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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Horneck - Hornhautentzündung.

wurde; ferner: "A new spirit of the age", litterarische Essays (1844, 2 Bde); die Erzählung "The good-natured bear"; "Ballad romances" (1846); "The poor artist, or seven eyesights and one object" (1849); "Adventures of a London doll" (1850) und "The dreamer and the worker" (1851). 1852 ging H. mit Howitt u. a. nach Australien, wo er zum Kommissar der Goldeskorte zu Melbourne ernannt wurde, kehrte aber nach einigen Jahren nach England zurück. Seit 1874 bezog er einen Ehrensold aus der Zivilliste und starb 13. März 1884 in Margate. Noch sind von ihm zu erwähnen: "Laura Dibalzo", Tragödie (1880); "Bible tragedies" (1881) und "King Nihil's round table, or the regicide's symposium" (1881).

Horneck, Ottokar von, Verfasser der steirischen Reimchronik, s. Ottokar von Steiermark.

Horneinseln, s. Hoorneinseln.

Hornellsville (spr. -wil), Stadt im W. des nordamerikan. Staats New York, Grafschaft Steuben, am Canisteo, mit (1880) 8195 Einw.

Hörnen Siegfried, Gedicht aus dem fränkisch-burgund. Sagenkreis, erzählt die Jugendgeschichte des Helden Siegfried, der sich mit dem Fett eines getöteten Drachen bestrichen und davon eine Hornhaut erhalten hatte, insbesondere seine Bewerbung um Kriemhild, die Tochter des Königs Gibich, die von einem Drachen auf dem Drachenfels gefangen gehalten wurde. Siegfried gewann sie durch gewaltige Kämpfe zuerst mit dem heimtückischen Riesen Kuperan, dann mit dem Drachen und führte sie in ihre Heimat zurück, um Hochzeit mit ihr zu halten. Das Gedicht gehört seiner Grundlage nach wohl dem 12. Jahrh. an, ist aber nur in einer Umarbeitung in Drucken des 16. Jahrh. auf uns gekommen (Nürnberg um 1545; ohne Ort 1585; Frankf. a. M. ohne Jahr; in einer niederdeutschen Übertragung um 1545; neue Ausg. in Hagen und Primissers "Heldenbuch", Berl. 1825). Auch eine prosaische Bearbeitung als Volksbuch existiert davon mit dem Titel: "Eine wunderschöne Historie von dem gehörnten Siegfried, was wunderliche Ebentheuer dieser theure Ritter ausgestanden, sehr denkwürdig und mit Lust zu lesen" (Köln u. Nürnb., gedruckt in diesem Jahr). Nach demselben hat Hans Sachs seine "Tragödie vom H. S." bearbeitet.

Hörner, Krankheit der Bienen, s. Büschelkrankheit.

Hörnerblätter, s. Ceratophylleen.

Hörnerv, s. Ohr.

Hornerz (Hornsilber, Kerargyrit, Silberhornerz), Mineral aus der Ordnung der einfachen Haloidsalze, kristallisiert tesseral, findet sich in kleinen oder sehr kleinen, einzeln aufgewachsenen oder in Krusten vereinigten Kristallen, auch derb und eingesprengt, ist grau, bläulich oder grün, durchscheinend, mit diamantartigem Fettglanz, Härte 1-1,5, spez. Gew. 5,58-5,60, besteht aus Chlorsilber AgCl mit 75,3 Proz. Silber und findet sich auf Silbergängen, zumal in obern Teufen, zu Andreasberg am Harz, zu Johanngeorgenstadt und Joachimsthal im Erzgebirge, bei Kongsberg, bisweilen in großen Massen, am Harz auch als sogen. Buttermilcherz mit Thon gemengt, sonst aus den Silbergruben vom Schlangenberg im Altai, in Nevada, Arizona, Idaho und Chile; ist für Peru und Mexiko ein wichtiges Silbererz.

