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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jolsva; Jomard; Jomelli; Jomini; Jomsburg; Jonas

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Jolsva - Jonas.

Jolsva (Elsch, Eltsch, Jelschau), Stadt im ungar. Komitat Gömör, mit einem herzoglich koburgischen Lustschloß (ganz aus Marmor), (1881) 2736 Einw., Eisenhämmern, Marmorbrüchen und Heilquellen.

Jomard (spr. schömar), Edme François, franz. Geograph und Archäolog, geb. 22. Nov. 1777 zu Versailles, nahm als Ingenieurgeograph teil am Feldzug nach Ägypten, beteiligte sich dann 1803-14 an der Redaktion der "Description de l'Égypte" (Bd. 1-6), ward 1815 Mitglied des Erziehungsausschusses und 1818 Mitglied der Akademie der Inschriften. Seit 1828 Kustos der Karten und Pläne an der königlichen Bibliothek zu Paris, ward er 1839 zum Oberbibliothekar ernannt und bekleidete diese Stellung auch unter Napoleon III. Er starb 23. Sept. 1862. In betreff afrikanischer Studien galt J. als Autorität. Seine Hauptschriften sind: "Notices sur les lignes numériques des anciens Égyptiens" (Par. 1816-19); "Parallèle entre les antiquités de l'Inde et de l'Égypte" (das. 1819); "Sur les rapports de l'Éthiope avec l'Égypte" (das. 1822); "Recueil d'observations et de mémoires sur l'Égypte ancienne et moderne" (das. 1830, 4 Bde.) u. a. Auch gab er die "Monuments de la géographie" (1842-62, 8 Tle.), eine Sammlung alter, für die Geschichte der Geographie wichtiger Karten, heraus und bearbeitete Cailliauds "Voyage à l'oasis de Thebes" (Par. 1820) sowie Drovettis "Voyage à l'oasis de Syouah" (das. 1823).

Jomelli, Nicolo, Komponist, geb. 10. Sept. 1714 zu Aversa im Neapolitanischen, kam 1730 nach Neapel, wo er im Konservatorium della Pietci de' Turchini unter Mancini den Kunstgesang sowie unter Feo die Komposition studierte, und trat sieben Jahre später mit der Oper "L'errore amoroso" an die Öffentlichkeit, welche solchen Beifall fand, daß er bald zu den beliebtesten und gesuchtesten Opernkomponisten Italiens zählte. 1749 wurde er zum Kapellmeister der Peterskirche in Rom ernannt, vertauschte jedoch diese Stellung 1754 mit der eines Kapellmeisters am Hof des Herzogs Karl von Württemberg in Stuttgart. Die Folge seines fast 20jährigen Aufenthalts daselbst war eine bemerkenswerte Vertiefung seines künstlerischen Naturells, derart, daß ihm die Bühne allein nicht mehr genügte und er sich mit gleichem Erfolg der Kirchenmusik zuwandte. In Italien, wohin J. 1768 zurückkehrte, wurde diese Wandlung freilich nicht als ein Fortschritt anerkannt, und da der Geschmack des dortigen Opernpublikums sich während der Abwesenheit des Künstlers bedenklich verflacht hatte, so konnten seine letzten Opern: "Armida", "Demofoonte" und "Ifigenia", obwohl weitaus seine wertvollsten, doch nur geringen Beifall finden. Die Verstimmung über diesen Mißerfolg zog ihm einen Schlaganfall zu, an welchem er 28. Aug. 1774 in Neapel starb, nachdem er sich noch kurz zuvor durch sein zweistimmiges "Miserere", neben seinem "Requiem" das bedeutendste von seinen Kirchenwerken, ein unvergängliches Denkmal gesetzt hatte.

