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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hübnerit; Hübsch; Huc; Hucbald; Huchen; Huchtenburgh; Huck; Hucke; Hückeswagen; Hucknall Torkard; Huddersfield

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Hübnerit - Huddersfield.

saris dictatoris morte ad aetatem Justinani" (das. 1885) und viele Beiträge zu Zeitschriften und Sammelwerken, besonders zu der "Ephemeris epigraphica, corporis inscriptionum latinarum supplementum" (das. 1872 ff.). Außerdem verdankt man ihm treffliche "Grundrisse zu Vorlesungen" über die römische Litteraturgeschichte (Berl. 1869, 4. Aufl. 1878), über die lateinische Grammatik (das. 1876, 2. Aufl. 1881), über die Geschichte und Encyklopädie der klassischen Philologie (das. 1876) und über die griechische Syntax (das. 1883). Auch gab er 1866-81 unter Mitwirkung von Hercher (bis 1878), Kirchhoff, Mommsen und Vahlen (seit 1877) den "Hermes, Zeitschrift für klassische Philologie" heraus.

Hübnerit, s. Wolfram.

Hübsch, Heinrich, Architekt, geb. 9. Febr. 1795 zu Weinheim (Baden), besuchte die Bauschule in Karlsruhe und unternahm dann eine Studienreise nach Rom, Griechenland und Konstantinopel und 1822 wieder nach Rom. Seine Ansicht, daß eine monumentale Architektur neu zu schaffen sei, welche wesentlich auf dem Rundbogenstil beruhen sowie Zweck und Konstruktion in Form und Verzierung sichtbar darlegen müsse, legte er in einer Schrift "Über griechische Architektur" (Heidelb. 1822) nieder, und ein Heft "Ornamente" (Frankf. 1823) diente demselben Zweck. Im J. 1824 wurde er Lehrer der Architektur am Städelschen Institut zu Frankfurt a. M. Hier arbeitete er seinen "Entwurf zu einem Theater mit eiserner Dachrüstung" (Heidelb. 1825), die "Pläne für die Kirche zu Barmen" (1825-29) und das "Waisenhaus zu Frankfurt a. M." (1826-29) aus. Im J. 1827 als Architekt und Bauinspektor nach Karlsruhe berufen, entfaltete er hier eine umfangreiche Bauthätigkeit und starb als Oberbaudirektor 3. April 1863. In Karlsruhe errichtete er das Gebäude des Finanzministeriums, das polytechnische Institut, die Kunsthalle, das Gebäude im botanischen Garten. Hieran reihen sich die Zollhäuser und der Freihafen in Mannheim, die katholischen Kirchen zu Bulach, Stahringen, Rottweil, Waitzen, die evangelischen Kirchen zu Freiburg, Mülhausen, Epfenbach, Bauschlott u. a. Nach H'. Entwürfen sind auch die Trinkhalle und das Theater zu Baden-Baden ausgeführt worden. Seine letzten größern Arbeiten waren die Wiederherstellung der Hauptfassade des Kaiserdoms zu Speier und die Pfarrkirche zu Ludwigshafen. Seine Prinzipien entwickelte er besonders in der Schrift "In welchem Stil sollen wir bauen?" (Karlsr. 1828) und ausführlicher in der spätern: "Die Architektur und ihr Verhältnis zur heutigen Malerei und Skulptur" (Stuttg. 1847). Er stellt als Muster hier den altchristlichen Baustil hin und will die einfachen, aber klar gedachten Baudenkmäler jener Zeit mehr berücksichtigt wissen als die spätern romanischen und byzantinischen. Über einige der von ihm ausgeführten Bauten berichtete er in der Schrift "Bauwerke" (Karlsr. 1838; neue Folge 1852-59, 3 Hefte). Einen schätzbaren Beitrag zur Geschichte der Baukunst gab er in dem Werk "Die altchristlichen Kirchen nach den Baudenkmalen und ältern Beschreibungen" (Karlsr. 1859-63, 10 Hefte).

