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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Hühnerwasser - Huldigung.

gel und Schwanz kürzer, Beine niedrig, Schnabel kurz; fast kosmopolitisch; hierher unter andern Auerhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn (s. Tafel), Schneehuhn (s. Tafel), Baumwachtel, Steinhuhn, Rebhuhn (s. Tafel), Wachtel. 3) Fasanen oder echte Hühner (Phasianidae), Flügel mittellang, Schwanz meist lang und verbreitert, Beine beim Männchen fast stets mit einem Sporn, Geschlechter gewöhnlich äußerlich sehr verschieden; hauptsächlich in der Alten Welt; hierher die Gattungen Fasan (s. d. und Tafel), Huhn (s. d.), Pfau (s. d.) und Perlhuhn (s. d.). 4) Laufhühner (Turnicidae), klein, Flügel mittellang, Schwanz kurz, Beine ziemlich lang; fehlen in Amerika. 5) Wallnister oder Großfußhühner (Megapodiidae), Flügel mittellang, Schwanz kurz, Beine lang, kräftig, Füße sehr groß, mit langen Zehen; lassen die sehr großen Eier in eigens dazu hergerichteten Komposthaufen sich selbst ausbrüten; die Jungen kommen bereits mit dem definitiven Gefieder zur Welt, bilden aber doch im Ei erst noch ihr Jugendkleid aus, das sie also nicht benutzen; Philippinen, Australien, Ozeanien; hierher der Wallnister (s. d. und Tafel), Steißfußhuhn (s. d.). 6) Hokkos oder Baumhühner (Cracidae oder Penelopidae), groß, Flügel kurz, Schwanz verschieden, Lauf ohne Sporn; Festland von Süd- und Mittelamerika, dort viel gejagt; hierher das Truthuhn (s. d.). 7) Schopfhühner (Opisthocomidae), groß, Flügel kurz, Schwanz und Zehen lang, am Hinterkopf ein Federschopf, häufig nicht zu den Hühnern gerechnet, sondern als besondere Gruppe behandelt; einziger Vertreter Opisthocomus cristatus von Brasilien und Guayana. 8) Steißhühner (Tinamidae oder Crypturidae), Flügel kurz, Schwanz äußerst kurz, Beine lang; Süd- und Mittelamerika bis Mexiko.

Hühnerwasser, Marktflecken in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Böhmisch-Leipa, mit einem Schloß und (1880) 1277 Einw. Hier fand 26. Juni 1866 das erste siegreiche Zusammentreffen der preußischen Elbarmee und zwar der Avantgarde unter General v. Schöler mit einem Teil der österreichischen Brigade Leiningen statt.

Hühnerwurz, rote, s. Geranium.

Hühnerzucht, s. Huhn, S. 777 f.

Huile (franz., spr. uihl), Öl; H. antique, s. Parfümerie. H. de marc (spr. mar), Drusenöl; h. de noisette, Haselnußöl; h. de Provence, Provenceröl; h. vierge, Jungfernöl, feinstes Olivenöl, etc.

Huillard-Breholles (spr. üijar-breóll), Jean Louis Alphonse, franz. Geschichtsforscher, geb. 8. Febr. 1817 zu Paris, war 1838-42 Professor der Geschichte am Lycée Charlemagne daselbst, widmete sich dann archäologischen Studien, wurde Sektionschef beim Staatsarchiv, 1869 Mitglied der Académie des inscriptions und starb 23. März 1871. Er schrieb: "Recherches sur les monuments et l'histoire des Normands" (1844), "La fondation de la maison de Souabe dans l'italie méridionale" (1844), "Vie et correspondance de Pierre de La Vigne" (1864), "Titres de la maison ducale de Bourbon" (1866) und gab heraus: eine französische Übersetzung des Matthäus Paris ("Grande chronique de Matthieu Paris", 1840-41, 9 Bde.) sowie das große, besonders für die Geschichte Siziliens wertvolle Urkundenwerk "Historia diplomatica Frederici secundi" (1852-61, 12 Bde.), dessen Kosten der Herzog von Luynes bestritt, endlich "Chronicon Placentinum et chronicon de rebus in Italia gestis" (1857).

