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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Karl

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Karl (Schleswig-Holstein, Schwarzburg, Schweden).

Stuhl ein allgemeiner politischer Umschwung in Italien eintrat, neigte er sich offen auf die Seite der Reformbewegung und gab seinem Königreich eine konstitutionelle Verfassung. Gleichzeitig mit dem Aufstand der Lombarden und Venezianer erklärte er 23. März 1848 den Krieg an Österreich, machte anfangs glückliche Fortschritte und erwarb sich den Titel "Schwert von Italien" (spada d'Italia), bis die Schlacht bei Custozza 25. Juli 1848 das Übergewicht der Österreicher wiederherstellte und K., der in Mailand kaum den Mißhandlungen des empörten Volkes entging, 9. Aug. einen Waffenstillstand schloß. Zwar begann er im Frühjahr 1849 den Krieg von neuem, ward aber 23. März bei Novara geschlagen, legte noch auf dem Schlachtfeld die Regierung nieder, verließ sofort das Land und begab sich nach Portugal, wo er 28. Juli d. J. in Oporto starb. Von seinen beiden Söhnen folgte ihm der ältere, Viktor Emanuel, auf dem Thron. K. Albert war vermählt mit der Prinzessin Maria Theresia von Toscana. Vgl. Cibrario, Notizie sulla vita di Carlo Alberto (Turin 1861).

[Schleswig-Holstein.] 53) K. (eigentlich Christian) August, Prinz von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, Kronprinz von Schweden, geb. 9. Juli 1768, dritter Sohn des Herzogs Friedrich Christian, nahm früh dänische Kriegsdienste, ward, nachdem er 1796-1801 unter Erzherzog Karl in der österreichischen Armee gedient hatte, 1803 Oberbefehlshaber in Norwegen und that sich daselbst 1808 während des Kriegs zwischen Dänemark und Schweden hervor. Dies bewog seinen Oheim, den kinderlosen König Karl XIII. von Schweden, ihn 1809 zu adoptieren und vom schwedischen Reichstag zum Thronfolger wählen zu lassen. Nachdem er darauf seinen ursprünglichen, den Schweden aber verhaßten Namen Christian mit K. vertauscht hatte, legte er 24. Jan. 1810 den Eid ab, starb aber schon 28. Mai d. J., bei einer Revue plötzlich vom Schlage getroffen. Dieser schnelle Tod veranlaßte das Gerücht einer Vergiftung, und Axel v. Fersen, der als Großmarschall die Leiche nach Stockholm brachte, fiel dabei als Opfer des Verdachts durch die Wut des Volkes. Infolge der spätern Untersuchung stellte sich die Unschuld der Fersenschen Familie heraus. Ob aber nicht dennoch Vergiftung Ursache des Todes gewesen, lassen die leichtfertig geführten Untersuchungen des Todesfalles unentschieden. Vgl. Ipfen, Christian August, Prinz zu Schleswig-Holstein, nachmals Kronprinz von Schweden (Kiel 1852).

[Schwarzburg.] 54) K. Günther, Fürst von Schwarzburg-Sondershausen, Sohn des Fürsten Günther Friedrich Karl und der Prinzessin Marie von Schwarzburg-Rudolstadt, geb. 7. Aug. 1830, besuchte die Universität Bonn, trat dann in die preußische Armee ein und nahm als Major bei den Gardekürassieren seinen Abschied. Bei diesem Regiment machte er 1866 auch den Feldzug in Böhmen mit. Er übernahm 17. Juli 1880 nach der Abdankung seines Vaters die Regierung. K. ist preußischer General der Infanterie und lebt seit 12. Juni 1869 mit der Herzogin Marie zu Sachsen, Tochter des verstorbenen Prinzen Eduard zu Sachsen-Altenburg, in kinderloser Ehe.