Horne Tooke (spr. horn tuk), John, engl. Schriftsteller, geb. 25. Juni 1736 zu London, studierte Theologie und trat als Schriftsteller zuerst 1771 auf, indem er eine ihn betreffende Beschuldigung des anonymen Verfassers der "Briefe des Junius" kräftig zurückwies; dennoch wurde er selbst von einigen für den Verfasser dieser Briefe gehalten. Während des amerikanischen Kriegs zog er sich durch seine Parteinahme für die Aufständischen eine einjährige Haft zu, studierte sodann die Rechte, durfte jedoch angeblich als Geistlicher die juristische Praxis nicht ausüben. Wegen einer Flugschrift gegen das Ministerium North ward er 1794 des Hochverrats angeklagt, aber freigesprochen. 1796 wurde er ins Parlament gewählt, mußte aber als Geistlicher nach einer gegen ihn geltend gemachten Bill wieder austreten. Er starb 18. Juli 1812 in Wimbledon. Sein Hauptwerk ist die grammatikalische Schrift "Epea pteroenta, or the diversions of purley" (Lond. 1786-1805, 2 Bde.; neue Ausg. 1869). Seine Memoiren gab Alex. Stephens (Lond. 1813, 2 Bde.) heraus.

Hornfels, Gestein, s. Felsit.

Hornfessel, s. Hifthorn.

Hornfische (Balistidae), Familie aus der Ordnung der Knochenfische und der Unterordnung der Haftkiefer (Plectognathi), Fische mit seitlich komprimiertem Körper, rauhkörniger oder von harten, rhombischen Schuppen bedeckter Haut, prachtvollen Farben, wenigen, schneidenden Zähnen im Ober- und Unterkiefer, fehlenden oder durch einen beweglichen Stachel vertretenen Bauchflossen und kielartig vorspringendem Beckengürtel oder mehreren vordern großen, aufrichtbaren Stacheln. Gegen 100 Arten leben hauptsächlich in den tropischen, nur 2 in europäischen Gewässern. Einige Arten geben einen grunzenden Ton von sich, und manche werden der Perlenfischerei verderblich, indem sie die Perlmuscheln fressen. Hierher gehört das alte Weib (Balistes vetula L., s. Tafel "Fische I"). Es wird etwa 30 cm lang, gelblichbraun, oben und am Schwanz blau gestreift und lebt im Indischen Ozean. Der Genuß des Fleisches dieser und ähnlicher Arten verursacht üble Zufälle.

Horngeräte, prähistorische, s. Hirschhorngeräte ^[richtig: Hirschhorn] und Knochengeräte. Eigentliches Horn, d. h. Rinderhorn, kommt sehr selten vor, wahrscheinlich wegen seiner geringen Widerstandsfähigkeit gegen Verwesung und Verwitterung. Im Pfahlbau zu Schussenried (Württemberg) wurde z. B. ein kleiner, wahrscheinlich als Schmuck dienender Gegenstand aus Horn gefunden.

Horngewebe, s. Epithelium und Horn, S. 720.

Hornglas, ein aus dünn geschliffenen Hornplatten bestehendes Surrogat für Glas, welches im Mittelalter in Laternen eingesetzt wurde.

Hornhaut, s. Auge, besonders S. 74.

Hornhautentzündung (Keratitis), eine mit Trübung der sonst glasklaren Hornhaut einhergehende Erkrankung, welche je nach der Art der Entzündung ein verschiedenes Bild hervorruft. Man unterscheidet eine sich an der Oberfläche der Hornhaut abspielende bläschenförmige, phlyktänuläre, H., welche in Form von Bläschen auftritt, mit reichlicher Gefäßentwickelung vom Rande der Hornhaut her; gleichzeitig ist die Hornhaut selbst meist stark getrübt (Pannus); so daß sie ein milchiges Aussehen hat, und auch die Bindehaut des Augapfels und der Lider pflegt stark in Mitleidenschaft gezogen zu sein. Sehr häufig besteht bei dieser Erkrankung eine durch Nervenreiz hervorgerufene so starke Lichtscheu, daß es äußerst schwierig ist, besonders bei Kindern, die Lidspalten zu öffnen. Häufig betrifft diese Erkrankung nur der Rand der Hornhaut, und man spricht dann von Randkeratitis. Diese Form der H. entsteht sehr häufig bei Kindern mit sogen. skrofulöser Anlage, ferner auch nach Einwirkung von Staub etc. auf das Auge. Die Behandlung muß dem entsprechend einmal auf Be-^[folgende Seite]