Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kellinghusen; Kellner; Kellowayschichten; Kells; Kelmis; Kelnhof; Keloïd; Kelp; Kelpie; Kelso; Kelt; Kelten

672

Kellinghusen - Kelten.

poetische Einkleidung sein Werk war, während Plan und Anlage dem König Gustav gehörten. Die meisten seiner Gedichte sind entweder satirische oder erotische, die erstern durch feinen, körnigen Witz, die letztern durch tiefes Gefühl, beide aber stets durch meisterhafte Behandlung der Form ausgezeichnet. Viele derselben gehören zu dem Schönsten, was die schwedische Lyrik hervorgebracht hat. Besonders hervorzuheben sind von den satirischen Gedichten: "Mina löjen" ("Meine Späße") und "Ljusets fiender" ("Die Lichtfeinde"); unter den Liedern: "Nya skapelsen" ("Die neue Schöpfung"), "Till Kristina", "Sigvart och Hilma" und der Vaterlandsgesang "Cantaten den 1. Januar 1789". Kellgrens Werke erschienen gesammelt Stockholm 1796, 3 Bde. (neueste Ausg., Upsala 1884-85). Seine prosaischen Schriften übersetzte Lappe (Neustrelitz 1801) ins Deutsche.

Kellinghusen, Flecken in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Steinburg, an der Stör, 3 km von der Eisenbahnstation Wrist (an der Linie Altona-Kiel der Preußischen Staatsbahn), hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, eine Irrenpflegeanstalt, Eisengießerei und Maschinenfabrikation, eine Thonwarenfabrik und (1885) 2170 evang. Einwohner.

Kellner, Lorenz, namhafter kath. Schulmann, geb. 28. Febr. 1811 in Heiligenstadt, wurde dort Seminarlehrer, 1848 Regierungs- und Schulrat in Marienwerder, 1855 in Trier. Seine Lehrbücher über den Unterricht in der deutschen Sprache haben ihrer Zeit Epoche gemacht, indem er statt der abstrakten Denk- und Sprechübungen der Becker-Wurstschen Schule einen auf die Musterstücke des Lesebuches gegründeten Sprachunterricht durch sie in der Volksschule einführte. Das wichtigste derselben ist: "Praktischer Lehrgang für den deutschen Sprachunterricht" (Erfurt 1837-40, 4 Tle.; in zahlreichen Auflagen). Von seinen übrigen Schriften sind zu erwähnen: "Zur Pädagogik der Schule und des Hauses", Aphorismen (Essen 1850, 11. Aufl. 1883), "Volksschulkunde" (das. 1855, 8. Aufl. 1886), "Skizzen und Bilder aus der Erziehungsgeschichte" (das. 1862, 3 Bde.; 3. Aufl. 1880); "Kurze Geschichte der Erziehung und des Unterrichts" (8. Aufl., Freiburg 1885).

Kellowayschichten, s. Juraformation.

Kells, altertümliche Stadt in der irischen Grafschaft Meath, am Blackwater, mit lateinischer Schule und (1881) 2822 Einw. Dabei auf dem 129 m hohen Lloyd Hill ein 32 m hoher Rundturm (im Mittelalter Kenlis genannt).

Kelmis, Ort, s. Moresnet.

Kelnhof (Kelhof), in Schwaben und der Schweiz Name gewisser, ursprünglich unter einem Kellermeister (Kelmaier) stehender Hofgüter (Klostergüter), der auf denselben haften blieb, auch nachdem die ursprüngliche Bedeutung thatsächlich erloschen war. Daher Kelnhofgut, alles, was zum K. gehörte, Kelnleute etc.

Keloïd (griech.), eigentümliche narbenähnliche, bei Druck schmerzhafte Bindegewebswucherung in der Haut, besonders des Gesichts, welche selbst nach operativer Entfernung mit Hartnäckigkeit wiederzukehren pflegt. Virchow rechnet das K. zu den bösartigen Geschwülsten.