[Schweden.] 55) Könige von Schweden: K. VII. (die ersten sechs Karl, die den schwedischen Thron innegehabt haben sollen, sind eine Erfindung des Chronisten Johannes Magni), Sohn des Sverker, Königs von Gotland, folgte seinem Vater 1155 in der Regierung. Als Erich IX., der Heilige, König von Upland, von dem dänischen Prinzen Magnus 1160 in einer Schlacht getötet wurde, ward K. mit Übergehung des Knut Erichson, Sohns Erichs IX., zum König von ganz Schweden gewählt. Er schloß darauf mit Norwegen und Dänemark Frieden, heiratete eine Nichte des dänischen Königs und bestimmte, daß aus seinen und des heil. Erich Nachkommen wechselweise die Könige von Schweden gewählt werden sollten. Er errichtete 1163 das Erzbistum Upsala und suchte die Ingrier und Esthen zum Christentum zu zwingen. Sein Versuch, die Macht der Geistlichkeit zu beschränken, hatte zur Folge, daß diese Knut Erichson aus Norwegen herbeirief, welcher den König 1168 in der Feldschlacht auf Wisingsö tötete und dessen Nachfolger ward.

56) K. VIII. Knutson Bonde, geb. 1408, ward von Erich XIII. 1435 zum Reichsmarschall und Befehlshaber der gesamten Kriegsmacht und, als Erich 1436 Schweden verließ und Engelbrecht ermordet wurde, 1437 zum Reichsvorsteher erwählt. Als der nach Erichs Absetzung 1440 eingesetzte König Christoph von Bayern 1448 starb, wurde von der unionsfeindlichen Partei des schwedischen Reichsrats K. als König ausgerufen. 1449 krönten auch die Norweger K. zu ihrem König, fielen aber schon 1450 von ihm wieder ab und wählten den Dänenkönig Christian I., was zu neuen Kämpfen führte. 1457 ward K. von seinem eignen Volke genötigt, nach Danzig zu entfliehen, jedoch 1462 vom Erzbischof von Upsala zurückgerufen, später nochmals vertrieben und 1467 abermals auf den Thron gehoben. Er starb 13. Mai 1470, nachdem er bereits zwei Jahre vorher seiner Schwester Sohn Sten Sture als Nachfolger in der Eigenschaft eines Reichsvorstehers bestimmt hatte.

57) K. IX., der Große, jüngster Sohn Gustavs I. Wasa, geb. 4. Okt. 1550, erhielt 1560 das Herzogtum Södermanland mit fast königlichen Rechten, verschwor sich 1568 mit seinem Bruder Johann zum Sturz des Bruders, des Königs Erich XIV., entzweite sich aber bald auch mit jenem, als derselbe die königlichen Güter verschwendete und zur katholischen Religion hinneigte. Nachdem er sein Herzogtum vortrefflich verwaltet und in demselben die Herrschaft der lutherischen Kirche befestigt hatte, ward er nach Johanns Tod 1592 Reichsregent während der Abwesenheit seines auch zum König von Schweden gekrönten Neffen, des Königs Siegmund III. von Polen, und sicherte das Fortbestehen der Reformation in Schweden. Er schlug 1598 seinen Neffen, der das Land wieder katholisch machen wollte, zu Stangebro und ward 1599 vom Reichstag zum Herrscher erklärt, 1604 zum erblichen König ausgerufen. Er hielt den unbotmäßigen Adel mit blutiger Strenge im Zaum und regierte mit Kraft und Weisheit. Er verteidigte Esthland gegen Polen, erwarb durch ein Bündnis mit Rußland Kexholm und starb während des mit Dänemark ausgebrochenen Kriegs, der mit dem Verlust von Kalmar endete, 30. Okt. 1611. Vermählt war er erst mit Anna Maria, Tochter des Pfalzgrafen Ludwig, in zweiter Ehe mit Christine von Holstein, die ihm 1594 Gustav Adolf, den Helden des Dreißigjährigen Kriegs, gebar.

58) K. X. Gustav, Sohn des Pfalzgrafen Johann Kasimir von Zweibrücken und Katharinas, der Tochter des vorigen, geb. 18. Nov. 1622 zu Nyköping, wohin seine Eltern nach der Schlacht am Weißen Berg hatten flüchten müssen, als Prinz unter dem Namen "der Pfalzgraf" bekannt, nahm unter Torstensson am Dreißigjährigen Krieg Anteil und wurde kurz vor dem Abschluß des Westfälischen Friedens Generalissi-^[folgende Seite]