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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Imbricatus - Immanent.

zum Teil im Dialekt seiner Heimat, und gab das Buch "Alessandro Poerio; lettere e documenti del 1848" (Neapel 1884) heraus.

Imbricatus (lat., "dachziegelförmig"), in der Botanik von Pflanzenteilen, die wie die Ziegel eines Daches oder wie Fischschuppen sich mit den Rändern und Spitzen decken.

Imbroglio (ital., spr. -brolljo, "Verwirrung"), in der Musik Bezeichnung gewisser rhythmischer Komplikationen, welche das Taktgefühl verwirren.

Imbros, Insel, s. Imvros.

Imer, Edouard, franz. Maler, geb. 25. Dez. 1820 zu Avignon, bildete sich überwiegend durch Studienreisen durch ganz Europa, nach Algerien und nach Ägypten, lehnte sich anfänglich an Dupré, später an Belly an und stellte 1850 seine beiden ersten Gemälde: Weg in der Provence und Landschaft vom Rhôneufer zu Avignon, im Pariser Salon aus. In seinen Landschaften ist er sehr vielseitig: Frankreich, Österreich, Holland, Italien und Ägypten lieferten ihm die Motive; aber die gelungensten sind diejenigen aus der Heimat. 1855 stellte er auf der Pariser Weltausstellung das Rhôneufer und den Teich von Soumabre aus; 1857 die Brücke von Siut in Oberägypten, die Insel Philä, das Wäldchen von Doums und Sykomoren auf dem Weg nach den Pyramiden; 1859 die Hügel von Ste.-Marguerite bei Marseille und Am Rhôneufer, denen 1861 die Brücke des Gard und der Waldesrand von Montespin folgten. 1863 malte er die Lerinischen Inseln und den Golf Juan, 1865 den Teich der Fourdines im Berry und die Ruinen von Crozant. Unter seinen übrigen Arbeiten zeichnen sich aus: der Weg nach Crozant, der Hafen von St.-Raphael, an der Schleuse des Teiches von Sault im Berry, die Sykomoren von Gizeh, die Wälle von Aigues-Mortes. Auf einer Studienreise nach Holland starb er 13. Juni 1881 in Haarlem.

Imerethi (Imeretien, das Kolchis der Alten), ehedem ein Reich in Transkaukasien, 1442 bei der Teilung Grusiens durch den Zaren Alexander I. von Grusien gebildet, wurde 1804 Rußland einverleibt und bildet gegenwärtig den größten Teil des Gouvernements Kutais.

Imeretinskij (Emeretinskij), Alexander Konstantinowitsch, Fürst, russ. General, geb. 1837 aus einer mediatisierten Fürstenfamilie, die ehemals Imerethi (s. d.) beherrschte, ward im Pagenkorps erzogen, trat 1855 als Fähnrich in die Leibgarde-Pionierdivision, 1856 als Leutnant in das 14. grusinische Grenadierregiment im Kaukasus, besuchte 1859-62 die Generalstabsakademie, wurde dann in den Gardegeneralstab versetzt, nahm am polnischen Insurrektionskrieg teil, ward Oberst und Flügeladjutant, 1869 General und Stabschef des Warschauer Militärbezirks, 1872 Gehilfe des Inspektors der Schützenbataillone, im August 1877 Kommandeur der 2. Infanteriedivision, welche der Armee vor Plewna zugeteilt wurde, stürmte 3. Sept. mit Skobelew Lowatz und nahm dann an der Belagerung von Plewna und dem Übergang über den Balkan teil. Nach dem Frieden wurde er zum Chef des Generalstabs der Armee in der Türkei (an Nepokojtschitzkijs Stelle) und zum Generaladjutanten ernannt. Seit 1883 Kommandeur des 6. Armeekorps in Warschau, erhielt er 1885 als Generalprokurator die oberste Direktion der Militärjustiz.

Im Fall (bei Wechseln), s. Wechsel.

Imhof, Amalie von, s. Helvig.

Imhoof-Blumer, Friedrich, Numismatiker, geb. 11. Mai 1838, war zuerst für einen praktischen Lebensberuf bestimmt, widmete sich aber bald den klassischen Studien und gehört jetzt zu den bedeutendsten Kennern der antiken Numismatik; er lebt in Winterthur. I., seit 1879 zum auswärtigen Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt, hat auf ausgedehnten Reisen eine der großartigsten Sammlungen griechischer Münzen in Originalen und Abgüssen angelegt, welche er seinen Fachgenossen auf die liberalste Weise zugänglich macht. Seine Arbeiten, in Zeitschriften und selbständig erschienen und von sorgfältigen Tafeln begleitet, betreffen meistens das griechische Altertum; von besonderm Wert sind: "Zur Münzkunde und Paläographie Böotiens" (Wien 1871); "Die Münzen Akarnaniens" (das. 1878); "Porträtköpfe auf römischen Münzen der Republik u. der Kaiserzeit" (Leipz. 1879); "Monnaies grecques" (das. 1883); "Die Münzen der Dynastie von Pergamon" (Berl. 1884) und "Porträtköpfe auf antiken Münzen hellenischer und hellenisierter Völker" (Leipz. 1885).

Imhotep (Imuthes), ägyptischer Gott, Sohn des Ptah, der Äskulap der Ägypter, als Jüngling sitzend und eine entfaltete Papyrusrolle auf dem Schoß haltend dargestellt, wurde besonders in Memphis verehrt (s. Abbildung).

^[Abb.: Imhotep.]

Imidbase, s. Basen.

Imide, s. Amide.

Imitatio Christi, s. Thomas von Kempen.

Imitation (lat.), Nachahmung; auch etwas Nachgeahmtes, besonders auf dem Gebiet der Juwelierkunst. Über I. in der Musik s. Nachahmung.

Imitator (lat.), Nachahmer, Nachäffer; imitatorisch, nachahmend; imitieren, nachahmen.

Im Lichten, technischer Ausdruck bei Angabe des Maßes eines hohlen Gegenstandes, bezeichnet, daß die Stärke der Wandung desselben nicht mit eingerechnet, sondern nur die Höhlung selbst gemessen ist. Daher auch der Ausdruck: die Lichtweite.

Immakulat (lat.), fleckenlos, unbefleckt; Immakulateneid, bei den Katholiken die eidliche Versicherung des Glaubens an die unbefleckte Empfängnis der Mutter Jesu (vgl. Marienfeste).

Immanent (lat., "innewohnend, anhaftend"), in einem Ding oder Begriff bleibend. So unterscheidet man in der Philosophie immanente Ursachen als solche, die, wie bei der Selbstbestimmung, in dem sich verändernden Ding selbst liegen, von transeunten, d. h. von außen an dasselbe herankommenden und ihm darum mehr zufälligen. In diesem Sinne nannte Spinoza, gemäß seiner pantheistischen Weltanschauung, Gott die immanente Ursache der Welt, um dadurch auszudrücken, daß derselbe seinem Sein nach von der Welt nicht unterschieden sei, eine Bezeichnung, die auch in die Sprache der neuern pantheistischen Systeme übergegangen ist. In gleichem Sinn spricht man von einer immanenten Methode, einer immanenten Entwickelung einer Wissenschaft, d. h. einer solchen, welche in dem Begriff des zu behandelnden Gegenstandes selbst liegt und dadurch bestimmt wird, daher auch den Anspruch macht, die absolut wahre zu sein, und sich rühmt, ein immanentes Wissen, d. h. ein sol-^[folgende Seite]