Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jakob; Jakob vom Schwert

139

Jakob - Jakob vom Schwert.

1405 von seinem Vater wegen der Nachstellungen seines nach der Herrschaft strebenden Onkels, des Herzogs von Albany, nach Frankreich gesandt, an der englischen Küste jedoch von den Engländern gefangen genommen und von Heinrich IV., welcher eben mit Schottland Waffenstillstand geschlossen hatte, als Geisel zurückbehalten. Nach seines Vaters Tod (1406) ward J. zwar von den Schotten zum König ausgerufen; allein erst nach dem Tod Heinrichs V. erfolgte seine Freilassung gegen ein hohes Lösegeld. Bei seiner Thronbesteigung im März 1424 fand er das Reich der Auflösung nahe. Er zog die von den Reichsverwesern verschleuderten Krongüter wieder ein, wies den Adel in seine Schranken zurück und zog Murdac, den Sohn des Herzogs von Albany, und dessen Anhänger nach dem Spruch des Parlaments zu strenger Rechenschaft. Gleichzeitig unternahm er Reformen zur Hebung der Landeskultur, der Volksbildung, des Ackerbaues, des Handels und der Gewerbe, erweiterte die Gerechtsame der Bürger, führte eine bewaffnete Landesmiliz ein, verbesserte die Rechtspflege und säuberte das Land von Räubern. Infolge seiner Verbindung mit Frankreich und insbesondere wegen der Verlobung seiner Tochter Margarete mit dem Dauphin und spätern König Ludwig XI. ward J. seit 1436 in Feindseligkeiten mit England verwickelt. Dies benutzte der unzufriedene Adel, auf dessen Seite Jakobs Oheim Walter Stuart, Graf von Athol, stand, zu einer Verschwörung gegen das Leben des eben an der Grenze bei seinem Heer befindlichen Königs. Auf die Nachricht hiervon entließ J. das Heer und zog sich mit seiner Gemahlin Anna Beaufort, der Tochter des Herzogs von Somerset, nach Perth in ein Dominikanerkloster zurück, woselbst er aber in der Nacht vom 20. Febr. 1437 von seinen Feinden überfallen und ermordet wurde. J. war auch Dichter; seine in schottischer und lateinischer Sprache verfaßten Gedichte erschienen gesammelt von Tytler unter dem Titel: "The poetical remains of King James" (Edinb. 1733).

7) J. II., König von Schottland, des vorigen Sohn, geb. 1430, folgte 1437 seinem Vater auf dem Thron, zeichnete sich durch Bildung und Gelehrsamkeit aus und starb 3. Aug. 1460 bei der Belagerung von Roxburgh, das nach seinem Tod seine Gemahlin Maria von Geldern einnahm.

8) J. III., König von Schottland, des vorigen Sohn und Nachfolger, geb. 1453, regierte seit 1460 und fiel in dem Aufstand des schottischen Adels gegen ihn auf der Flucht nach der unglücklichen Schlacht bei Bannockburn 18. Juni 1488. Er war mit Margarete von Dänemark vermählt.

9) J. IV., König von Schottland, Sohn des vorigen, geb. 1472, bestieg 1488 den Thron, vermählte sich 1503 mit der Tochter Heinrichs VII., Margarete, und fiel 9. Sept. 1513 in der Schlacht bei Flodden gegen die Engländer, gegen welche er sich mit Frankreich verbündet hatte; er wird als Stifter des St. Andreas- (Distel-) Ordens genannt.

10) J. V., König von Schottland, des vorigen Sohn und Nachfolger, geb. 1512, suchte die Ausbreitung der Reformation in Schottland zu hindern, weshalb ihn sein Adel 1542 auf einem Feldzug gegen England verließ. Er war zweimal vermählt, zuerst mit Magdalena, Tochter Franz' I. von Frankreich, und dann mit Maria von Lothringen, aus welcher Ehe die unglückliche Maria Stuart entsproß; er starb 13. Dez. 1542 geisteskrank.

11) J. VI., König von Schottland, s. Jakob 3).

[Haïti.] 12) J. I., Kaiser, s. Dessalines.

