u. 1841). Später erschienen unter anderm teils als Erklärung, teils als vollständige Kommentare über Hogarths Werke: Gilpins "Essay on prints"; Nichols' "Biographical anecdotes of W. H." (2. Aufl. 1782); "H. illustrated by John Ireland" (Lond. 1791, 3 Bde.) und die "Graphic illustrations of H., from pictures, drawings etc." (das. 1794, 4 Bde. mit 60 Kupfern). Alle diese Kommentatoren übertraf aber Lichtenberg durch seine witzige "Ausführliche Erklärung der Hogarthschen Kupferstiche" (Götting. 1794). Eine schöne Ausgabe von Hogarths Werken nach den von Heath retouchierten Originalplatten erschien unter Nichols' Leitung (Lond. 1820-22); andre Ausgaben erschienen zu Leipzig (zuletzt 1886), in verkleinerten Kopien von Riepenhausen (neue Ausg., Götting. 1853, 75 Blätter), mit der Lichtenbergschen Erklärung von Kottenkamp (3. Aufl., Stuttg. 1873, 87 Blätter), nach Ireland und Nichols (Lond. 1883, 3 Bde.). Vgl. Sala, William H. (Lond. 1866); J. Beavington-Atkinson in Dohmes "Kunst und Künstler", 3. Abt. (Leipz. 1880).

Hogendorp, 1) Dirk, Graf van, holländ. General, geb. 13. Okt. 1761 zu Rotterdam, diente neun Jahre in der preußischen Armee, seit 1783 in den niederländischen Kolonien als Beamter der Ostindischen Kompanie, wurde hier verhaftet, entfloh aber 1799 in seine Heimat. 1803 ging er als Gesandter nach Petersburg, kehrte 1805 nach Holland zurück, ward 1807 vom König Ludwig zum Kriegsminister, in demselben Jahr zum Gesandten in Wien, 1809 in Berlin, 1810 in Madrid ernannt. 1811, nach der Einverleibung Hollands, trat er als Divisionsgeneral und Adjutant des Kaisers in die französische Armee und ward 1812 zum Gouverneur von Wilna, 1813 von Hamburg ernannt, wo er sich überall durch seine Härte verhaßt machte. Nach Napoleons Sturz zog er sich nach Holland zurück, trat aber 1815 wieder in Napoleons Dienste. Durch den Ausgang der Schlacht bei Waterloo außer Dienst gesetzt, schiffte er sich 1816 nach Südamerika ein und starb 29. Okt. 1822 auf einem Landgut bei Rio de Janeiro.

2) Gijsbert Karl, Graf van, ausgezeichneter niederländ. Staatsmann, Bruder des vorigen, geb. 27. Okt. 1762 zu Rotterdam, ward im preußischen Kadettenhaus erzogen, trat 1778 in preußische Militärdienste und machte als Fähnrich den bayrischen Erbfolgekrieg mit. In sein Vaterland zurückgekehrt, wurde er 1782 in der Garde des Erbstatthalters angestellt, studierte aber später zu Leiden die Rechte, stand 1787 während der Unruhen auf oranischer Seite und ward nach Unterdrückung derselben Pensionär (Stadtschreiber) von Rotterdam, von welchem Posten er nach der Eroberung Hollands durch die Franzosen 1795 zurücktrat, um in Amsterdam ein Kaufmannsgeschäft zu übernehmen. Durch seinen fehlgeschlagenen Plan, eine Kolonie für die Anhänger des Hauses Oranien am Kap der Guten Hoffnung zu gründen, büßte er den größten Teil seines Vermögens ein; dagegen trug er 1813 wesentlich zur Befreiung Hollands vom französischen Joch bei, indem er, als die Verbündeten siegreich vordrangen, die Anhänger des Prinzen von Oranien im Haag vereinigte. Als Präsident der Kommission, welche mit der Entwerfung der neuen Verfassungsurkunde beauftragt war, übte er einen entscheidenden Einfluß auf die übrigen Kommissionsmitglieder, so daß er der Haupturheber des niederländischen Staatsgrundgesetzes war. Darauf erhielt er das Departement der auswärtigen Angelegenheiten, wurde Vizepräsident des Staatsrats und 1815 Graf, nahm aber schon 1816 wegen Kränklichkeit seine Entlassung. Als Mitglied der Zweiten Kammer der Generalstaaten, in die er 1815 gewählt worden war, gehörte er zur Opposition gegen den Minister van Maanen; auf seinen Platz in der Ersten Kammer verzichtete er, weil die Verhandlungen derselben nicht öffentlich waren. Er starb 5. Aug. 1834 im Haag. H. schrieb: "Über den Handel nach Indien" (1801, 2 Bde.), "Memoiren über den Handel nach Java" (1804), "Beiträge zur Staatshaushaltung des Königreichs der Niederlande" (Delft 1818-29, 10 Bde.; 2. Aufl., hrsg. von Thorbecke, Zaltbommel 1854-56, 5 Bde.), sämtlich in holländischer Sprache; "Lettres sur la prospérité publique" (Amsterd. 1830, 2 Bde.); "La séparation de la Hollande et de la Belgique" (das. 1830) u. a. Vgl. "Brieven en geschriften van H.", herausgegeben von seinem Sohn (Haag 1866-1876, 3 Tle.).

Höger, Joseph, Maler, geb. 2. Nov. 1801 zu Wien, trat nach Vollendung seiner Gymnasialstudien in die Landschaftsschule der Akademie unter Professor Mößmer, wo er schon nach kurzer Zeit den Kaiserpreis erhielt. Einen wohlthätigen Einfluß übten auch auf ihn der Landschaftsmaler Rebell, der Medailleur J. D. Böhm und später sein Schwager Friedr. Gauermann; aber seine Hauptlehrmeisterin war die Natur, die er fast alljährlich in den Gebirgen Steiermarks und Oberösterreichs, in Tirol und Oberitalien studierte. Seine Ölbilder bestechen nicht durch glänzendes Kolorit, sind aber von sorgfältiger Zeichnung und feinem Gefühl in den Motiven; fast noch wertvoller sind durch diese Eigenschaften seine Aquarelle