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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jakob

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Jakob (Könige von Aragonien, England).

auf dem Konzil zu Nikäa 325 die Homousie. Die ihm zugeschriebenen, ursprünglich in syrischer Sprache verfaßten Schriften haben sich nur armenisch erhalten (hrsg. Rom 1756, Konstant. 1824), gehören aber dem Aphraates an. Sein Tag ist der 15. Juli (bei den Griechen der 13. Januar).

Jakob (franz. Jacques, engl. James, ital. Jacopo, span. Jago und Jayme), Name mehrerer Fürsten:

[Aragonien.] 1) J. I., der Eroberer, König von Aragonien, 1213-76, Sohn Peters II., entriß den Sarazenen, denen er 30 Schlachten lieferte, Mallorca und Valencia und regierte mit Weisheit und Milde. Er übte Duldung gegen andersgläubige Unterthanen und wahrte die Unabhängigkeit seiner Krone gegen den päpstlichen Stuhl; er veranstaltete die erste Sammlung der aragonischen Gesetze und ordnete die Verfassung seiner Lande, in denen er Schiffahrt und Handel zur Blüte brachte, und beschrieb sein eignes Leben; auch Geistesbildung und Dichtkunst erfreuten sich seiner Pflege. Jedoch die Teilung seines Reichs unter seine Söhne brachte dasselbe wieder in Verwirrung. Vgl. Tourtoulon, Iayme I^{er} le conquérant (1863-67, 2 Bde.); "The chronicle of James I., king of Aragon, written by himself" (engl. von Forster, Lond. 1883, 2 Bde.).

2) J. II., der Gerechte, König von Aragonien, 1291-1327, zweiter Sohn Peters III., wurde nach dessen Tod 1285 König von Sizilien und 1291 nach seines Bruders Alfons III. Tod von Aragonien, worauf er, um sich mit der Kirche zu versöhnen, aus Sizilien Verzicht leistete und sogar gegen seinen jüngern Bruder, Friedrich, den die Sizilier nun zum König erhoben, für die Anjous 1296-99, obwohl erfolglos, Krieg führte. Den Genuesen entriß er Sardinien. Gegen die Übermacht des Adels stützte er sich auf die Geistlichkeit und den Bürgerstand, stärkte das Ansehen der Gerichte und sicherte durch das Gesetz von Tarragona 1319 die Vereinigung von Aragonien, Valencia, Barcelona und Mallorca zu Einem Reich.