Huisne (spr. uihn), Nebenfluß der Sarthe in Frankreich, entspringt auf den Hügeln von Pervencheres (Departement Orne), wendet sich nach kurzem östlichen Lauf gegen S. und SW. und fließt, von der Eisenbahn Paris-Le Mans begleitet, durch das Departement Sarthe bis Le Mans, wo er nach 132 km langem Lauf mündet.

Huissier (spr. uißjeh, v. altfranz. huis, "Thür"), Thürsteher, Thürschließer, ursprünglich ein Hofdiener, welcher die Aufsicht bei den Thüren im Innern der königlichen Schlösser führte, jetzt ein Diener, welcher im Vorzimmer eines Ministers oder sonstigen hohen Staatsbeamten die Anmeldung und Einführung zu besorgen hat; auch Bezeichnung für die Diener parlamentarischer Körperschaften u. dgl. In der französischen Gerichtsorganisation sind die Huissiers bei den Gerichten funktionierende Beamte (officiers ministériels), welche unmittelbar von den Parteien oder den Staatsanwalten gebraucht werden, teils um Ladungen, Aufforderungen und Benachrichtigungen an die andre Partei oder Anwalte gelangen zu lassen, teils um richterliche Anordnungen zu vollstrecken. Die Huissiers werden auf Vorschlag des Justizministers vom Präsidenten der Republik ernannt. Sie bilden wie die Avoués und Notare in jedem Arrondissement eine Gemeinschaft, indem sie aus ihrer Mitte eine Disziplinarkammer wählen, deren Oberaufsicht sie unterstellt sind. Dem Institut der Huissiers ist das deutsche Institut der Gerichtsvollzieher (s. d.) nachgebildet. Vgl. Deffaux und Harel, Encyclopédie des huissiers (3. Aufl., Par. 1873, 7 Bde.); Bonnesoeur, Tarifs commentés des actes des huissiers (2. Aufl., das. 1875).

Huitzuco, Bergstadt im mexikan. Staat Guerrero, im Bergrevier Hidalgo, hat Quecksilber-, Silber- und Kohlengruben und (1880) 8204 Einw. im Munizipium.

Hujus mensis (lat., meist abgekürzt h. m. oder bloß huj.), dieses (laufenden) Monats; hujus anni (abgekürzt h. a.), dieses Jahrs; hujus loci, dieses Ortes.

Huka, die Wasserpfeife in Indien, unterscheidet sich vom Nargileh und Kalian (s. d.) durch größern Aufsatz und reichere Ausstattung.

Huker, nordische Fischerboote mit Haupt- und kleinem Besahnmast nebst Klüverbaum zum Einholen.

Hulagu (Hulâgu il chan), mit dem Beinamen Ilchan wegen seiner Abstammung aus dem Herrschergeschlecht der Ilchaniden, Sohn Toluis und Enkel Dschengis-Chans, Begründer der mogul-tatarischen Dynastie in Persien, erhielt bei der Thronbesteigung seines Bruders Mangu Chan des Großchans der Mongolen, 1251 die westlichen Provinzen des Mongolenreichs, vernichtete durch einen Heereszug 1253 die meuchelmörderische Sekte der Ismaeliten (Assassinen) und eroberte und plünderte 1258 Bagdad, worauf ihm in kurzem das ganze südwestliche Iran zufiel. Bagdad, das 500 Jahre die Hauptstadt der mohammedanischen Welt gewesen war, sank zu einer Provinzialstadt herab und wurde gegen die Angriffe behauptet, die zu seiner Befreiung von Fürsten aus Syrien, wo ein Nachkomme Saladins herrschte, gemacht wurden. Syrien selbst konnte nicht unterworfen werden. H. starb 1264.

Hulda, Göttin, s. Holda.

Huldgöttinnen, s. v. w. Grazien oder Chariten (s. d.).

Huldigung (Erbhuldigung), die feierliche Ableistung eines Eides (Huldigungs-, Staatsbürger-, Unterthaneneid), durch welchen die Unterthanen ihrem Landesherrn Treue und Gehorsam versprechen. Dieser Eid, welcher übrigens nur von den männlichen Unterthanen gefordert zu werden pflegt, und durch den keinerlei neue Rechte und Verpflichtungen begründet, sondern nur die bestehenden bestärkt werden sollen, war in den deutschen Ländern