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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jaloux; Jalpusch; Jalta; Jalton-Nor; Jaluit; Jama; Jamagrod; Jamaica

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Jaloux - Jamaica.

mit einer Neigung nach außen 8-15 cm breite, 1,5-2 cm dicke Brettchen eingepaßt. Bei der einfachsten Form sind diese Brettchen unbeweglich (Persiennes). Bei Wohnhäusern wird diese Form nur in warmen Klimaten angewendet, häufig dagegen bei Schuppen, Trockenböden, Glockenböden in Türmen, Räumen, aus denen Dämpfe abziehen sollen, etc. Bei Wohnhäusern werden in der Regel bewegliche Jalousieladen als zweiter Verschluß der Fenster benutzt. Bei diesen sind die einzelnen Brettchen durch eine Stellstange verbunden, so daß man die Neigung der einzelnen Brettchen regulieren und den zwischen denselben befindlichen Zwischenraum vergrößern oder verkleinern kann. Vollkommen geschlossen, überdecken sich die einzelnen Brettchen gegenseitig etwa 2,5 cm und bilden so förmliche Laden. Die Zug- und Rolljalousien (Jalousie-Rouleaus) lassen sich mittels eines Mechanismus hinaufziehen oder herunterlassen, oder sie werden auf einer oben am Fenster oder der Thür befindlichen Walze auf- und abgewickelt. Die Zugjalousien bestehen aus ca. 3-4 mm starken und 60-70 mm breiten Holzbrettchen, welche auf Gurten befestigt sind, die an beiden Enden in Drahtführungen gehen. Eine Doppelschnur dient dazu, die einzelnen Brettchen nach Belieben in eine mehr oder weniger schiefe oder horizontale Lage zu bringen. Sind die J. ganz hinaufgezogen, so liegen die Brettchen hinter einer am obern Ende des Fensters angebrachten Schutzblende aus Holz oder Blech. - Bei den Rolljalousien (Rollladen) werden Stäbe auf Stoff aufgeleimt oder an Stahlbändern befestigt, entweder so, daß sie ganz dicht nebeneinander liegen, oder daß zwischen denselben kleine Zwischenräume bleiben, um Licht und Luft durchzulassen. Sie bewegen sich in zwei lotrechten, seitlich in feststehenden Blendrahmen angebrachten Falzen und werden mittels eines Riemens und einer Riemenscheibe auf einer Welle auf- oder abgewickelt. Sollen diese Rolljalousien oder Rollladen zum sichern Verschluß von Thüren und Fenstern bei Verkaufslokalen dienen, so verwendet man zu denselben Stahlplatten oder Wellblech. Fensterjalousien besitzen wohl Vorrichtungen, mittels deren man sie wie Markisen schräg stellen kann.

Jaloux (franz., spr. schaluh), eifersüchtig, mißgünstig.

Jalpusch (Jalpuch), linker Nebenfluß der untern Donau, entspringt in Bessarabien, südwestlich von Kischenew, fließt in südlicher Richtung dem Pruth parallel und mündet in der südlichen Moldau in den 50 km langen, aber nur 230 qkm großen Jalpuschsee, der bis hart an die Donau reicht und durch Sümpfe sein Wasser zu ihr entläßt.

Jalta, Kreis- und Hafenstadt im russ. Gouvernement Taurien, an der Südküste der Krim, in einem reizenden Thal am Fuß des Jailagebirges, Station der Dampferlinie Odessa-Asow, einer der Lieblingsorte der kaiserlichen Familie, mit (1881) 3006 Einw. Im W. davon liegt das prächtige kaiserliche Schloß Livadia (s. d.).

Jalton-Nor, See, s. Elton.