[Großbritannien und Irland.] 3) J. I., König von England (als König von Schottland J. VI.), Sohn der Königin Maria Stuart und ihres zweiten Gemahls, Heinrich Darnley, geb. 19. Juni 1566 zu Edinburg, ward nach der Ermordung seines Vaters durch den Grafen Bothwell und der erzwungenen Abdankung seiner Mutter 24. Juli 1567 zum König von Schottland gekrönt. Während er zu Stirling erzogen wurde und unter seinem Lehrer. Buchanan gelehrten Studien oblag, führten erst sein Oheim Graf Murray, dann ein Sohn seines Großoheims, Graf Lennox, die Regentschaft und stritten sich katholische und protestantische Tendenzen, englischer und französischer Einfluß um die Herrschaft in Schottland. Voll überspannter Ideen von der königlichen Gewalt, dabei ein seltsames Gemisch von Pedanterie, Charakterlosigkeit, Saumseligkeit, Gutmütigkeit und angeborner Feigheit, ward J., nachdem er 1576 dem Namen nach die Regierung von Schottland angetreten hatte, ein Spielball der Parteien, insbesondere seiner Vormünder. Selbst die augenscheinliche Todesgefahr seiner Mutter riß ihn nur für einen Augenblick aus seiner Unthätigkeit; als sein Plan, Maria mit französischer Hilfe zu befreien, 1583 durch einen Staatsstreich der protestantischen Lords gescheitert war, ging er auf Unterhandlungen mit Elisabeth ein und ließ sich sogar nach der Hinrichtung seiner Mutter durch die Aussicht auf die Thronfolge in England und ein Jahrgeld von 5000 Pfd. Sterl., welches ihm Elisabeth bewilligte, 1586 zu einem Bündnis mit letzterer bestimmen. Nach dem Tod Elisabeths 1603 bestieg er den Thron von England. Schon die ersten Schritte des neuen Königs bezeichneten einen Gegensatz zu der Politik seiner Vorgängerin. Er schloß 1604 Frieden mit Spanien, verfolgte die Presbyterianer und Puritaner, die er bitter haßte, und warf sich ganz in die Arme der bischöflichen Kirche. Anfangs hatte er die Katholiken begünstigt; als ihn aber diese durch zu weit gehende Forderungen beleidigten, ließ er die gegen sie erlassenen Strafedikte wieder vollstrecken und veranlaßte hierdurch 1605 die von den Jesuiten geleitete Pulververschwörung (s. d.). Seine auswärtige Politik entsprach den Interessen und Wünschen seines Volkes sehr wenig. Zwar hatte die Vermählung von Jakobs ältester Tochter, Elisabeth, mit dem Kurprinzen, spätern Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, dem Haupte der protestantischen Union in Deutschland, allgemeine Zufriedenheit im Volk erregt; desto unwilliger aber war man, als J. seinen Schwiegersohn, nachdem dieser die böhmische Krone angenommen hatte, nur ganz ungenügend unterstützte, seine Entthronung in Böhmen, ja seine und seiner Kinder Vertreibung aus ihren pfälzischen Erblanden geschehen ließ, ohne sich zu der von Volk und Parlament mit gleicher Entschiedenheit geforderten energischen Unterstützung der Sache Friedrichs V. und zum Kampf gegen die immer drohender anschwellende Macht Spaniens und Österreichs entschließen zu können und vollends empörte das Verfahren des Königs, als dieser 1623 sogar den Prinzen von Wales mit einer spanischen Infantin vermählen wollte, welcher Plan indessen scheiterte. Auch im Innern war Jakobs Regierung verhängnisvoll. Seine despotischen Gesinnungen, seine Abneigung, dem Parlament, von dem er nur immer neue Geldbewilligungen verlangte, größern Einfluß auf die Regierung einzuräumen, seine Vorliebe für unwürdige Günstlinge: das alles trug wie seine durchaus unpopuläre religiöse Richtung und seine auswärtige Politik dazu bei, den Gegensatz zwischen Volk und Königtum, der seinem Sohn so verderblich geworden ist, immer mehr zu verschärfen. J. starb 8. April 1625. Vermählt war er seit 1589 mit Anna von Dänemark. Ihm folgte auf dem Thron sein Sohn Karl I. Bezeichnend für Jakobs Charakter sind seine 1619 zu London herausgegebenen Schriften (Opera), in welchen er das absolute Herrscherrecht verteidigt, den Glauben an Zauberei und Gespenster verficht, gegen den Gebrauch des Tabaks eifert etc. Vgl. Disraeli, Inquiry into the litterary and political character of James I. (Lond. 1816, 3 Bde.); Nichols, The progresses, processions and festivities of King James (das. 1829, 3 Bde.); Gardiner, History of England from the accession of James I. (das. 1863-75).

4) J. II., König von England, zweiter Sohn Karls I. und Enkel des vorigen, geb. 24. Okt. 1633, führte vor seinem Regierungsantritt den Titel Herzog von York. Nach dem Ausbruch der englischen Revolution wurde er von 1646 an mit seinen Geschwistern zu London gefangen gehalten, entfloh jedoch 1648 nach Holland, später nach Frankreich, woselbst er 1652 als Freiwilliger unter Turenne focht. Nach dem Frieden von 1655 genötigt, Frankreich zu verlassen, sammelte er britische und irische Flüchtlinge um sich und kämpfte als spanischer Generalleutnant unter Condé und Don Juan bis 1659 gegen Turenne, worauf ihn nach der inzwischen eingetretenen Restauration der Stuarts sein Bruder Karl II. zum Großadmiral und Oberbefehlshaber der britischen Seemacht ernannte, die durch ihn bedeutend gehoben ward. Er erfocht 13. Juni 1665 einen glän-^[folgende Seite]