Huc (spr. ük), Evariste Regis, franz. Missionär, geb. 1. Aug. 1813 zu Toulouse, war seit 1839 in China als Missionär thätig, bereiste von da aus auch Hochasien und Tibet bis nach Lhassa und kehrte 1852 nach Frankreich zurück. Die von ihm besuchten Länder schildern seine Werke: "Souvenirs d'un voyage dans la Tartarie, le Thibet et la Chine" (Par. 1850, 2 Bde.; 6. Aufl. 1878; deutsch von Andree, Leipz. 1855) und "L'empire chinois" (Par. 1855, 2 Bde.; 5. Aufl. 1879; deutsch, Leipz. 1856). Noch veröffentlichte er "Le christianisme en Chine" (Par. 1858, 4 Bde.). Er starb 26. März 1860 in Paris.

Hucbald (Hugbald, Hubald, Ubaldus), Musikgelehrter, geboren um 840, Enkel und Schüler Milos, ward Mönch im Kloster St.-Amand in Flandern und Lehrer der freien Künste daselbst und starb 21. Okt. 930. H. hat sich besonders um die Musik verdient gemacht, indem er in seinem Hauptwerk: "Musica enchiriadis", zum erstenmal feste Regeln für die Komposition mehrstimmiger Musik aufstellte (s. Musik, Geschichte). Außerdem hinterließ er Gedichte und Lebensbeschreibungen von Heiligen, z. B. die "Vita S. Lebuini", wichtig wegen der darin enthaltenen Beschreibung der altsächsischen Institutionen (abgedruckt im 2. Bd. von Pertz' "Monumenta Germaniae historica"). Vgl. H. Müller, Hucbalds echte und unechte Schriften über Musik (Leipz. 1884).

Huchen, s. Lachs.

Huchtenburgh (Hughtenburgh), Jan van, holländ. Maler und Radierer, geb. 1646 zu Haarlem, lernte bei Th. Wyck und ging dann noch sehr jung nach Rom zu seinem Bruder Jacob van H., der in Berchems Manier Landschaften malte. Nach dessen Tod (um 1667) begab er sich nach Paris zu van der Meulen. 1670 kam er nach Haarlem zurück, wo er einen Bilderhandel begann. Er begleitete den Prinzen Eugen von Savoyen auf dessen Feldzügen 1708 und 1709 und malte seine Schlachten, die dann auch in einem Bilderwerk: "Batailles gagnées avec le prince Eugène de Savoye, dépeintes et gravées par J. H." (Haag 1725, mit Text von Dumont), gesammelt erschienen. Im J. 1711 begab sich H. an den Hof des Kurfürsten von der Pfalz, wo er großes Ansehen erlangte. Später lebte er meist im Haag und starb 1733 in Amsterdam. Seine Bilder (Schlachten, Kriegsszenen und Jagden) kommen sehr häufig vor. Ihre Behandlung erinnert an Wouwerman, doch sind sie von größerer Buntheit und Roheit der Ausführung. Er stach und radierte auch zahlreiche Blätter nach seinen und van der Meulens Bildern; die gesuchtesten darunter sind die in Schwarzkunst.

Huck (Huk, holländ. Hoek), eine abgerundete Landspitze, die dem Hoofd (s. d.) ähnlich, aber kleiner ist.

Hucke, in Brettspielen, wie Tokkadille, Triktrak, die letzte Spitze des zweiten Feldes (der zwölfte Pfeil). Man nennt sie auch Ruhecke, weil es eine große Beruhigung für den Spieler gewährt, sie besetzt zu haben.

Hückeswagen, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Lennep, an der Wupper und der Linie Barmen-Wipperfürth der Preußischen Staatsbahn, hat 2 evangelische und eine neue kath. Kirche, ein Schloß mit Park (früher den Grafen von H. gehörig, jetzt Rathaus), Streichgarnspinnerei, bedeutende Fabriken in Tuch, Kammgarn und Wollzeugen, Färbereien und (1885) 4323 meist evang. Einwohner. Die Landgemeinde H., mit (1885) 6312 Einw., besteht aus 180 einzelnen Wohnplätzen und hat dieselbe Industrie wie die Stadt.

Hucknall Torkard (spr. höcknäl), Fabrikstadt, 10 km nordnordwestlich von Nottingham (England), mit (1881) 10,023 Einw. und der Kirche, in welcher Lord Byron begraben liegt.

Huddersfield (spr. hoddersfihld), Stadt im südwestlichen Yorkshire (England), am Colne, ein sauberer Ort mit steinernen Häusern, hat 2 Gymnasien (Colleges), eine Freibibliothek, einen litterarwissenschaftlichen Verein mit Museum, einen Altertumsverein und (1881) 81,841 Einw. Eine großartige Wasser-^[folgende Seite]