Kelp (in England und Schottland, Varech, Vraic in Frankreich), aus Meeresalgen (Tang), besonders aus Fucus- und Laminaria-Arten an den Küsten Schottlands und Irlands, der Bretagne und Normandie gewonnene kali- und jodreiche Asche. Man unterscheidet getrifteten Tang, welcher von den Wogen an die Küsten geworfen wird, und geschnittenen Tang, der auf Felsen und Klippen und am Meeresufer wächst und gesammelt werden muß. Ersterer enthält 25 Proz. mehr Kali und 300 Proz. mehr Jod als letzterer. Nach dem ältern Verfahren werden die Tange getrocknet und in Gruben eingeäschert, wobei eine halbverglaste Masse entsteht, die im Durchschnitt enthält: Unlösliches 57 Proz., schwefelsaures Kali 10,2 Proz., Chlorkalium 13,5 Proz., Chlornatrium 16 Proz., Jod 0,6 Proz., andre Salze 2,7 Proz. 22 Tonnen feuchter Tang liefern 1 Tonne K. Diese wird methodisch ausgelaugt, der Rückstand (Kieselsäure-, Kalk- und Magnesiasalze) wird an Glashütten abgegeben, die Lauge verdampft (wobei sich viel schwefelsaures Kali ausscheidet) und in Kristallisationsgefäße gebracht. Hier scheidet sich Chlorkalium ab, und wenn man die Mutterlauge weiter verdampft (wobei sich Chlornatrium ausscheidet), so erhält man abermals und in derselben Weise noch zum dritten- und viertenmal Chlorkalium. Die letzte Mutterlauge versetzt man mit Schwefelsäure, trennt sie von dem hierbei sich ausscheidenden Schwefel und verarbeitet sie dann auf Jod (s. d.). Man unterwirft auch die Tange der trocknen Destillation und gewinnt dabei brennbare Gase, ammoniakalisches Wasser, Teer und einen kohlehaltigen Rückstand, welchem die Salze durch Wasser entzogen werden, während die ausgelaugte Kohle als Surrogat der Knochenkohle benutzt wird.

Kelpie (Kelpy), ein schottischer Wassergeist.

Kelso, Stadt in Roxburghshire (Schottland), in herrlicher Lage am Zusammenfluß des Teviot und Tweed, mit Hochschule (Gymnasium), Flanell- und Wollwarenfabriken und (1881) 4687 Einw. Dabei Floors Castle, der Sitz der Grafen von Roxburgh, und eine der berühmtesten Abteien Schottlands.

Kelt (Celt), Axt, s. Steinzeit und Metallzeit.

Kelten (Celti, Celtae), Name eines Volkes des indogermanischen oder arischen Sprachstammes. Wie der Name Germanen, ist auch der der K. nicht in der eignen Sprache des Volkes überliefert und würde in keltischer Sprache Celtos, Plural Celti, heißen, welches sich mit dem lateinischen celsus, celsi, lautlich und begrifflich deckt, also die Hohen, Erhabenen bedeuten, während Galli (s. Gallien) von einer keltischen Wurzel gal abgeleitet wird, von welcher Bezeichnungen des Kampfes und der Waffen gebildet sind, und die also wohl Kampf, Krieg bedeutet. Galli heißt also viri pugnaces, armati, kriegerische Männer, Kämpfer. Innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie nehmen sie zwischen Italikern und Germanen eine Art Mittelstellung ein (s. Keltische Sprachen). Während der Name K. die Gesamtheit aller die keltische Sprache sprechenden Stämme umfaßt, wird der Name Gallier im Altertum hauptsächlich von den keltischen Bewohnern Frankreichs und Italiens gebraucht; Galatae (Galater) werden die nach Kleinasien vorgedrungenen K. genannt. Die K. wohnten in ältester Zeit, in viele Stämme zerspalten, im W. Europas, in Gallien und Britannien. Ohne Anhänglichkeit an die eigne Scholle, liebten sie das Wanderleben und verbreiteten sich auch über andre Länder. Die ältesten Auswanderungen gingen nach Spanien, wo sich die Eindringlinge nach heißen Kämpfen mit den schon vorhandenen Iberiern zu Einem Volk, den Keltiberern, verbanden. Aber auch unvermischt wohnten in diesem Land keltische Stämme. Herodot, Aristoteles und Hipparch rechneten wegen der großen Anzahl eingewanderter K. Spanien zum Land Keltika. Nach 600 v. Chr. wurden die Auswanderungen, besonders nach Italien, häufiger, deren weiterm