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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Infatigabel - Influenza.

werden. Von einer ärztlichen Behandlung der hämorrhagischen Infarkte kann nicht wohl gesprochen werden. Nur bei dem I. der Lungen, welcher mit Lungenblutung einhergeht, wird sie in rein symptomatischer Weise, ähnlich wie bei andern Lungenblutungen, stattfinden können. Vgl. Bluthusten.

Infatigabel (lat.), unermüdlich.

Infatuation (lat.), närrische Vorliebe für etwas.

In favorem (lat.), zu gunsten.

Infektion (lat.), Ansteckung; Infektionskrankheiten, die durch I. entstandenen Krankheiten (s. Ansteckung); infektiös, ansteckend, seuchenartig.

Infektionstheorie, s. Viehzucht.

Inferi (lat.), die Bewohner der Unterwelt, auch letztere selbst; daher ad inferos, zu den Toten. Inferien (inferiae), Totenopfer.

Inferiorität (lat.), das Untergeordnetsein, niederer Grad oder Rang, im Gegensatz von Superiorität.

Infernal (infernalisch, lat.), der Unterwelt oder Hölle angehörend, höllisch, teuflisch; Infernalität, infernales Thun und Wesen, teuflische Verruchtheit.

Infernalis lapis (lat.), Höllenstein.

Infertilität (lat.), Unfruchtbarkeit.

Inferum mare, bei den Römern Name des Tyrrhenischen Meers, im Gegensatz zum Mare superum, dem Adriatischen Meer.

Infibulation (lat.), Operation, welche durch Anwendung mechanischer Mittel die Ausübung des Beischlafs und den Mißbrauch der Geschlechtsteile verhüten soll; wird schon von Juvenal und Martial erwähnt. Man durchsticht die mäßig angespannte Vorhaut oder die kleinen Schamlippen mit einer Nadel, führt einen Bleidraht durch die Stichkanäle, läßt diesen bis zur Vernarbung liegen und vertauscht ihn dann mit der Fibula, einem verzinnten Metalldraht, welchen man ringförmig biegt und an den Enden zusammenlötet. Die Operation wird indessen nur selten mehr angewandt, da sie ihrem Zweck nur unvollkommen entspricht und Schmerz verursacht. Dagegen bringen gewisse Völker Ostafrikas noch jetzt die Schamlippen der kleinen Mädchen durch Wundmachen zur teilweisen Verwachsung und trennen sie erst wieder kurz vor der Verheiratung.

Infideles (lat.), Ungläubige.

In fidem (lat., "für die Treue"), zur Beglaubigung, besonders bei der Beglaubigung (Fidemation) von Abschriften (i. f. copiae) übliche Formel.

Infiltration (lat., "Einseihung"), in der Medizin die gleichmäßige Einlagerung von Krankheitsprodukten in die Gewebe, wodurch letztere meist dicker werden und fester anzufühlen sind. So spricht man namentlich von entzündlicher I., wo eine Ausschwitzungsmasse (Serum, Eiter etc.) in die Maschen des Gewebes erfolgt ist, oder von einer krebsigen, lymphatischen etc. I., wo die Krebs- oder Lymphzellen in kleinen Gruppen so zwischen die Gewebselemente des kranken Organs eingeschaltet sind, daß, für das bloße Auge wenigstens, die Grenze zwischen dem ursprünglichen Gewebe und der eingesprengten Neubildung nicht auffindbar ist. Man spricht daher von infiltrierten Neubildungen im Gegensatz zu den Neubildungen, welche in der Form von (umschriebenen) Geschwülsten auftreten. Laënnec unterschied auch bei der Tuberkulose die Tuberkelgranulationen (Körner) von der Tuberkelinfiltration, welche mit verwischten Grenzen in das gesunde Gewebe übergeht (käsige Hepatisation). Am ausgebildetsten kommen die verschiedenen Infiltrationszustände an dem lockern Zellgewebe vor, weil sich die Fasern desselben leicht voneinander entfernen lassen. - In der Geognosie heißt I. die Art der Imprägnation, in welcher im Wasser gelöste Stoffe in Gestein u. dgl. eingedrungen sind (vgl. Imprägnation). Eine I. von untenher, etwa aus heißen Dämpfen, ist wohl nur als lokal (auf die vulkanischen Distrikte beschränkt) anzusehen, während die I. durch Tagwasser unbedingt viel häufiger, ja allgemein verbreitet ist.