Jaluit (spr. dschalut), die größte und wichtigste der Marshallinseln in der Südsee, zur Ralikkette gehörig, eine ausgedehnte, sehr unregelmäßig gebildete und von vier Kanälen durchschnittene Korallenbank, die sich um eine 30 km breite und 80 km lange Lagune zieht, und auf der 55 kleine Eilande zerstreut sind mit einem Areal von 90 qkm (1,6 QM.) und etwa 1000 Einw. Die Produkte sind hauptsächlich Kokosnüsse, dann Pandanus und Brotfrucht; das Meer ist zuzeiten außerordentlich reich an Fischen. J. ist seit 1876 Hauptquartier des deutschen Handelshauses Hernsheim, welches von hier aus Faktoreien auf den übrigen Marshallinseln, im Neubritannia-Archipel und auf den Karolinen bewirtschaftet. Die Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft hat hier gleichfalls eine Faktorei. Zwischen den beiden deutschen Niederlassungen liegt das Dorf der Eingebornen. Das Deutsche Reich ließ sich 1878 von den eingebornen Häuptlingen den Hafen von J. als Kohlenhafen abtreten mit der Bedingung, daß keiner andern Nation gleiche oder ähnliche Rechte zugestanden werden sollten; zugleich erhielt J. eine Flagge schwarz, weiß, rot, fünffach gestreift. Später wurde hier ein deutsches Konsulat errichtet und 15. Okt. 1885 die deutsche Flagge auf J. geheißt. Der Verkehr ist außerordentlich schnell gestiegen; 1877 liefen 56 Segelschiffe ein (31 deutsche von 3651 Ton.), 1885 schon 102 Schiffe von 12,487 T. (deutsche 38 Schiffe von 4160 T.). Die Insel wurde 1809 von Patterson entdeckt und Bonham genannt. Vgl. Marshallinseln.

Jama (Yama), ind. Gottheit, in den Liedern des Weda der erste Mensch, welcher starb und uns den Weg zum Jenseits zeigte, wurde daher in der spätern indischen Mythologie zum Gotte der Unterwelt und Richter der Toten, der durch seine Boten die Seelen aus den Leichnamen ziehen und mit Stricken gebunden zu sich führen läßt, die besonders frommer Menschen aber auch selbst holt. Abgebildet wird er in schrecklicher Gestalt, mit einem Halsband von Totenköpfen, verzerrten Gesichtszügen, mehreren Armen, schwer bewaffnet, auf einem vierfach gehörnten, schwarzen Büffel reitend, auch mit einer Wage und einer Fackel in der Hand. Vgl. Muir, Original Sanskrit texts (Bd. 5, S. 284 ff.).

Jamagrod, Stadt, s. Jamburg.

Jamaica (spr. dschamähka), eine der Großen Antillen in Westindien (s. Karte "Westindien"), in ungemein günstiger Lage für den Handel, wird von Haïti durch die 185 km breite Windwardpassage geschieden, liegt 150 km südl. von Cuba, 960 km nördlich von Colon (Panama) und hat von ihrer östlichen Spitze, Morant Point, bis zum Negril Point eine Länge von 225 km. Die Nordküste ist steil, die Südküste mannigfaltiger gestaltet und von gefährlichen Riffen umgeben, doch zählt man 16 gute Häfen und 30 mehr oder weniger gedeckte Reeden. Das Innere ist ein malerisches Hügelland, welches in den dicht bewaldeten Blauen Bergen eine Höhe von 2236 m erreicht. Ausgedehntere Alluvialebenen von ungemeiner Fruchtbarkeit kommen nur in einigen Flußthälern vor. Plutonische Gesteine bilden die Grundlage der Insel. Sie werden bedeckt und umlagert von tertiären Kalksteinen, Kreidefelsen und metamorphischen Gesteinen. Ein erloschener Vulkan, 223 m hoch, liegt an der Nordostküste. Wertvolle Metalle (Kupfer, Silber, Blei, Zink etc.) kommen vor, aber nicht in hinreichender Menge, daß sich der Bergbau lohnen würde. Die Insel ist gut bewässert, aber von den 114 Bächen und Flüßchen, welche sich ins Meer ergießen, ist nur der Black River auf eine kurze Strecke schiffbar. Das Klima zeichnet sich durch Gleichmäßigkeit aus. Zu Kingston ist die mittlere Temperatur des Jahrs 26° C. mit einem Unterschied von 3,1° zwischen dem kältesten und wärmsten Monat; für Newcastle, 1211 m ü. M., sind die bezüglichen Zahlen 19,4° und 3,9° C. Eis bildet sich nur auf den höchsten Gipfeln. Die Regenmenge beträgt in Kingston jährlich 1220 mm, in Newcastle 900 mm und ist am beträchtlichsten im Mai und Oktober. Nur zuweilen (zuletzt 8. Aug. 1880) kommen heftige Orkane vor. J. hat ein Areal