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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Inselburgunder - Insignien.

setzen. Begleitende Inseln sind z. B. die Lofoten, die lange Kette der japanischen Inseln und der Kurilen längs der Ostküste von Asien. Der Form nach gehört auch Madagaskar auf der Ostseite von Südafrika hierher. Verbindende Inseln sind: die Kette der Sundainseln, die ihrerseits durch Neuguinea an Australien, durch die Reihe der I. Formosa, der Philippinen und Molukken an Nordchina angeknüpft wird, ferner die Reihe der westindischen Inseln, welche Nord- und Südamerika miteinander verbindet, sowie die Alëuten zwischen Nordasien und Nordamerika. Nicht allein ihrer Lage nach, sondern in manchen Fällen auch ihrer geologischen Beschaffenheit halber sind die langgestreckten Inseln gleichsam als Stücke von Kontinenten zu betrachten und daher mit diesen im allgemeinen von gleicher physikalischer Beschaffenheit. In andern Fällen unterscheiden sich jedoch diese Inseln von dem benachbarten Festland besonders häufig dadurch, daß sie thätige Vulkane haben; so die Sundainseln, Molukken, Philippinen, japanischen Inseln, Kurilen, Alëuten, Kleinen Antillen etc. Die annähernd kreisrunden Inseln liegen meist vom Kontinent völlig abgesondert und scheinen zum Teil selbständige Bildungen und in sich abgeschlossene Formationen zu sein, die nicht auf die Festländer und den Lauf ihrer Küsten bezogen werden können. Zu diesen runden Inseln gehören namentlich die große Eilandflur des Großen Ozeans, Polynesien, ferner die isolierten Inseln und Inselgruppen des Atlantischen Ozeans, nämlich St. Helena, Ascension, die Azoren, Island; ebenso, trotz ihrer Nähe bei Afrika, Madeira, die Kanarischen und die Kapverdischen Inseln. Ferner gehören hierher die Inseln im Indischen Meer: Réunion, Mauritius, Rodriguez, die Comoroinseln, die kleinen Eilande, die Malediven und die Lakadiven. Die runden Inseln sind entweder hoch oder niedrig. Die hohen Inseln haben neben den gerundeten Umrissen eine mehr oder minder vollkommene Kegelgestalt und erheben sich nicht selten zu einer so bedeutenden Höhe, daß sie mit den ansehnlichsten Bergen der Erde wetteifern können; so z. B. die Kanarische I. Teneriffa mit ihrem Pico de Teyde (3640 m) sowie Hawai im Archipel der Sandwichinseln, die sich im Mauna Loa (4194 m) unter allen runden Inseln am höchsten über die Meeresfläche erhebt. Bald tragen diese Inseln einen einzigen Kegelberg, bald haben sie mehrere, größtenteils thätige Vulkane und sind wohl immer vulkanisch. Die niedrigen Inseln verdanken im wesentlichen ihre Entstehung der Thätigkeit der Korallentiere, wie z. B. die Inseln in der Südsee und im Indischen Meer (s. Korallenriffe und Koralleninseln). Diese Inseln bilden niedrige, ebene Flächen, welche in ihrer Mitte oft vom Wasser bedeckt sind und stets niedriger bleiben als die sie umgebende, an den Ufern aufgeworfene Korallenmauer (Korallenriff). Aufhäufungen von Sand, die wenig über die Wasserfläche hervortreten, oder auch geringer ausgedehnte Erhebungen von nacktem Gestein haben zwar den Charakter von Inseln, werden aber im Meer und in Strömen nicht als solche, sondern als Sandbänke (s. d.) und Klippen (s. d.) bezeichnet. Vgl. Hahn, Inselstudien (Leipz. 1883).

Inselburgunder, s. Madeirawein.

