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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Indosso; Indra; Indragiri; Indraprastha; Indrapura; Indre; Indre-et-Loire

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Indosso - Indre-et-Loire.

nämlich die Klausel "in Prokura", "zur Einkassierung", "zum Inkasso" oder ein ähnlicher Zusatz beigefügt, welcher eine Bevollmächtigung (Bevollmächtigungsindossament) ausdrückt, so wird der Indossatar nicht selbst Eigentümer des Wechsels und Wechselgläubiger, ist aber zur Einziehung der Wechselsumme, zur Protesterhebung und zur Klagerhebung sowie zum weitern Prokura-Indossament befugt. Das Verhältnis zu seinem Vormann ist in diesem Fall lediglich nach dem gemeinen Recht zu beurteilen. Vgl. Allgemeine deutsche Wechselordnung, § 9-17. Das Wesen des Indossierens, wodurch es sich insbesondere von der Zession unterscheidet, besteht darin, daß der Indossatar das Recht aus dem Papier, also ein eignes Recht und nicht bloß das Recht seines Vormanns, erwirbt, mithin sich keine Einwendungen gefallen zu lassen braucht, welche diesem entgegengesetzt werden könnten. Gerade wegen dieses Vorteils ist das I. auch bei andern Papieren als dem Wechsel, bei Namensaktien, Konnossementen, Ladescheinen, Lagerscheinen, überhaupt bei kaufmännischen Anweisungen und Verpflichtungsscheinen, welche auf Geld, Quantitäten, Wertpapiere ausgestellt sind, gestattet, ohne daß darin die Verpflichtung zur Leistung von einer Gegenleistung abhängig gemacht ist. Vgl. Wechselrecht.

Indosso (ital.), s. Indossieren.

Indra, ind. Gott, in der wedischen Zeit der gefeiertste von allen, vorwiegend ein Kampfesgott, der im Kampf mit dem feindlichen Dämon Writra oder Ahi (einer Personifikation der heißen Trockenheit des Sommers) obsiegt und auch in der Männerschlacht Herrschaft und Sieg gewinnt, daher das Ideal eines allezeit streitbaren, nie besiegten Helden und so der Liebling des um neue Wohnsitze und reiche Herden kämpfenden Volkes. Er ist Schöpfer und Erhalter der Welt, Führer der göttlichen und menschlichen Geschlechter, Bestrafer der Gottlosen und Hort der Frommen. Zum Kampf stärkt er sich durch den Genuß des Soma (s. d.). In der brahmanischen Zeit ist er, wie die meisten wedischen Götter, zu einem der acht Welthüter herabgedrückt.

Indragiri, einer der größten Flüsse auf Sumatra, der aus dem Sinkarasee abfließt, im Hochland von Menangkabau Umbiling, in den Abhängen des Gebirgslandes Kwantan, im Tiefland I. heißt. Er ist im untern Lauf bis an die Fälle schiffbar und mündet an der Ostküste in einem Delta. Oberhalb desselben die Städte Dschapura, Sitz eines niederländischen Beamten, und Ringat, Residenz des Herrschers des unter niederländischer Oberhoheit stehenden Staats I., 35,800 qkm (650 QM.) groß mit 100,000 Einw., dessen besten Teil das reiche Thal des Flusses bildet.

Indraprastha, s. Dehli.

Indrapura, Berg, s. Sumatra.

Indre (spr. ängdr), Fluß im mittlern Frankreich, entspringt an der Grenze der Departements Creuse und Cher auf dem Plateau von Boussac, fließt in nordwestlicher Hauptrichtung durch die nach ihm benannten Departements I. und Indre-et-Loire und mündet nach 245 Kilom. langem Lauf durch ein an Wiesengründen und landschaftlicher Schönheit reiches Thal in zwei Armen zwischen Langeais und La Chapelle in die Loire. Die bedeutendern Zuflüsse sind rechts der Igneraye und Indrois, links die Vanvre ^[richtig: Vauvre].