Jakob, Ludwig Heinrich von, staatswissenschaftlicher und philosophischer Schriftsteller, geb. 26. Febr. 1759 zu Wettin, studierte in Halle, wurde daselbst 1791 ordentlicher Professor der Philosophie, 1807 Professor der Staatswissenschaften zu Charkow und 1809 Mitglied der Gesetzgebungskommission in St. Petersburg, kehrte 1816 als Professor nach Halle zurück und starb 22. Juli 1827 im Bad zu Lauchstädt. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: "Prolegomena zur praktischen Philosophie" (Halle 1787); "Grundriß der allgemeinen Logik" (das. 1788, 4. Aufl. 1800); "Grundriß der Erfahrungsseelenlehre" (das. 1791, 4. Aufl. 1810); "Antimachiavell" (das. 1794, 2. Aufl. 1796); "Grundsätze der Polizeigesetzgebung und der Polizeianstalten" (Charkow 1809, 2 Bde.; 2. Aufl., Halle 1837); "Grundsätze der Nationalökonomie" (das. 1805, 3. Aufl. 1825); "Die Staatsfinanzwissenschaft" (das. 1821, 2 Bde.; 2. Aufl. von Eiselen, das. 1836). Die von ihm herausgegebenen "Essais philosophiques sur l'homme, ses principaux rapports et sa destinée" (Halle 1818) sollen den Russen Polerika zum Verfasser haben. Über seine unter dem Namen Talvj als Schriftstellerin bekannte Tochter Therese s. Robinson.

Jakob vom Schwert, Orden des heil. (Orden militar de Santiago de Espada), 1) span. Orden, entstand, als sich zum Schutz der nach Santiago de Compostela Pilgernden 1170 dreizehn Ritter nach Art der Templer verbanden, welchen Ritterbund König Ferdinand II. von Leon und Galicien genehmigte, Papst Alexander III. 5. Juli 1175 bestätigte. Der Orden hatte einen Großmeister, der von dem Kollegium der Dreizehn (los trezes) gewählt wurde; nur die Ritter legten die klösterlichen Gelübde ab. Der Orden, welcher sich auch der Spitalpflege widmete, machte sich in den Kämpfen gegen die Mauren und der spanischen Könige gegeneinander hochverdient um Fürst und Vaterland, wurde jedoch bald so mächtig, daß er den Fürsten Besorgnisse einflößte. Eine Bulle Alexanders VI. von 1493 stellte deshalb die Verwaltung des Ordens unter die Aufsicht der Könige von Spanien, und eine weitere Bulle Hadrians VI. von 1522 verband das Großmeistertum für alle Zeiten mit der Krone von Spanien. Karl V. setzte einen Ordensrat ein. Der Orden, welcher bislang strengen Satzungen gefolgt, obgleich die Ritter schon 1180 die Erlaubnis erhalten hatten, sich zu verheiraten, wurde lockerer und ist heute nur noch ein Hoforden mit geistlichem Gepräge; er fordert 16 Ahnen väterlicher- und mütterlicherseits und teilt seine Mitglieder in Caballeros profesos und Caballeros novicios. Die Dekoration besteht in einem ovalen goldenen Schild, in welchem das Santiago- oder Jakobskreuz (ein breites rotes Schwert mit drei Lilienarmen und Griff in Form eines Herzens) steht, bedeckt von einer goldenen Trophäe; diese Dekoration wird gewöhnlich im Knopfloch an rotem Band, bei Festen an dreifacher goldener Kette um den Hals getragen, dazu ein Ordenskleid mit dem Kreuz aus rotem Tuch, das anfangs die einzige Dekoration bildete. Von 1312 an gab es auch Chorfrauen von Santiago in sieben Klöstern. Der Orden steht jetzt an der Spitze der vier sogen. Militärorden Spaniens.

2) Portugiesischer Orden (Ordem de São Thiago da Espada). König Dionysius (Diniz) von Portugal hatte die Ritter von St. Jakob in seine Staaten gezogen, wo sich ein Teil derselben niederließ. Dieser Zweig machte sich zu Anfang des 14. Jahrh. von Spanien unabhängig, und Johann XXII. bestätigte 1320 den neuen portugiesischen Orden, jedoch mit den