Inseln der Seligen, nach uralter griech. Mythe Inseln am Westrand der Erde im Ozean, wo die von den Göttern ihrer besondern Gunst gewürdigten Sterblichen, vom Tod verschont, ein glückseliges Dasein führten. Wahrscheinlich sind sie identisch mit Homers Elysium (s. d.); wenigstens liegt auch dieses "am Rande der Erde", von dem Westwind, den Okeanos sendet, gekühlt. Bei Hesiod sind sie Aufenthaltsort des vierten Geschlechts (d. h. der Heroen); dreimal des Jahrs gedeihen dort die honigsüßen Früchte. Auch Pindar entwirft eine reizende Schilderung von ihnen. Indes sehen wir schon in sehr alter Zeit die Vorstellungen von den I. und von der Unterwelt sich vermischen; die Asphodeloswiese im Erebos (bei Homer) ist nichts andres als das unterirdische Paradies: ein Aufenthalt für die Seligen. Herodot nennt eine der libyschen Oasen "Insel der Seligen", woraus man den voreiligen Schluß gezogen hat, daß die ganze Sage vom Elysium und den I. ägyptischen Ursprungs sei. Es ist möglich, daß die Kanarischen Inseln mit ihrem schon den Alten bekannten milden Klima und ihrer üppigen Fruchtbarkeit die Veranlassung waren, den Aufenthalt der "Seligen" in jene Gegenden zu verlegen.

Inseln im und unter dem Wind, s. Antillen.

Inselsberg, aussichtsreiche und daher vielbesuchte Bergspitze des nordwestlichen Thüringer Waldes, 915 m hoch, mit zwei Gasthäusern und einem Signalturm auf der Spitze, liegt auf der Grenze (Rennsteig) des preußischen Kreises Schmalkalden und des Herzogtums Gotha.

Inselt, s. v. w. Talg.

Insensibel (lat.), unempfindlich, unmerklich.

Inséparables (franz., spr. ängsseparábl, Unzertrennliche), s. Papageien.

Inserieren (lat.), einschalten, einfügen, besonders etwas in ein öffentliches Blatt einrücken lassen; Inserat, eine solche Nachricht oder Anzeige (s. Annonce und Annoncenbüreau). Der verantwortliche Redakteur der Zeitung ist auch für den Inseratenteil verantwortlich, neben ihm auch der Einsender (Inserent), sofern das Inserat zu einer Klage eines durch dasselbe Verletzten Anlaß gibt.

Insertion (lat., "Einfügung"), das Einrückenlassen in öffentliche Blätter (s. Inserieren); in der Botanik die Stelle, an welcher ein Pflanzenteil einem andern angefügt ist; in der Anatomie der Ansatz des Muskels an den zu bewegenden Knochen.

Ins Freie fallen (Freifall), die bergamtliche Entziehung einer Bergbauberechtigung, z. B. wegen Versäumnis der Frist zur Belehnung, wegen Unterlassung der Zubußezahlung, wenn eine Grube nicht in gesetzlicher Weise betrieben wird, etc.

Insgemein, in der Buchführung eine Rubrik für verschiedenartige Ausgaben, welche in keine der gewöhnlichen Ausgabekategorien passen. Eine andre Bezeichnung dafür ist "Diverse" (s. Divers).

Insidien (lat.), Hinterhalt, Nachstellung; insidiös, heimtückisch, ränkevoll.

Insignien (lat.), Kenn-, Ehrenzeichen, besonders Symbole einer Würde; so bei Fürsten: Krone und Zepter, bei den frühern deutschen Kaisern die Reichskleinodien (s. d.), bei Rittern: Schild und Helm, bei Kriegern: Fahnen und Adler etc.; ferner Abzeichen einer öffentlichen Amtswürde, wie die Beile der römischen Liktoren, die Stäbe und Zepter, welche in Deutschland die Rektoren der Universitäten und in England der Sprecher im Haus der Gemeinen sowie die Lord-Mayors bei feierlichen Gelegenheiten führen; auch die Amtsketten der Magistratspersonen u. dgl. Hierher gehören ferner die Marschallstäbe, die Roßschweife der türkischen Paschas etc. Die I. der katholischen Geistlichen sind: Stab, Ring, Inful, Pallium (für den Papst insbesondere noch die Tiara), die der protestantischen Geistlichen: ein Kelch mit Strahlen oder einer Kirche. Auch jedes Gewerbe hat seine be-^[folgende Seite]