Das gleichnamige Departement ist zum großen Teil aus der ehemaligen Provinz Berry mit kleinen Stücken von Orléanais, Marche und Touraine gebildet, grenzt im N. an das Departement Loir-et-Cher, im O. an Cher, im S. an Creuse und Obervienne, im SW. an Vienne und im NW. an Indre-et-Loire und umfaßt 6795 qkm (123,4 QM.). Das Land wird vom Cher mit einigen linken Nebenflüssen, vom obern Indre und der Creuse mit der Bouzanne bewässert und ist so eben, daß Erhebungen über 300 m nur ausnahmsweise (im S.) vorkommen. Die südlichen höhern Gegenden gehören noch dem granitischen Zentralfrankreich, die nördlichern Gegenden aber der in der Vegetation wesentlich verschiedenen jurassischen und tertiären Zone an. In das erstere Gebiet fällt großenteils die wenig angebaute, steinige, waldreiche Landschaft Bois-Chaud im S., in das letztere die Brenne mit zahlreichen Teichen, Sümpfen, Heiden und Wäldern im NW. und die Champagne mit fruchtbarem Kalkboden im O. Diese drei Abteilungen unterscheiden sich in jeder Beziehung voneinander; Temperatur, Fruchtbarkeit, ja selbst die Sitten und Gebräuche der Bewohner stimmen nicht miteinander überein. Das Klima ist gesund, nur in der Brenne allzu feucht und nebelig. Die Bevölkerung beläuft sich auf (1886) 296,147 Einw. und ist mit 43 auf das Quadratkilometer eine sehr spärliche. Vom Areal kommen 3720 qkm auf Ackerland, 919 auf Wiesen, 239 auf Weinland, 726 auf Wald, 727 qkm auf Heiden etc. Produkte sind: Getreide (gegen 3½ Mill. hl, insbesondere Weizen und Hafer), Kartoffeln, Rüben, Kastanien, Hanf, mittelmäßiger Wein, Obst, Holz; Rindvieh, Pferde, wegen ihrer Wolle und ihres Fleisches sehr geschätzte Schafe und Hämmel, viel Geflügel, namentlich Gänse und Truthühner, Wild, Fische und Blutegel. Das Mineralreich liefert Eisen, Marmor, lithographische, Mühl- und Bausteine. Die Industrie unterhält Eisenwerke, welche jedoch in beständigem Rückgang begriffen sind, Fabriken für Tuch, insbesondere zu Armeezwecken, Porzellan, Leder, Pergament und Tabak. Das Departement wird von den Eisenbahnen von Paris nach Toulouse und von Tours nach La Châtre durchzogen. Die Volksbildung steht auf sehr niederer Stufe. Das Departement zerfällt in die vier Arrondissements: Châteauroux, Issoudun, La Châtre, Le Blanc, Hauptstadt ist Châteauroux.

Indre (spr. ängdr), Gemeinde im franz. Departement Niederloire, Arrondissement Nantes, bestehend aus den Ortschaften Basse-I. am rechten Ufer der Loire und an der Eisenbahn von Nantes nach St. Nazaire, mit großem Eisenwerk, Haute-I. und Indret, letzteres auf einer Insel in der Loire gelegen, gleichfalls mit bedeutender Werkstätte, welche Schiffsmaschinen für die Flotte liefert, und altem Herzogsschloß, zusammen mit (1881) 2252 Einw.

Indre-et-Loire (spr. ängdr-e-loahr), Departement im mittlern Frankreich, ist aus der ehemaligen Provinz Touraine und Teilen von Orléanais und Marche gebildet, grenzt im NO. an das Departement Loir-et-Cher, im SO. an Indre, im SW. an Vienne, im W. an Maine-et-Loire und im NW. an Sarthe und hat einen Flächenraum von 6114 qkm (111 QM.). Das Land liegt in dem Flußgebiet der Loire, die es von NO. nach SW. durchschneidet und links den Cher, Indre, die Varenne mit der Creuse (letztere mit der Claise), rechts die Brenne aufnimmt. Es zerfällt in drei natürliche Abteilungen: das breite Thal der Loire mit der Varenne, dem Landstrich zwischen Loire und Cher, und dem Véron, der Landschaft zwischen Loire und Vienne, welche im Zentrum des Departements gelegenen Landschaften mit ihrem Obst-, Gemüse- und Weinbau, ihren freundlichen Städten und zahlreichen Schlössern die Bezeichnung "Garten von