Jomini (spr. scho-), Henri, Baron, franz. General und Militärschriftsteller, geb. 6. März 1779 zu Payerne im Waadtland, trat in die Schweizergarde in Paris ein, ergriff nach deren Auflösung die kaufmännische Laufbahn, kehrte 1799 beim Ausbruch der Revolution in der Schweiz dahin zurück und ward zum Bataillonschef und Generalsekretär im Kriegsdepartement ernannt. 1803 trat er wieder in ein Pariser Handlungshaus, erwarb sich durch seinen "Traité des grandes opérations militaires" (Par. 1804-10; 4. Aufl. 1851, 3 Bde.) auch in weitern Kreisen einen Namen und wurde 1804 zum Bataillonschef und Adjutanten Neys, 1805 zum Obersten in der französischen Armee ernannt. Er machte den Krieg von 1805 mit, schrieb im Sommer 1806 ein "Mémoire sur les probabilités de la guerre de Prusse" und begleitete Ney als Generalstabschef in den Krieg gegen Preußen 1806-1807. Napoleon verlieh ihm zum Lohn für seine Verdienste den Baronstitel. 1808 folgte er Ney nach Spanien, wurde aber wegen anmaßenden Benehmens auf Neys Veranlassung zur Disposition gestellt. Er nahm seinen Abschied und war eben im Begriff, in russische Dienste überzugehen, als er 1811 wieder als Brigadegeneral und Historiograph von Frankreich von Napoleon angestellt wurde. Nach Beginn des russischen Feldzugs 1812 wurde er Gouverneur von Wilna und später von Smolensk: Er entwickelte beim Rückzug von Moskau große Thätigkeit und leitete gemeinschaftlich mit dem General Eblé den Bau der beiden Brücken über die Beresina. Nach der Schlacht bei Lützen ward er zum Chef des Generalstabs des Neyschen Korps ernannt und trug viel zum Sieg bei Bautzen bei. Obgleich ihn Ney als Divisionsgeneral in Vorschlag brachte, ward er von Napoleon wegen angeblicher Nachlässigkeit im Dienst nach Frankreich zurückgeschickt, was ihn bewog, nach dem Waffenstillstand von Poischwitz zu den Alliierten überzutreten. Kaiser Alexander I. von Rußland erhob ihn zum Generalleutnant und Adjutanten; doch nahm er am Kriege gegen Frankreich keinen thätigen Anteil, sowie er auch von den ihm bekannten Operationsplänen Napoleons nichts verriet. 1815 begleitete er den Kaiser Alexander I. nach Paris, 1818 befand er sich auf dem Kongreß zu Aachen, 1822 auf dem zu Verona, begleitete dann 1828 den Kaiser im Feldzug gegen die Türken und leistete besonders vor Warna wichtige Dienste. Verdient machte er sich auch um die Gründung der Militärakademie zu Petersburg. Seit 1855 lebte er zu Lausanne, dann zu Brüssel und starb in hohem Alter 24. März 1869 in Passy bei Paris. In der neuern Kriegslitteratur erwarb er sich einen Namen durch die "Histoire critique et militaire des campagnes de la révolution" (Par. 1806, 5 Bde.; 3. Aufl., das. 1819-24, 15 Bde.), die "Vie politique et militaire de Napoleon" (das. 1827, 4 Bde.; deutsch von Batz, Tübing. 1828-29, 4 Bde.) und den "Précis de l'art de guerre" (Petersb. 1830; 6. Aufl., Par. 1855, 2 Bde.; zuletzt deutsch, mit Erläuterungen von v. Boguslawski, Berl. 1881). Seinen Austritt aus französischen Diensten suchte er in den beiden Publikationen: "Correspondance avec le général Sarrazin sur la campagne de 1813" (Par. 1815) und "Correspondance avec le baron Mounier" (das. 1821) zu rechtfertigen. Lecomte gab heraus: "Précis politique et militaire des campagnes de 1812 à 1814. Extraits des souvenirs inédits du général J." (Lausanne 1886, 2 Bde.). Vgl. Lecomte, Le général J., sa vie et ses écrits (Par. 1861); Sainte-Beuve, Le général J. (neue Ausg. 1881).

Jomsburg (Jumne), zur Wikingerzeit berühmte Feste der Nordmänner an der pommerschen Ostseeküste, in der Nähe des jetzigen Wollin gelegen, vom Dänenkönig Magnus zerstört.

Jonas (Jona), hebr. Prophet aus dem Stamm Sebulon, verkündigte in einem Orakel die siegreiche Erweiterung des Reichs Israel unter Jerobeam II. In dem seinen Namen tragenden alttestamentlichen Buch wird erzählt, er habe von Gott den Befehl erhalten, den Niniviten den nahe bevorstehenden Untergang ihrer Stadt zu verkündigen, diesen Auftrag