Infimus (lat.), der Unterste.

In fine (lat.), am Ende.

Infinität (lat.), Unbegrenztheit, Unendlichkeit.

Infinitesimalrechnung, Rechnung mit unendlich großen und unendlich kleinen Größen, zerfällt in die Differentialrechnung (s. d.), die Integralrechnung (s. d.) und die Variationsrechnung (s. d.).

Infinitiv (lat.), diejenige Form des Zeitwortes, welche den Begriff desselben rein und unvermischt, ohne Rücksicht auf die Nebenbeziehungen der Person oder der Personen und der Modalität, welche sonst im Zeitwort (z. B. in "ich schreibe") gegenüber dem I. ("schreiben") liegen, ausdrückt (s. Verbum). Der Mangel dieser Nebenbedeutungen (griech. Paremphasen) hat dem I. seinen Namen (griech. aparemphatos, d. h. "der Nebenbedeutungslose") gegeben, wovon das lateinische Wort I. nur eine ungenaue Übersetzung ist. Vgl. Jolly, Geschichte des Infinitivs im Indogermanischen (Münch. 1873).

Infinitum (lat.), das Unbegrenzte, Unendliche.

Infirmaria (lat., Infirmerie), Kranken- oder Siechenhaus; auch Krankenstube (in Klöstern).

Infirmier (franz., spr. ängfirmjeh), Krankenwärter; vgl. Lazarettgehilfen.

Infix (lat.), in das Innere des Wortstammes eingefügtes grammatisches Element, s. Flexion.

Infizieren (lat.), anstecken, verpesten.

In flagranti (lat.), "auf frischer That" (ertappt), s. Flagrant.

Inflammabel (lat.), entzündbar, besonders in Liebe; Inflammabilien, s. v. w. Brennbare Mineralien (s. d.).

Inflammation (lat.), die Entzündung (s. d.); inflammatorisch, entzündlich, mit Entzündung verbunden.

Inflammieren (lat., franz. enflammer, enflammieren, spr. ang-), entflammen, entzünden.

Inflationisten (v. lat. infiatio, "Aufblähung"), in Amerika Bezeichnung für die Anhänger der unbeschränkten Ausgabe von Papiergeld, von welcher sie eine Erhöhung der Warenpreise, Erleichterung der Schuldenlast und somit auch eine Hebung der Produktion erwarten.

Inflatus (lat.), aufgeblasen, aufgebläht, bauchig.

Inflexibilia (lat.), in der Grammatik Wörter, die keiner Flexion (s. d.) fähig sind, wie die Interjektionen, Konjunktionen, Adverbien, Präpositionen.

Inflexibilität (lat.), Unbeugsamkeit, Strenge.

Inflexion (Diffraktion), s. v. w. Beugung des Lichts (s. d.).

In flore (in floribus, lat.), in Blüte; in Wohlstand; auch s. v. w. in Saus und Braus.

Infloreszenz (lat.), s. Blütenstand.

Influenz (neulat.), Einfluß, Einwirkung; zuweilen auch s. v. w. Epidemie, Landseuche; in der Elektrizitätslehre s. v. w. Verteilung (s. Elektrizität, S. 531). Magnetische I., s. Magnetismus.

Influenza (ital.), s. v. w. Grippe (s. d.). I. der Pferde, nach der früher geltenden Ansicht eine fieberhafte, akut verlaufende Seuchenkrankheit, welche verschiedene Formen annehmen könne. Neuerdings ist ermittelt worden, daß zur I. bisher besonders drei